• Gäste können im PortugalForum zunächst keine Beiträge verfassen und auch nicht auf Beiträge antworten. Das klappt nur, wenn man registriert ist. Das ist ganz leicht, geht schnell und tut nicht weh: Registrieren. Und dann verschwindet auch dieser Hinweis ...

Frage Auswanderer treffen

BöserGeist

Amigo
Teilnehmer
Hallo ihr Lieben!
Es ist jetzt einige Zeit her, dass ich mich hier im Forum angemeldet habe (zu meinem Hintergrund siehe Vorstellungsbereich).
Nun sind wir bereits zwei Wochen auf São Miguel in einer kleinen Unterkunft in Pedreira und wollen die kommenden zwei Wochen intensiv dazu nutzen uns mit den Gegebenheiten einer potentiellen Auswanderung zu beschäftigen. Daher kam uns die Idee "Warum nicht jemanden treffen, der hier bereits lebt und arbeitet?".
Daher dieser Thread.
Wir sind flexibel, unkompliziert, umgänglich und mobil, und können uns ganz nach einer neuen Bekanntschaft richten!
Lasst von euch hören, wenn ihr Lust darauf habt und uns Illusionen nehmen wollt
Viele Grüße, Johannes und Janine
 

Anhänge

  • IMG_20260724_151506.jpg
    IMG_20260724_151506.jpg
    1,5 MB · Aufrufe: 484
Na ein paar Illusionen würde ich euch schon nehmen, aber ihr habt Glück, wir sind grad nicht auf São Miguel ;).
Mit Pedreira habt ihr euch eine schöne Ecke ausgesucht, aber der Osten der Insel ist halt relativ weit weg vom Tourismus - wenn man es mag, superschön, wenn man Geld verdienen muss, vielleicht nicht die die perfekte Gegend (Yogakurse kann ich mir halt bei einer mehr international geprägten Gegend um Ponta Delgada und im Westen der Insel eher vorstellen als im ländlichen Osten, aber den einem oder anderen Auswanderer gibts natürlich auch da). Wie ist denn der Stand bei euch so generell? Jetzt im Sommer ist es ja schön, plant ihr immer noch einen längeren Aufenthalt im Winter? Das würde ich unbedingt machen, bevor ihr eine endgültige Entscheidung trefft. Und überlegt euch, ob ihr auf Dauer mit der hohen Luftfeuchtigkeit klar kommt.
Dann drück ich mal die Daumen, dass ihr auf eure Anfrage Rückmeldungen bekommt. Falls ihr bei Facebook seid, da gibt es eine Azorenauswandererseite, da könnt ihr euer Glück ja vielleicht auch noch probieren.
 
Danke für die ausführliche Antwort, das Daumendrücken und den Tipp mit Facebook! Wir haben uns - denke ich - ganz gut akklimatisiert. Die Luftfeuchtigkeit spielt eigentlich nur bei Wanderungen wie der zum Lagoa do Fogo eine größere Rolle, ansonsten halfen jeden Morgen Sport und anschließende Wechselduschen Jetzt macht es uns eigentlich nix mehr aus.
Die Gegend hier im Nordosten ist sicher nicht die touristische Hochburg, aber schien uns geeignet, um bei diesem Aufenthalt Land und Leute etwas besser kennenzulernen. Was das Arbeiten angeht, hast du Recht, Yogakurse werden im Westen und Südwesten bestimmt besser angenommen werden. Da sind wir aber erstmal gar nicht so festgelegt und schauen, wo und wie sich das am besten umsetzen ließe, was dann logischerweise auch eine mögliche Heimatwahl beeinflusst.
Geplant ist auf jeden Fall mindestens ein Winteraufenthalt - vielleicht zwei Wochen um einen Jahreswechsel herum? Je schlechter das Wetter, desto besser, denn bisher haben wir immer Glück gehabt. Was meint ihr?
 
Die Luftfeuchtigkeit spielt eigentlich nur bei Wanderungen wie der zum Lagoa do Fogo eine größere Rolle, ansonsten halfen jeden Morgen Sport und anschließende Wechselduschen Jetzt macht es uns eigentlich nix mehr aus.
Es ging weniger um Euch als um die Wohnsituation. Das kann schon problematisch sein, zB. Schimmelgefahr, Raumfeuchte,
"fließend Wasser" innen an den Scheiben...auch die Nebelgrenze berücksichtigen. Kann etwas bedrückend sein, immer nur ins weiße Nichts zu gucken...
Eine Heizung ist eigentlich auch zwingend. Sowas merkt man aber nicht wirklich in 14 Tagen. Wahrscheinlich auch nicht im Hotel.
Eher 4-6 Wochen in einer entsprechend "realistischen" Unterkunft.
vielleicht zwei Wochen um einen Jahreswechsel herum? Je schlechter das Wetter, desto besser, denn bisher haben wir immer Glück gehabt. Was meint ihr?
"Empfehlen" würde ich dann vielleicht Februar/Anfang März.
 
Alles klar. Dann beschreibe ich mal unsere Unterkunft, in der wir gerade für insgesamt vier Wochen sind. Das gibt ein klareres Bild, wie wir zur Zeit leben:

Wir sind in einem kleinen Häuschen der Eltern unserer Vermieterin. Die haben dort wohl bis zu ihrem Tod gelebt und das Haus ist nicht(!) saniert worden.
Die Aufputzelektrik ist auf einem Level, dass ich noch aus DDR-Zeiten kenne, das Fenster im Bad ist etwas verzogen und müsste dringend mal gerichtet werden, die Türen sind nicht die dichtesten, was sich im Besuch des ein oder anderen Insekts bemerkbar macht. Im hinteren Teil des Häuschens befindet sich, hinter einer Art alter Schranktür, eine alte Kochstelle. Diese wurde zwar mit einer zweiflammigen Induktionsherdplatte und einer günstigen Spüle "modernisiert". Befindet man sich dort drin, steht man trotzdem eigentlich in einem uralten rußschwarzen Kamin. Wir haben zwei "Waschmaschinen" - eine moderne und eine Art gemauerten Trog mit eingearbeitetem Waschbrett
Die Möbel sind noch von den Eltern und demzufolge in die Jahre gekommen, entsprechen aber dem was man auf dem Land erwarten kann. Einfach aber funktional.
Insgesamt ist die Unterkunft sehr, sehr einfach und erfüllt definitiv nicht die Ansprüche deutscher Durchschnittsurlauber an Komfort und so.
Mit Luftfeuchtigkeit im Haus haben wir auch zu tun. Das ist jetzt im Sommer einfach zu managen: Fenster auf, Tür auf und Durchzug. (Hat auch den Vorteil, dass man dadurch alle Nachbarn nach und nach kennen lernt. Wir grüßen immer nett auf portugiesisch, was offenbar nicht Usus zu sein scheint - zumindest wirken einige freudig überrascht). Im Winter bräuchte es dann aber dringend andere Optionen (Luftentfeuchter, Heizung).

Im Augenblick reicht uns das. Würde ich hier dauerhaft wohnen, oder waren wir im Winter hier wären aber ein paar Sanierungen angesagt, um den Wohnkomfort zu steigern. Abgesehen von Heizungs-, Klempner- und Elektrikarbeiten - scheue ich mich aber nicht vor so etwas, und bringe zumindest Erfahrung aus Nebenjobs im Trockenbau mit - so man damit hier etwas anfangen kann.

Vor drei Jahren waren wir Anfang April hier. Das war schon merklich rauer, grauer und windiger als jetzt, aber immer noch kein Wetter, was abschreckend wirken würde. Denn das, was sich mittlerweile Winter in Deutschland nennt, ist nun auch kein Ausbund an Lebensfreude mehr da fehlt definitiv der Schnee. Erschwerend kommen dann noch miese Temperaturen hinzu...
 
Zuletzt bearbeitet:
Na, dann seid Ihr zumindest da ja schon gut vertraut mit den Gegebenheiten. Das ist ein großer Vorteil.
Wir haben auch in dem ein oder anderem authentischen Häuschen auf den Inseln eine Zeit verbracht und wussten, was eventuell auf uns zukommt :-D.
Insgesamt hilft eine realistische Einschätzung ungemein. Und wenn man's trotzdem mag- na, dann los.
 
@BöserGeist: Eure Unterkunft klingt jedenfalls schon mal gut nach Azorenrealität... Im Sommer und bei dem guten Wetter momentan alles kein Problem, im Winter wird das schnell ungemütlich. Testet das gerne mal im Februar aus. Wir waren bisher zwischen Anfang März und Anfang November auf der Insel, das schlimmste Wetter hatten wir dabei im April, es hat 2 Wochen gefühlt nur geregnet und wir haben unser Häuschen erst nach Tagen einigermaßen erträglich warm bekommen. Anfang März hatten wir dagegen sonnige Tage und Regenwetter im Mix, so etwa 50/50. Wir schauen aber auch regelmäßig auf die Webcams und in die WetterApp, da sieht man schon, dass in den letzten Jahren zunehmend im Spätwinter/Frühjahr lange Schlechtwetterperioden häufiger sind, um den Jahreswechsel ist es dagegen wettertechnisch oft gar nicht soo schlecht und das Feuerwerk in Ponta Delgada ist auf jeden Fall auch sehenswert. Ihr könnt euch ja beides gönnen ;). Vor einer Auswanderung sind so viel verschiedene Eindrücke wie nur möglich sicher eine gute Basis.
Und wenn es für euch weiter im Raum steht, fangt an Portugiesisch zu lernen. Für Auswanderer gibt es zwar auch Kurse in Ponta Delgada, aber ohne Landessprache kommt ihr auf der Insel nicht weit - wobei wir mit unserem Festlandportugiesisch unsere Nachbarn auch nur verstehen, wenn sie sich mit uns Mühe geben... ist aber auf jeden Fall eine Basis und kleine Sprachlektionen bekommt man am Gemüsewagen oder am Brötchenauro dann gerne auch gratis ;). Und vielleicht nochwas: der August ist in der Regel der vollste Monat auf den Azoren, fahrt also auch mal bei guten Wetter zu den Hotspots und schaut, ob euch das gefällt oder nervt, viel Idylle gibts da in der Regel nicht mehr, wobei es dieses Jahr im Verhältnis wenig Tourismus gibt (keine Billigflieger mehr und unsere Freunde meinten, kein Vergleich zu den Massen in den letzten Jahren) und schaut euch auch ein paar von den Großbaustellen an, da bekommt ihr vielleicht eine Idee, auf was die Inseln zusteuern... Ich will euch das ganz bestimmt nicht vermiesen, aber wir sehen halt seit 10 Jahren die Veränderungen, und da war wenig zum Guten dabei, lediglich 2020/2021 gabs ein bisschen Entspannung...
Genießt auf jeden Fall noch die Tage und falls es sich mal ergibt, dass wir zur selben Zeit wir ihr auf São Miguel seid, können wir uns gerne auf einen Kaffee oder ein Bierchen zusammensetzen.
 
Danke Dir! Portugiesisch lernen wir gerade. Hatten bereits einen Kurs an der VHS und setzen es mit der Practice Portuguese-App und Duolingo fort (dort leider nur brasilianisches Port. aber okay für Vokabular, grundlegende Grammatik und Syntax).
Die Hotspots sind gar nicht so überlaufen, wie wir zunächst dachten. Das hängt aber sicher von der Perspektive ab und wir kennen es nur so wie jetzt, evtl. etwas ruhiger. Das ist uns aber auch relativ egal, denn wir kommen selbst aus touristischen Gegenden, sind das also aus unserer Heimat gewohnt. Meistens parken wir eh für längere Zeit irgendwo und sind unterwegs - viele Touris scheinen hingegen nur von einer instagram-Gelegenheit zur nächsten zu tingeln, nehmen sich also kaum die Zeit auch mal "einzutauchen, zu genießen und einfach zu sein". An mancher Badegelegenheit waren wir auch allein mit Einheimischen(?) - zumindest Portugiesen.
Die Entwicklung der Insel bemerken und sehen wir ebenso; stellenweise sogar kritisch. Stichwort: Eco-Lodge in Vilha Franca do Campo oder diese potthässlichen Betonbunkersünden überall, die nahezu das ganze Jahr über leer stehen.
Deine Einladung nehmen wir gerne an, so sich ein gemeinsamer Aufenthalt ergibt!
 
Zurück
Oben