A Final....
A Final
Der Schluß, Teil XXVIII
Zurück nach Porto bzw Aveiro und dann heim nach BAYERN und... dann war da noch...
Am Freitag morgen warteten wir Vier nach dem Frühstück in der Lobby auf den Chef.
Ricardo II sollte erst am Nachmittag nach Madrid fliegen, Ricardo I und Luis fuhren am nächsten Tag wieder mit der Fähre zurück, kommen dann am Sonntag irgendwann in Aveiro an. Und ich sollte mit Antonio um 10.50Uhr in den Flieger nach Porto.
Aber der Chef wäre ja nicht der Chef. Er ließ sich wie immer bis zur allerletzten Minute Zeit

und kam erst gegen 9.00Uhr in die Lobby. "Ich geh kurz was essen, bin gleich wieder da"... jaa jaaa
Er bezahlte schließlich noch seine Rechnung und endlich irgendwann zwischen halb zehn und zehn Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen.
Wir waren natürlich die letzten Passagiere beim einchecken. Dann noch ein kurzer Abschied von meinen "kleinen Brüdern", wie ich Luis und Ricardo I inzwischen nannte und es ging rein in den Flieger.
Erst als der abgehoben hatte, zogen die 9 Wochen nochmal im Schnelldurchlauf vor meine Augen... die ersten Tage mit Streß wg meinem Meßplatz, die "Organisation" Antonios, mein erstes "Apartement", die ersten Stationen, bei denen ich mit dabei war, die neuen Kollegen der anderen beteiligten Firma, die Ausflüge an meinen freien Tagen, der Umzug ins Hotel nach Aveiro, mein Geburtstag, die lustigen Geschichtchen, die so um uns passierten, das Spanien-Projekt, Madeira... usw.
!!! ES WAREN DIE BISHER SCHÖNSTEN 9 AUFEINANDERFOLGENDEN ARBEITS-WOCHEN MEINES LEBENS !!!
So schnell sind also 63 Tage vergangen und nun sollte ich in zwei Tagen wieder zurück nach Bayern.
Aber erstmal ging es im
Mietwagen von Porto zurück nach Aveiro. Antonio hat mir angeboten, den Wagen gleich bis Sonntag zu behalten. Ich musste nur noch zur Autovermietung Salitur in Aveiro, meinen Führerschein herzeigen, mich quasi anmelden, bezahlen und einen Treffpunkt zur Übergabe am Flughafen (an der BP-Tankstelle) ausmachen. Dafür habe ich den Wagen (fast) zu Antonios Konditionen bekommen; auf jeden Fall war es billiger als normal.
Am Freitag abend war ich mit Antonio und seiner Familie noch beim Abschieds-Abendessen.
Ursprünglich sollte ich ja bereits am Samstag zurückfliegen. Aber ich konnte noch einen Tag verlängern, mit der Begründung, daß ich 1.) nicht weiß, wann wir aus Madeira zurückkommen und 2.) in aller Ruhe meinen Werkzeugkoffer + Meßgerät einpacken will. Und das geht nicht schnell zwischen Tür und Angel. Da wußte ich ja noch nicht, daß Luis und Ricardo I erst am Sonntag abend in Aveiro ankommen würden, wenn ich schon in München gelandet sein werde.
So hatte ich am Samstag genügend Zeit, den Werkzeugkoffer so herzurichten, daß "meus pequenos irmãos" nur noch mein Meßgerät mit dazupacken mussten. Außerdem hab ich mich dann noch von paar Leuten verabschiedet und bin anschließend stundenlang meine Lieblingsplätze in Aveiro abgelaufen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Mir fiel gerade noch ein, daß man ja bei der Lufthansa 24Std vorm Flug seinen Sitzplatz reservieren kann. Das hab ich dann auch noch schnell gemacht und mir einen Fensterplatz mit viel Beinfreiheit am Notausstieg gesichert

Am späten Nachmittag kam noch mal eine SMS vom Antonio, er bräuchte nochmal ein paar Dokumente von einzelnen Filtern. Der Ordner, den ich auf seinen USB-Stick kopiert habe, wäre leer. Er würde um 21.30 zum Hotel kommen. Ob mir die späte Uhrzeit was ausmachen würde?
Meine Antwort war nur: "Machen wir es so: wenn du dein Haus verläßt, dann schick mir eine SMS. So weiß ich, daß du in drei Minuten da bist

"
Das waren dann die letzten Minuten, die ich mit dem Professor verbracht hab. Ich hab mir seinen Foto-Ordner gespeichert, mit den Fotos von Lousa. Und wir haben ausgemacht, wenn sein Sohn zur Welt kommt, dann komm ich vielleicht nach Portugal.(was jetzt auch passiert: sein Sohn kam am 17.09. und ich fliege nächste Woche

)
Am Sonntag früh, so gegen 8.00Uhr machte ich mich auf nach Lissabon, wo ich dann etwas zu früh schon an der BP-Tankstelle war. Ich rief aber trotzdem den Salitur-Mitarbeiter an, der auch gleich kam, um das Auto entgegenzunehmen und mich drüben am Terminal abzusetzen.
Da mein Flug erst um 14.15Uhr startete, hatte ich natürlich Zeit, bißl im Flugghafen rumzulaufen.
Meine Koffer habe ich gleich aufgegeben, um sie nicht unnötig mit rumzuschleppen. Auf dem Ticket stand "Gate 14", also ging ich erstmal da hin, stöpselte meinen kleinen Radio an und hörte mit Kopfhörer RADIO M-OITENTE. Nach etwa 15 Minuten machten sich alle Leute, die dort warteten auf und gingen irgendwo anders hin. Hab mir erst nichts dabei gedacht, bis mich dann der neben mir sitzende junge Mann fragte, ob ich gesehen hab, wo die hingegangen sind. "Nein, hab ich nicht. Ich hör gerade Radio, hab leider nichts mitbekommen." Naja, der hat auch nix gemerkt, weil der... auch Radio gehört hat
Also stand ich mal auf, es war ja erst nach 13.00Uhr. Auf der nächsten Anzeigetafel war zu lesen, daß der Flug nach München auf "Gate 17" verschoben wurde. Wenn der junge Mann nicht gewesen wär, würd ich heute noch dort sitzen

Ich ging also dorthin, hörte weiter Musik und beobachtete die Leute, die vorbeiliefen. War wieder mal interessant.
Aber nur solange, bis die bei mir sitzenden Menschen wieder zu wandern anfingen...
Diesmal wurde auf "Gate 25" verschoben, also ganz am anderen Ende des Flughafens. Macht nix, Bewegung tut gut, muß ja dann 3 Stunden im Sitzen aushalten.
Am "Gate 25" waren auch schon die gleichen Leute wie vorhin, also wollen die auch alle nach Bayern. Ich hab mich aber nicht weiter drum gekümmert, denn der Schalter zur Abfertigung macht eh erst um 13.45Uhr auf.
Ein paar der Fluggäste wollten unbedingt als erster drankommen und sprangen hektisch auf, als sich eine Mitarbeiterin der Lufthansa hinter dem Schalter postierte. Leider musste sie den ungeduldig Wartenden mitteilen, daß sie noch min. 5 Minuten warten mussten, weil die Maschine noch nicht fertig zum Einsteigen sei. Die an vorderste Stelle stehende Dame zog mit einer Schnute ab, als hätte man ihr gesagt, sie dürfe erst als letzte einsteigen
Die nächsten zwei hatten die Ansage der LH-Mitarbeiterin nicht verstanden; das waren Engländer.
Und die vierte drehte sich dann doch wieder weg und setzte sich hin. Keine 10 sekunden später wurde der Schalter dann doch geöffnet und naja, ich stand halt dann als erste da
Vor mir durfte aber eine Frau mit Kleinkind einsteigen. Ich lief ihr also hinterher, wurde nett begrüßt und suchte meinen Sitzplatz A in der Reihe 11.
Nachdem mein Handgepäck in der Ablage verstaut war, machte ich es mir gemütlich, packte mein Laptop in das Netz vor mir und streckte erstmal die Beine ausgiebig aus. Kurz drauf stand ein Mann an der Ablage bei meiner Sitzreihe, murmelte irgendwas vor sich in und setzte sich auf Platz 11C. Hat sich fast so angehört, als wollte er gerne am Fenster sitzen

Jamei, Pech ghabt.
Trotzdem sprach er mich auf portugiesisch an, worauf ich wieder mal nur meinen Standardspruch runterleiern konnte:"Eu nao falo portugues, sorry". Worauf er grinste und irgendwas sagte, was wohl soviel hieß wie: "Nein, sie sprechen ja gut portugiesisch". (?)

Naja, so kamen wir ins Gespräch. Er dachte nämlich, ich sei Portugiesin.
-"Nein, ich komm aus Bayern."
-"Ahso, Urlaub?"
-"Ne, ich war arbeiten."
-"Hier in Portugal? Aha" usw usw
Er stellte sich mit Namen vor und hat erzählt, er macht irgendwas mit Fußball, sei Portugiese aus der Nähe von Lissabon, wohne aber seit Jahren der Lübecker Gegend. Naja, ich kann nicht behaupten, daß mich das vom Hocker riss...

a Nordlicht, des aa no ...
Weiter sind wir eigentlich nicht gekommen, weil dann eine Blondine daherkam, die sich genau auf Platz 11B fallen ließ.
Als sie mitbekam, daß wir uns unterhalten haben, fragte sie doch tatsächlich, ob sie Platz tauschen soll. Und man glaubt es kaum, wir haben tatsächlich
BEIDE NEIN gesagt

(!!)
Nachdem der Flieger endlich gestartet ist und die Anschnallzeichen ausgeschaltet waren, hab ich mein Laptop genommen, die Ohrhörer eingesteckt und mir erstmal eine Überdosis Pedro Abrunhosa gegeben. Nebenbei hab ich noch paar Dokumente überarbeitet und meine Dienstzeitentabelle fertiggestellt.
Ich hab immer wieder im Augenwinkel gesehen, daß der Typ mir zuschaut, was ich am Laptop mach, deswegen hab ich das Ding dann irgendwann fast geschlossen, sodaß ich nur noch Musik gehört hab.
Nach etwa 2 Stunden verschwand die Blondine mal für kleine Mädchen, und der Typ, er heißt Carlos, quatscht mich wieder an. Was ich denn in seiner Heimat gearbeitet hab, wo und wie usw.
Da die Blondine immer noch nicht zurückkam, setzte er sich einfach auf ihren Platz in der Mitte.

Naja, und so kam es, daß wir vor lauter Ratschen absolut nicht mitbekommen haben, daß sie sich stillschweigend auf seinen Platz gesetzt hat

(DANKE unbekannterweise)
Kurz vor der Landung in München fragte er mich, ob wir noch zusammen einen Kaffee trinken. Er hätte eine knappe Stunde Wartezeit auf seinen Weiterflug nach Hamburg.
Aber ich hab abgelehnt, weil mich meine Tochter abholen kommt. Und die ist mir dann doch wichtiger, weil ich sie ja zwei Monate nicht gesehen hab.
Trotzdem gab er nicht auf und fragte mich, ob ich ihm wenigstens meine Handynummer geben könnte.

Naja, warum eigentlich nicht? dachte ich bei mir. Wenn sich herausstellt, daß er mich nervt, kann ich seine Nummer immer noch in die Blacklist eintragen.
Aber, er nervte mich in keinster Weise, im Gegenteil. Er stellte sich als angenehmer Gesprächspartner heraus, schrieb lauter nette Guten-Morgen/Gute-Nacht-SMS, rief immer pünktlich zur ausgemachten Uhrzeit an und wußte sich auch am Telefon zu benehmen.
Mitte August kam er zum ersten Mal über das lange Wochenende zu Besuch zu mir. Also live war er mir noch viel angenehmer

Nun ja, in der ersten Septemberwoche blieb er schon ein paar Tage länger.
Als ich ihm davon erzählte, daß ich nächste Woche nach Portugal fliege, war er schon bißl eingeschnappt, weil er erst meinte, ich würde nur nach Aveiro zu meinen Kollegen fahren. (Ele é um pouco ciumenta?

) Wie er aber dann an der Hotelbuchung gesehen hat, daß ich "nur" in Leiria bin, bedauerte er schon, daß er nicht frei bekommen hat. Dann würde er mitkommen.
Dafür konnte er aber die erste Oktoberwoche freinehmen und will mal wieder nach Bayern.
Na dann
SCHAUMAMOI, was da noch alles kommt...
*~*~* Este é o fim... *~*~*
Continuação é apenas privadamente, espero a vossa compreensão
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