Es ist für Inflation typisch, dass alles teurer wird, aber die Einkommen der Bürger hinterherhinken. Verschiedene Märkte haben einen verschiedenen Zugang zu Liquidität und eine verschiedene Inflation. Normalerweise lenkt die Regierung davon ab, indem sie die Einwohner in Gruppen spaltet, die gegeneinander aufgehetzt werden. Links gegen rechts, arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer.
Wir erleben in Europa gerade flächendeckend eine extreme Verschuldung unter dem Deckmantel der Aufrüstung. Deckmantel, weil Militärs normalerweise bürokratischer als alles sonst sind und Geld hemmungslos versenken, ohne dass ein entsprechender Gegenwert entsteht. Warum mehr Schulden? Man möchte die Ausgaben nicht woanders kürzen. Würde man Bürokratie abbauen, könnte man sehr viele Angestellte des öffentlichen Dienstes entlassen, und die Wirtschaft bekäme trotz der Demographie Arbeitskräfte. Aber Bürokratie lebt von vielen gut vernetzten Hierarchien. Politiker machen den
Job für Geld, nicht für das Land. Es ist der Karriere abträglich, sich mit diesen Seilschaften anzulegen. Rüstungskosten sind keine Investitionen. Die Zinsen sind durch Steuererhöhungen von den Einwohnern zu tragen, dabei ist Portugal immer noch heftig überschuldet. Dazu haben wir eine Erhöhung der Geldmenge, die keine Erhöhung vom BIP verursacht: Inflation. Die Zinsen fließen in die Taschen von Investoren, d.h. eine Umverteilung von den Einwohnern in tiefe Taschen.
Portugal bremst mit den Lizenzen für Wohnungen und Häuser alles aus. Dauert es wirklich 1-2 Jahre, eine fehlende Lizenz zu besorgen, auch wenn es kein Schwarzbau ist? Ja. Nun kann man Immobilien ohne die Lizenz handeln, aber das ist vom Risikomanagement meist nur für professionelle Investoren als Korb tragbar. Also hat man damit erneut die Einwohner benachteiligt und die Beziehung zu tiefen Taschen verbessert.
Und so werden die Einwohner weiter wirtschaftlich benachteiligt und verarmen, so dass sie Probleme haben, den marktgerechten Preis von Mieten oder Eigentum zu zahlen. Das bremst die Bautätigkeit sehr und das Problem bleibt bestehen.
Nichts davon hat mit links gegen rechts, arm gegen reich, oder Inländern gegen Ausländer zu tun. Aber diese Streitigkeiten verhindern, dass die Einwohner sich mit den Daten beschäftigen und sehen, wer sie wirklich ausbeutet, nämlich die Menschen, die sie nicht wählen können, und vor denen die Regierung zugunsten ihrer Karriere kuscht.
Solange genug Wachstum herrscht, kann ein Land diesen Problemen entwachsen. Aber wir sehen an der Demographie, dass das aufgehört hat. Die westlichen Industriestaaten haben keine Krise, sondern stehen vor einem Wandel ihrer Kultur. Der Übergang wird unfreundlich.
Aber es könnte schlimmer sein. Portugal ist weitgehend energieautark. Dazu liegen Teile von Portugal klimatisch in einer sehr guten Zone. Hier wäre mit Innovation viel für die Einwohner herauszuholen. Der demographische Wandel hat durch die Vertreibung der Jugend bereits stattgefunden und irgendwie geht es weiter. Man zieht nicht haufenweise Kriminelle an. Die Staatsorganisation ist ausreichend zentralistisch, was effizientere digitale Dienstleistungen ermöglicht. Das sind alles wichtige Elemente, wo Portugal besser als Deutschland dasteht.