• Gäste können im PortugalForum zunächst keine Beiträge verfassen und auch nicht auf Beiträge antworten. Das klappt nur, wenn man registriert ist. Das ist ganz leicht, geht schnell und tut nicht weh: Registrieren. Und dann verschwindet auch dieser Hinweis ...

News Sorgt die Wohnungsnot in Portugal für einen Rechtsruck?

Man glaubt an einfache Parolen wie: „Dann schmeißen wir mal alle raus.“
Ich antworte dann gerne mt einem Gysi-Zitat:
"Und du glaubst, dass du DANN einen Euro mehr in der Tasche hast?"
Meist kommt dann noch ein halbherziges: "Na ist doch wahr" und dann ist Ruhe.

Die weiter oben genannte "Dummheit" ist auch eine Geschichtsvergessenheit.
Nach gestürzten Diktaturen und großen beendeten Krieg heißt es oft: "Nie wieder."
Und dass vergisst man im Laufe von 50-80 Jahren, weil die Zeitzeugen dann schon gestorben sind.

Gruß Matthias
 
Die Frage ist warum es kippt .
Die Sorgen der Leute wurden wohl nicht ernst genommen.
Viele sozialistische Regierungen in Portugal haben u.a. das Problem der knappen Wohnungen nicht gelöst . Dafür ein Mietrecht das viele Vermieter abschreckt.
Was meinst du mit "ein Mietrecht, dass viele Vermeiter abschreckt"?
Dann sind die hohen Mieten ein Schmerzensgeld für den Vermieter?

In Portugal gab es schon mal die Idee, die Lebenshaltungskosten der Portugiesen zu begrenzen und so wurde ein Mietpreis-Stopp für die Großstädte Lissabon und Porto eingeführt. Der war ganz schön lange in Kraft.
Auf diese Idee kam übrigens keine sozialistische Regierung....es sei denn, Salazar war Sozialist.:angst:

Immer dieser Ruf: "die Regierung müsste doch..."
Die Regierung hat nur kleinste Stellschrauben...wenn z.B. der Mindestlohn um einen Euro steigt, wars das meistens schon zum Thema "Sozialbeitrag".

Wir leben in einem System von Angebot und Nachfrage. Die davon profitierern finden es super, die anderen eben nicht.
 
Die Mieten waren viele Jahre sehr niedrig in Portugal. Fuer Vermieter ist es sehr schwierig Mieter die nicht zahlen aus der Wohnung zu bekommen. Gerichtsverfahren dauern sehr lange. Der portugiesische Mieterschutz wird von Kritikern als "übermäßig" angesehen, insbesondere wegen der eingeschränkten Vertragsfreiheit von Vermietern und der Schwierigkeiten bei der Beendigung von Mietverhältnissen, was die Attraktivität des Mietmarktes mindert.
Da vermieten einige lieber nicht
 
Dann fasse ich mal zusammen: Vermieter vermieten lieber nicht oder "schwarz" oder machen Airbnb draus oder vermieten zu überhöhten Preisen.
Verwirrend...aber irgendwie stimmt auch alles
 
Schwarz vermieten dürfte in Zukunft ja hoffentlich schwieriger werden, da nun mit den neuesten verabschiedeten Immigrationsgesetzen eine Anmeldung des Mietvertrags beim Finanzamt zur Bedingung beim Erneuern eines Visums wird. Sehr viele Einwanderer werden also künftig auf einen Vertrag und eine Anmeldung bestehen, während derzeit viele noch hinnehmen, wenn ohne Vertrag und mit teils dubiosen Konditionen vermietet wird.
 
Du meinst die Regierung des Vertrages, davon fließt aber noch lang nicht die Steuer.
Man kann einen Vertrag registrieren und evtl stornieren u.a

Es gibt Portugiesen, die ueberlassen die Wohnung fuer 6 Monate vertraglich kostenlos
und lassen sich die Miete vorher cash kompl für 6 Mon auszahlen usw.
 
Da vermieten einige lieber nicht
Ich kenne das auch eher so, dass man Lieber nicht vermietet, aus Sorge, dass man den Mieter, nicht mehr aus der Wohnung bekommt, wenn er nicht bezahlen sollte. Kann ich nicht beurteilen, ob diese Sorge begründet ist. Dann fallen außerdem 28% Steuern an und das macht es auch nicht unbedingt lukrativ.
In der Vergangenheit war es so, dass man die Immobilie eh nach ein paar Jahren mit viel Gewinn verkaufen konnte, so dass es auch als Geldanlage genutzt wird....

Und so wird dann alles, besonders an der Küste zugebaut, für Wohnungen, die die meiste Zeit des Jahres leer stehen...
 
hi,
die dringenden behausungs probleme portugals sollen nun in einem neuen, zunaechst politischen anlauf angegangen werden. der titel der initiative heisst: moderate miet- und kaufpreise.

O Governo prepara-se para introduzir o conceito de "valor moderado" no sector da habitação, se a Assembleia da República o aprovar. A definição será simples: um preço de venda "moderado" será, no máximo, de 648 mil euros; uma renda "moderada" terá um limite de 2300 euros. E também é simples concluir que estes limites máximos, que o Governo defende que virão responder às necessidades da classe média, ficarão muito acima dos preços que, efectivamente, são praticados no mercado.

“Precisamos de uma nova lei equilibrada entre senhorios e inquilinos”
Os proprietários que pratiquem “preços moderados”, na venda ou no arrendamento, poderão vir a ter direito a vários tipos de incentivos fiscais, como a isenção de mais-valias e redução da taxa de IRS.

an dieser stelle sollte nun eigentlich ein ironie on stehen, weil

Dos 308 municípios portugueses, não há um único onde o valor mediano de venda ou de renda seja superior aos preços "moderados" que o executivo pretende introduzir.

selbstredend muessen auch die verruecktesten ideen einer regierung finanziert werden- und weil es im portugiesischen volksmund ja bekanntlich heisst: não se fazem omeletes sem ovos ... voila, hier kommt die neuverschuldung.

... poucas semanas depois de ter dado 'luz verde' a um empréstimo de 1.300 milhões de euros, o BEI está "a avaliar" um novo pedido do Governo português. Desta feita, e se tudo correr bem, serão mais 1.000 milhões destinados a renovar o parque habitacional público existente e a reabilitar edifícios do Estado que possam vir a ser convertidos em habitações.

etwas genauer zur eigentlichen verwendung

... este linha de 1.000 milhões vai financiar 12 mil casas acessíveis, maioria será nova construção
O acordo com o BEI será assinado nesta quinta-feira. A linha de crédito vai servir para financiar 12 mil casas, sobretudo de nova construção, que serão colocadas a arrendar com preços acessíveis.

oopps, da war doch noch etwas aus dem september, das portugiesische sondervermoegen zur kriegstauglichkeit

21 set.2025
Governo quer usar totalidade de empréstimo de 6 mil milhões de euros para reequipar forças armadas
O Instrumento de Ação para a Segurança da Europa foi criado para apoiar os Estados-membros que pretendam investir na produção industrial no setor da defesa através de empréstimos a condições favoráveis para compras conjuntas.

insgesammt ein ganz schoener berg schulden fuer das kleine land, die portugiesische regierung kann im zuge ihrer amtszeit aus dem vollen schoepfen- ob am ende auch die zitierten '12 mil casas acessíveis' zur verfuegung stehen ... abwarten und schnee trinken ;)

greezz
henry

quellen: PÚBLICO - Observador – Notícias, Opinião, Especiais, Explicadores e Newsletters -
 
Ja, letztendlich nur Steuergeschenke an Eigentümer, die Wucherpreise erheben, unter dem Deckmantel des bezahlbaren Wohnens für die Mittelklasse. Und man gibt sich noch nicht mal Mühe, dabei auch nur ein kleines bisschen diskret zu sein. Das als soziale Maßnahme tarnen zu wollen, ist schon ziemlich pervers und könnte der PSD noch auf die Füße fallen.

Das ist schlicht die übliche politische Selbstbedienung. Viele Parteifreunde werden sich damit die Taschen vollmachen, während die "Mittelklasse" davon gar nichts hat.
 
Ich habe eine Wohnung zwischen Lisboa und Setúbal längere Zeit beobachtet. 2018 hat die T3 500,00 Miete eingebracht. Alternativ hätte man sie für 70K kaufen können. Heute kostet die Wohnung knapp über 1.000,00 Miete und alternativ 160K zum Kauf. Fazit bei dieser Wohnung: Die Preise am Markt sind im Gleichgewicht geblieben. Wucher erkenne ich nicht.

Machen wir eine einfache Rechnung. Ich kaufe ein T2 und lege 100K auf den Tisch. Dafür nehme ich 8.400,00 Miete/Jahr ein, also brutto roh 8,4 Prozent Rendite. Davon gehen Instandhaltung, etwas kalkulierter Leerstand bei Mieterwechsel, kleinere Renovierungen, Versicherung und potenzieller Ärger mit Mietern und etwas Eigenleistung (sich um die Mieter kümmern). Der Aktienmarkt bringt langfristig eine vergleichbare Rendite, mit sehr geringer Eigenleistung (heute MSCI-ETF kaufen und 30 Jahre nichts tun).

Auch hier kann ich bei diesen Zahlen keinerlei Wucher erkennen.

Wenn man einen bezahlbaren Mietmarkt schaffen will, dann muss man an die Kosten der Häuser und Wohnungen ran. Bspw. durch ein effizientes Bausystem und die Abschaffung sinnloser Vorschriften. Wenn ich heute einen angenehmen Wohnblock bauen kann, den ich optimal mit günstigen T1 bis T3 ausstatte, dann können mehr Menschen diese Wohnungen kaufen und Investoren werden günstiger vermieten (müssen, weil das Angebot steigt).

Natürlich ist das im echten Leben viel komplexer und schwierig umzusetzen. Wenn man bedenkt, wie wichtig bezahlbares Wohnen (und bezahlbares Essen) für den sozialen Frieden und am Ende des Tages für das Überleben von Demokratien ist, dann würde ich als „König von Portugal“ und als König von Deutschland mehr Wert auf eine einfache und realistische Lösung des Problems legen, die den Staat nichts kostet und vielleicht sogar Geld einbringt. Aber ich bin nur der Dom Estêvão de Setúbal. :cool:
 
Es ist für Inflation typisch, dass alles teurer wird, aber die Einkommen der Bürger hinterherhinken. Verschiedene Märkte haben einen verschiedenen Zugang zu Liquidität und eine verschiedene Inflation. Normalerweise lenkt die Regierung davon ab, indem sie die Einwohner in Gruppen spaltet, die gegeneinander aufgehetzt werden. Links gegen rechts, arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer.

Wir erleben in Europa gerade flächendeckend eine extreme Verschuldung unter dem Deckmantel der Aufrüstung. Deckmantel, weil Militärs normalerweise bürokratischer als alles sonst sind und Geld hemmungslos versenken, ohne dass ein entsprechender Gegenwert entsteht. Warum mehr Schulden? Man möchte die Ausgaben nicht woanders kürzen. Würde man Bürokratie abbauen, könnte man sehr viele Angestellte des öffentlichen Dienstes entlassen, und die Wirtschaft bekäme trotz der Demographie Arbeitskräfte. Aber Bürokratie lebt von vielen gut vernetzten Hierarchien. Politiker machen den Job für Geld, nicht für das Land. Es ist der Karriere abträglich, sich mit diesen Seilschaften anzulegen. Rüstungskosten sind keine Investitionen. Die Zinsen sind durch Steuererhöhungen von den Einwohnern zu tragen, dabei ist Portugal immer noch heftig überschuldet. Dazu haben wir eine Erhöhung der Geldmenge, die keine Erhöhung vom BIP verursacht: Inflation. Die Zinsen fließen in die Taschen von Investoren, d.h. eine Umverteilung von den Einwohnern in tiefe Taschen.

Portugal bremst mit den Lizenzen für Wohnungen und Häuser alles aus. Dauert es wirklich 1-2 Jahre, eine fehlende Lizenz zu besorgen, auch wenn es kein Schwarzbau ist? Ja. Nun kann man Immobilien ohne die Lizenz handeln, aber das ist vom Risikomanagement meist nur für professionelle Investoren als Korb tragbar. Also hat man damit erneut die Einwohner benachteiligt und die Beziehung zu tiefen Taschen verbessert.

Und so werden die Einwohner weiter wirtschaftlich benachteiligt und verarmen, so dass sie Probleme haben, den marktgerechten Preis von Mieten oder Eigentum zu zahlen. Das bremst die Bautätigkeit sehr und das Problem bleibt bestehen.

Nichts davon hat mit links gegen rechts, arm gegen reich, oder Inländern gegen Ausländer zu tun. Aber diese Streitigkeiten verhindern, dass die Einwohner sich mit den Daten beschäftigen und sehen, wer sie wirklich ausbeutet, nämlich die Menschen, die sie nicht wählen können, und vor denen die Regierung zugunsten ihrer Karriere kuscht.

Solange genug Wachstum herrscht, kann ein Land diesen Problemen entwachsen. Aber wir sehen an der Demographie, dass das aufgehört hat. Die westlichen Industriestaaten haben keine Krise, sondern stehen vor einem Wandel ihrer Kultur. Der Übergang wird unfreundlich.

Aber es könnte schlimmer sein. Portugal ist weitgehend energieautark. Dazu liegen Teile von Portugal klimatisch in einer sehr guten Zone. Hier wäre mit Innovation viel für die Einwohner herauszuholen. Der demographische Wandel hat durch die Vertreibung der Jugend bereits stattgefunden und irgendwie geht es weiter. Man zieht nicht haufenweise Kriminelle an. Die Staatsorganisation ist ausreichend zentralistisch, was effizientere digitale Dienstleistungen ermöglicht. Das sind alles wichtige Elemente, wo Portugal besser als Deutschland dasteht.
 
Nun ja, @Michael Haardt, das ist ja ein seltsamer Post, bei dem ich bereits die ersten drei Sätze nicht nachvollziehen kann.

Es ist für Inflation typisch, dass alles teurer wird, aber die Einkommen der Bürger hinterherhinken...

Es gibt Inflation und Deflation. Kontrollierte, mäßige Inflation wird in jeder modernen Marktwirtschaft angestrebt. Daneben gibt es den Begriff Reallohn. Also das Nominaleinkommen um die jeweilige Inflations- oder Deflationsrate bereinigt.

Nehmen wir das letzte Vierteljahrhundert. Die Reallöhne waren Schwankungen unterworfen. Finanzkrise und danach ging es eher nach unten. Eine weitere Zäsur waren die überraschenden Hochinflationsjahre 2022/2023 mit hohen Zinsen und sinkenden Reallöhnen. Dazwischen ging es tendenziell mit Reallöhnen bergauf. Generell sind die Reallöhne heute höher als vor 25 Jahren und deutlich höher als vor 10 Jahren.

...Verschiedene Märkte haben einen verschiedenen Zugang zu Liquidität und eine verschiedene Inflation....

Ja, die Preise für Benzin, Äpfel, Birnen, Kneipe, Kleider und die Autowerkstatt entwickeln sich unterschiedlich. Was willst Du uns damit Neues sagen?

...Normalerweise lenkt die Regierung davon ab, indem sie die Einwohner in Gruppen spaltet, die gegeneinander aufgehetzt werden. Links gegen rechts, arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer...

Das ist völlig Banane. Regierungen spalten Einwohner nicht in Gruppen, und wer hetzt diese Gruppen gegeneinander auf?

Nach diesen ersten einleitenden Sätzen habe ich mangels Qualität aufgegeben, weiterzulesen.

Bitte nimm meine Kritik nicht persönlich. Ich kenne Dich nicht (Du bist sicher ein klasse Kerl) und halte mich ausschließlich an den Text. Ich sage dann gerne: Don’t blame me, blame you. Oder: Hänge nicht den Überbringer der schlechten Nachricht.
 
Ich habe eine Wohnung zwischen Lisboa und Setúbal längere Zeit beobachtet. 2018 hat die T3 500,00 Miete eingebracht. Alternativ hätte man sie für 70K kaufen können. Heute kostet die Wohnung knapp über 1.000,00 Miete und alternativ 160K zum Kauf. Fazit bei dieser Wohnung: Die Preise am Markt sind im Gleichgewicht geblieben. Wucher erkenne ich nicht.
...
Die Beobachtung einer Wohnung lässt Rückschlüsse auf den gesamen Wohnungsmarkt sicher nur bedingt zu.
Mag sein, dass auf dem Immobilienmarkt die Preise im Gleichgewicht sind, aber eine Preis- bzw. Wertsteigerung um 100% und bei Kauf sogar über 100% in nur 7 Jahren ist mit normalen Investitionen nur schwer erreichbar.
Der Markt ist im Ungleichgewicht, weil regional die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt und der Markt für Wohnraum sich auf der Nachfrager-Seite nicht über Verzicht auf das Wirtschaftsgut regulieren kann. Wer sich vor 7 Jahren die Beispielswohnung noch leisten konnte, kann das heute nicht mehr, weil die Löhne nicht ebenfalls um 100% gestiegen sind. Trotzdem muss irgendwo gewohnt werden. Es fehlt einfach an günstigen Wohnungen in den Ballungsräumen.
 
Vollkommen richtig, @Jerakeen und @K.P. Der Wohnungsmarkt ist zu teuer und gefährdet den sozialen Zusammenhalt. Das liegt aber an den hohen Baukosten und nicht an den gierigen Vermietern. Externe Faktoren wie die weltweite Nachfrage nach Baustoffen wie Stahl und Beton und die damit verbundenen Preissteigerungen sind nicht steuerbar. Andere Faktoren, wie schlankere Bauweise, einfacheres Regelwerk, Vermeidung unnötiger Auflagen und vielleicht auch innovative, neue Verfahren und Materialien, könnten sehr wohl die Baukosten senken. Sicherlich werden zusätzlich regulative Maßnahmen erforderlich sein. Die sollten aber, was die Erfahrung zeigt, wohlüberlegt und sparsam (und nicht populistisch) angewendet werden. Das ist wie bei einer Strömung im Meer. Schwimme nicht dagegen an. Nutze die Strömung und schwimme seitlich aus ihr heraus. Dann kommst Du auch wieder sicher ans Land.
 
Ich habe eine Wohnung zwischen Lisboa und Setúbal längere Zeit beobachtet. 2018 hat die T3 500,00 Miete eingebracht. Alternativ hätte man sie für 70K kaufen können. Heute kostet die Wohnung knapp über 1.000,00 Miete und alternativ 160K zum Kauf. Fazit bei dieser Wohnung: Die Preise am Markt sind im Gleichgewicht geblieben. Wucher erkenne ich nicht.

Machen wir eine einfache Rechnung. Ich kaufe ein T2 und lege 100K auf den Tisch. Dafür nehme ich 8.400,00 Miete/Jahr ein, also brutto roh 8,4 Prozent Rendite. Davon gehen Instandhaltung, etwas kalkulierter Leerstand bei Mieterwechsel, kleinere Renovierungen, Versicherung und potenzieller Ärger mit Mietern und etwas Eigenleistung (sich um die Mieter kümmern). Der Aktienmarkt bringt langfristig eine vergleichbare Rendite, mit sehr geringer Eigenleistung (heute MSCI-ETF kaufen und 30 Jahre nichts tun).
Du findest es also völlig normal, dass sich Preise innerhalb von nur 7 Jahren mehr als verdoppeln? Meinst du, die Entwicklung der Löhne in diesem Zeitraum war ähnlich?

Mal abgesehen davon, dass wir bei deinem Beispiel auch noch von einem Bereich außerhalb der Ballungsräume reden. Wer zwischen Setúbal und Lissabon sucht, der macht das bereits nur, weil er sich in den Städten oder in den unmittelbaren Vororten keine Wohnung mehr leisten kann.

Wir haben ein sechsstelliges Haushaltseinkommen, sechsstellige Ersparnisse und besitzen schon ein T2 im Lissabonner Zentrum. Und es ist für uns trotzdem quasi unmöglich, ein T3 oder gar T4 innerhalb der Stadt zu kaufen, wenn es nicht das heruntergekommenste Loch im Problemviertel sein soll, weil die Preise da bei rund 700k starten. Dann kannst du dir ungefähr vorstellen wie es für viele Portugiesen ist, die 1-2k im Monat verdienen. Praktisch alle Freunde, die sich in den letzten 5 Jahren eine Wohnung gekauft haben, sind in die Vororte wie Algés oder Amadora oder nach Margem Sul gezogen, weil sie die Wohnungen in der Stadt nicht bezahlen können.

Die Mietpreise in Lissabon liegen heute überwiegend bei 20-30€/m². Das ist im Verhältnis zu den durchschnittlichen Einkommen natürlich Wucher und ein Problem.
 
@GutiHaz, was hast Du an meinem ganzen Beitrag (nicht nur der Hälfte) nicht verstanden?
Ich habe deinen Beitrag schon verstanden, ich halte ihn nur für Unsinn. Das Problem sind nicht nur Baukosten und eine Verdopplung in der Preise in so kurzen Zeiträumen ist natürlich Wucher der Vermieter. Und irgendwo in Corroios oder Amora gibt es sicher auch keine 30-50% AL Quote, was auch noch zum Thema gierige Mieter dazukommt. Dein Beispiel ist schlicht nicht praxistauglich für die Orte mit den größten Wohnungsproblemen.
 
Ich verstehe Leute, die das Beispiel mit der Verdopplung als Wucher empfinden und zu recht fragen, welche durchschnittliche Familie sich das leisten soll.

Aber:
1. Wenn die Nachfrage an Wohnungen zugelegt hat, die "Welt" Portugal entdeckt hat und finanzkräftige Ausländer sich das leisten können, dann enststeht eben so ein Preis.
2. In den letzten Jahren hatten viel Angst wegen der Inflation und haben in Wohnraum investiert. Auch hier also eine hohe Nachfrage, die sich zu ersten Nachfrage summiert. Das ist in Deutschland ja auch passiert.

Genauso könnte man den aktuellen Goldpreis als Wucher empfinden....aber ihr ahnt schon was ich sagen will: Den Preis regelt die Nachfrage.

Das einzige was abhelfen könnte, wäre sozialer Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten für nachweislich Einkommensschwache.
Aber dann würden zum Besichtigungstermin 200 Interessenten erscheinen.

Alternativ einfach mal den Alentejo gentrifizieren: "Alentejo- The Hotspot of new urban culture" :hurra.gif:
Also die portugalaffinen Ausländer mit niedrigen Mieten ins Outback locken :-D

Gruß Matthias
 
Zurück
Oben