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PV Anlage - Genehmigungspflicht

Christian Wilhelm

Castelo do Neiva
Teilnehmer
Stammgast
Hallo zusammen.
Wir sind gerade dabei unser Haus zu projektieren und haben bei dieser Thematik folgenden Sachverhalt festgestellt:
1. Wir planen eine ca. 20kWp PV Anlage zum Betrieb von Wärmepumpe, Pool, Wallbox etc.

2. Nunmehr wurde uns von Seiten des präferierten Installateurs mitgeteilt, dass wir dafür dann auch einen entsprechenden Anschlusswert des öffentlichen Stromnetzbetreibers beantragen müssen. Bedeutet ( in unserem Verständnis)--> Die Höhe des beantragten und genehmigten Anschlusswertes bestimmt die maximale Größe der PV Anlage - unabhängig davon ob Strom eingespeist werden soll oder nicht.

3. Ferner gilt, dass ab 10,4 kW Anschlussleistung grundsätzlich auch das Gutachten eines "Elektro-Ingenieurs" verpflichtend ist, was natürlich separat Kosten verursacht.

Für uns soweit alles klar und auch nachvollziehbar.
Trotzdem Frage in die Runde:
Hat schon jemand Erfahrungen diesbezüglich gemacht?

Vielen Dank an alle schon vorab und geniesst den sonnigen Tag.

Christian
 
Hallo Christian

Ich persönlich empfehle eine Inselanlage.
Die braucht keine Genehmigung und man spart sich den Ärger mit dem Energieversorger.

Mit rund 50 kWh Speicher, dreiphasigem Wechselrichter, 20 kwp Modulen und Unterkonstruktion fangen die Materialkosten so bei ca. 20.000€ an.

LG von der Ostalgarve
 
Vielen Dank für die informativen Zeilen.

Ja, auch wir hatten schon an eine Inselanlage gedacht, da wir nicht unbedingt "Strom verkaufen wollen sondern selbst nutzen mögen. Aber auf der Basis der von Architekten und auch von den hiesigen Solateuren gemachten Aussagen, wäre das ohne eine "Genehmigung" nicht denkbar.
Wir werden es nochmals aufgreifen.

Liebe Grüße aus dem "hohen Norden"
Christian
 
.Mit welcher Begründung?

Ich kenne im Hinterland in einsamen Gegenden genügend Hauser die nur so an Elektrizität gekommen sind.
Ihr könnt ja ruhig einen kleinen Stromanschluss behalten.
Aber nur als Back Up um die Akkus zu laden wenn die Sonne mal nicht reicht.
Geht also nur Strom rein, aber nicht raus..
 
Vielen Dank.
Aber der kommunizierte Wert von ca. 10,5 kW als Anschlussleistung ohne "Ingenieur-Projekt" erscheint uns dann doch eher zu niedrig für Wallbox, Wärmepumpe und AC. Also werden wir es definitv machen müssen. Wir planen neben den 20kWp einen ca. 50kWh Speicher sowie als Backup ein entsprechendes Notstromaggregat. Wir hatten jetzt die vergangene Zeit des Öfteren Stromausfälle hier in der Region und wollen das auf jeden Fall vermeiden. Von der Kostenseite denken wir in ähnlicher Größenordnung. Wir halten Euch auf dem laufenden.
Beste Grüße
Christian
 
Mit 50 kWh Speicher braucht ihr kein Notstromaggregat.
Es reicht ein 3 kW Stromanschluss um die Akkus im Notfall zu laden.
Kannst ja mal auf die Seite von Hofmann in Österreich gehen.
Die haben von Felicity ein Packet.
Ich meine mit ca. 60 kWh Akku und 50 kW Wechselrichter für rund 12000 € Netto.
Dürfte aktuell das Günstigste sein, wenn man sich nicht selbst was basteln will.
 
Vielen Dank für den Tipp.
Wir werden uns das einmal genauer ansehen.

Euch schöne Grüße an die Ostalgarve.

Christian
 
Ihr könnt ja ruhig einen kleinen Stromanschluss behalten.
Geht also nur Strom rein, aber nicht raus..
Genau das ist der Punkt, an dem Du die Genehmigung brauchst - sobald irgendwie eine physische Verbindung von deiner (Nicht)Insel zum Netz besteht. In Software abriegeln zählt da nicht. Wechselrichter zur Ersatzversorgung haben eine aufwändige physische Trennvorrichtung, sobald keine 50Hz mehr aus dem Netz kommen. Niemand will den Elektriker von E-Redes im Trafohäuschen braten, der brav alles freigeschaltet hat.
 
Ohne jetzt Ahnung zu haben, aber wenn ich nun meinen Wohnwagen vor dem Haus an den Strom anschließe, dann muss ich vorher ne Genehmigung haben? Der hat ein Panel auf dem Dach und ne Batterie.

Dürfte man dann das machen? Ich kappe E-Redes physisch vom Hausnetz, mache aber ne Steckdose an die Mauer. Dann ziehe ich den Stecker der Batterie, der vom Haus (oder vom Wohnwagen :-D) und verbinde sie zum Laden mit der E-Redes Steckdose? Wäre das legal, dann können man frei nach den Sponties der 80er Jahre, den Stecker erst ziehen, wenn die Kontrolle kommt. Legal, illegal, scheißegal. Erwischt mich doch erst einmal. Damals hat man ja auch keine Rundfunkgebühr bezahlt. Draußen stand der Kontrolleur und drinnen hat der Fernseher gedröhnt und Frank Zappa kam aus der Anlage. "Das kommt von meinen Nachbarn und hier kommt niemand rein" :-D.

Ach ja, sind wir alle brav geworden.
 
Ohne jetzt Ahnung zu haben, aber wenn ich nun meinen Wohnwagen vor dem Haus an den Strom anschließe, dann muss ich vorher ne Genehmigung haben? Der hat ein Panel auf dem Dach und ne Batterie.
Die PV auf Deinem Wohnwagen lädt Deine 12V Verbraucherbatterie. Interessant wird das tatsächlich, wenn ein 230V Wechselrichter ins Spiel kommt. Schau Dir mal den Stecker an deinem Wohnmobil an -richtig, da sind offene Pins, die Spannung führen könnten. Goggle mal DIN VDE 0100-721 oder kauf Dir den schönen Heise+ (leider nicht umsonst) Artikel.
Was man darf und was sinnvoll/sinnfrei ist, kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke da spontan an die Pizzaöfen bei Aljezur, die ganz sponti-mäßig an einer Mehrfachsteckdose hingen...
 
Das war jetzt nicht wirklich ernst gemeint mit meinem Wohnwagen @mcmuller. Was ich nicht verstehe ist, wenn ich eine fachgerecht installierte Insellösung habe und aus dem Stromnetz nur die Batterie lade. Warum muss ich dann Stecker ziehen? Das macht sicherheitstechnisch für mich keinen Sinn. Wenn ich die Batterie mit geringer Pontencia lade, was kann passieren? Die Sicherung rausfliegen? Was bleibt ist eine sinnlose Regulierung, die nix bringt. Erinnert mich an die krummen EU-Gurken. Aber vielleicht ist ja auch alles ganz anders.
 
Strom fließt halt nicht nur in eine Richtung, sondern dahin, wo er Verbraucher findet (im Zweifel den Elektriker im Trafohäuschen). Ohne extra Insel-Wechselrichter schalten deshalb alle PV-Anlagen sofort ab, wenn sie keine 50Hz vom Netz messen - konnte man beim "großen Stromausfall" letztes Jahr schön sehen. Nur Insel-WR oder die neuen Hybrid-WR erzeugen ein eigenes Netz und müssen sich dann automatisch vom E-Redes-Netz trennen. Diese Trenneinrichtungen sind in der Regel . Schließe ich eine Bastellösung (Wohnwagen-WR/China-DIY/...) dann ans runtergefahrene E-Redes-Netz an, versorge ich erstmal theoretisch die Nachbarschaft (bis zum nächsten Trafohäuschen).
Es ist tatsächlich nicht ganz so einfach... aber mit der Wohnwagenstory hast Du mich ordentlich getriggert:rolleyes:
 
Inselwechselrichter arbeiten nicht mit dem Netz.
Du kannst allerdings im Notfall die Akkus mit einem Generator, oder auch aus dem Netz laden.
Es ist unmöglich Strom ins Netz einzuspeisen.
( Außer jemand legt bewusst ein Kabel vom Stromausgang des WR ans Netz, was aber nun wirklich keinen Sinn macht und für den WR sicherlich eine kurze Lebensdauer bedeutet.

Fast jedes Wohnmobil hat heute einen Inselwechselrichter und die stellen auch kein Problem dar, wenn sie ans Netz zum Laden ihrer Akkus angeschlossen werden.

Ich habe vorgestern extra noch mit einem deutschen Anbieter für PV hier an der Algarve darüber gesprochen.
Er wusste auch keinen Grund dafür, das eine Inselanlage angemeldet werden müsste.

Jede Powerstation ist genau das gleiche Beispiel.
Du kannst sie mir Solar, mit Wind, mit einem Generator oder auch mit Strom aus dem Netz laden, aber sie wird niemals in Netz Strom einspeisen.
Sie ist das perfekte Beispiel für eine Inselanlage.
Eine große Inselanlage ist nichts anderes.
Sie kann den Techniker im Trafohaus nicht grillen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@solvana @Dom Estêvão ...wir haben da etwas aneinander vorbei geredet. Ich war gedanklich bei Netzersatzanlagen und Ihr wollt den Akku der Insel nachladen. Im Wohnmobil kann es dann aber tatsächlich kompliziert werden, weil die meisten Wohnmobile einen "Landanschluß" haben, der sie mit dem Campingplatz-Netzt verbinden kann. Da muß man dann sauber umschalten von Insel- auf Netzbetrieb.
@Christian Wilhelm Gute Idee mit dem Ingenieuer !
 
Also mir ging es wirklich um das Thema Batterie laden. Mit den aktuellen und vermutlich weiter sinkenden Batteriepreisen tendiere ich auch immer mehr zu einer vollständigen Insellösung. Ich habe mal ganz grob überschlagen, dass ich mit 20 KWp auf dem Dach und ca 50 KW Batterie selbst in diesem Winter ohne zusätzlichen Strom über die Runden gekommen wäre. Bei Regen produziert das Dach immer noch Strom. Und die absolute Reserve wäre entweder der minimale EDP Anschluss (halblegal) oder ein Generator. Das sind alles nur wilde Ideen. Ich plane noch nicht wirklich. Habe anderes auf dem Tisch.
 
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