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meine ersten Erfahrungen

Dankeschön, dass du so aufmerksam den thread verfolgst. Ich habe mich auf meine Arbeit bezogen. Mein vorletzter Beitrag bezog sich auf die Vorbereitunge für meine Arbeit. Daraufhin
Das klingt wirklich nach einem großen Abenteuer,
irgendwie vergleichbar mit den Expeditionen in "grauer Vorzeit", die man aus Romanen und Filmen kennt!

Und darauf bezog sich mein letztes Posting.
Dass ich außerhalb meiner Arbeit Spaß, Freiheit, gutes Essen... gerne annehme steht außer Frage. Wenn ich aber in Guinea-Bissau arbeite, fühle ich mich nicht als Entdecker von unbekannten Ländern, für mich ist das auch keine Expedition, sondern letztendlich Arbeit und Dienst am Menschen.
Und letztendlich unterscheide ich mich doch auch nicht von anderen Menschen, wer möchte sich nicht mit Freunden treffen, Ruhe und Stille genießen... bin auch schon lange nicht mehr gesegelt... und meinen Freund kenne ich seit Kindertagen, den ich auch mal ein, zwei Jahre nicht sehen kann, mit dem ich aber direkt wieder vertraut bin, eine Verbindung, die keine ständige Pflege braucht, weil das Fundament unerschütterlich ist,

Zwischen uns existiert keine Zeit. Die Monate der Abwesenheit verdampfen in der Sekunde unserer Begrüßung wie Wassertropfen auf einem heißen Stein. Wir betreten einen Raum, der konserviert wurde, in dem wir immer noch zwölf Jahre alt sind, unbesiegbar und voller gemeinsamer Geheimnisse. Die Stille zwischen uns ist nicht leer, sondern gefüllt mit blindem Verstehen.

So würde ich das beschreiben.

Ich kann aber auch nachvollziehen, dass mein Leben als Abenteuerhaft bei euch wahrgenommen wird.

Ich hoffe, du verstehst mich jetzt etwas besser.


Nachtrag: mir ist gerade noch ein besseres Bild bezüglich des Verhältnisses zu meinem Freund eingefallen.

Es gibt Menschen, die sind Gezeiten, sie kommen und gehen. Aber er ist das Ufer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach Jahrzehnten in Ostafrika verbringe ich bekannterweise mit dem Team die Tage in der Nähe von Coimbra. Während unserer Gruppenaktivität fiel mir schnell auf, daß das hiesige pequeno almoço, dass wir in verschiedenen Unterkünften serviert bekamen, deutlich schlichter ausfällt als das, was ich aus Ostafrika gewohnt bin. Brot, Croissants, pateis de nata, etwas frutas, Marmelade und Kaffee, durchaus nett, aber weit entfernt von den herzhaften, üppigen Frühstücken, die z.B. in Uganda oder Tansania den Tag einläuten.

In Ostafrika ist das Frühstück eine sehr wichtige Angelegenheit. Dort beginnt man den Tag typischerweise mit einer Kombination aus Chapati (einem butterweichen Fladenbrot), Mandazi (fritierten Teigbällchen), herzhaften Bohnengerichten, würzigen Gemüsecurrys oder dem berühmten "Rolex", einem Omelett mit Zwiebeln, Tomaten und Kohl, eingerollt in frisches Chapati. Die Vielfalt an frischem, lokal angebautem Gemüse und Hülsenfrüchten macht diese Mahlzeiten nicht nur sättigend, sondern auch erstaunlich vielfältig.

Ich beschloß meinem Team ein authentisches ostafrikanisches vegetarisches Frühstück zu servieren. Ich bereitete mit Hilfe zweier eingeweihter Mitarbeiter ein üppiges Frühstück zu, frisch zubereitete Chapatis, ein würziges Linsencurry mit Kokosmilch, gebratene Kochbananen (ähnlich dem ugandischen Matoke), die erstaunlich einfach hier zu bekommen waren, gedünstetes Gemüse und eine Variante des Rolex mit viel Gemüse, Zwiebeln und Tomaten.

Die anfängliche Reaktion meines Teams war... zurückhaltend. Manche schauten skeptisch auf die ungewohnten Gerichte. "Dotor, pa matan, bu ka ta achá ki asim tantu i pikanti?"(Zum Frühstück? So viel und so würzig?) hörte ich mehrfach. Einige zögerten sichtlich, überhaupt zu probieren. Das war einfach zu weit entfernt vom gewohnten pequeno almoço. Die Ressentiments waren spürbar Warum nicht einfach Brot mit manteiga wie immer? Doch nachdem die ersten mutigen Kollegen gekostet hatten und ihre Begeisterung nicht verbergen konnten, änderte sich die Stimmung schnell. Die Kombination aus den butterweichen, leicht süßlichen Chapatis und dem würzigen Curry, die Textur der gebratenen Kochbananen, plötzlich waren alle am Tisch aktiv dabei. "Das macht richtig satt!", "Die Gewürze sind fantastisch!" und "Warum essen wir nicht öfter so?" waren die häufigsten Kommentare. Am Ende waren alle Schüsseln leer, und mehrere Teammitglieder fragten nach den Rezepten.

Es war ein schönes Beispiel dafür, wie Eßkultur verbinden kann, wenn man offen dafür ist. I vermute, einige meiner Kollegen werden künftig ihr Frühstück etwas anders gestalten.

Frohe Festtage aus der Nähe von Coimbra!
 
Also gegen Rezepte hat ihr auch niemand Einwände.:pssst::liebe:
Ein passender Thread mit aktuell 146 appetitlichen Seiten wäre z.B.
 
Das Leben lässt sich nicht vorberechnen. Aufgrund der aktuellen politischen Lage In Guinea-Bissau werden wir im Laufe des Januars schon mit Teilen des Teams dorthin reisen. Jetzt ist viel Arbeit angesagt und ich weiß nicht, wann ich wieder in der Lage bin hier etwas zu posten.

Ein frohes neues Jahr voller Achtsamkeit und Gesundheit. Mögen unsere Wege in Portugal, Deutschland und darüber hinaus stets von gutem Licht und tiefem Mitgefühl begleitet sein.
Desejo a todos um próspero Ano Novo, repleto de saúde e paz. Que os nossos caminhos em Portugal continuem a ser lugares de encontro e de partilha.
Bon anu pa tudu algun! Cu saude, pas cu tcheu alegria na bo coraçon. Que Deus abençoa no kaminhu.
 
Heute Nacht haben meine Mitarbeiter/innen mich mit einer kleinen Grafiknovel überrascht. Hier meine "Ankunft in Guinea-Bissau". Ich fühle mich sehr geehrt und bin sehr gerührt. Einfach tolle Menschen hier.


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Zuletzt bearbeitet:
Wundervoll, wie viel Vertrauen und Respekt das Bild ausdrückt. Es scheint, als wäre das Team in der kurzen Zeit hier doch schon sehr eng zusammengewachsen.
Ich wünsche euch, dass die bereits geknüpften Bande halten und nur noch stärker werden in der sicher schwierigen Zeit die kommt.
 
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