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meine ersten Erfahrungen

Crooks

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So, ich habe meine ersten Erfahrungen in Portugal machen dürfen. Meine Organisation hatte mein künftiges Team und mich zu einem ersten kennen lernen nach Portugal eingeladen mit Vollprogramm. Ich bin jetzt freigestellt und werde ab 01.11. wieder in Portugal sein.

Ich "durfte" einen Waldbrand in näheren Anschein nehmen. Uns ist aber dank der kompetenten Bombeiros außer Brandgeruch an der Kleidung nichts passiert. Was mir aufgefallen ist, alle sind sehr bemüht und interessiert an Dich als Fremden. Das hat mich schon sehr an Afrika erinnert, diese vorbehaltlose Neugier, diese Anteilnahme und Interesse. Mit Freude habe ich feststellen dürfen, das mein geliebter Asterix auch in portugiesischer Sprache erscheint. Den neuen Asterixband "Astèrix na Lusitânia" habe ich direkt vorbestellt.

So, das wär es fürs erste.
 
Kann ich in aller Kürze. Mein Arbeitgeber ist die Izumi foundation. Ich soll versuchen vor Ort mit anderen Partnern eine grundlegende Gesundheitsstruktur aufzubauen. Es geht um medizinisches Personal auf einer niedrigen, praktischen Ebene. Es geht um Aufklärung und ressourcenorientierte Stärkung von Gemeinschaften vor Ort. Und wie es aussieht, dürfen wir den Malariaimpfstoff vor Ort an besonders gefährdete Kinder ausgeben. Und natürlich der ganze Rest von A wie Askariden, B wie Bilharziose, ... bis Z wie Zecken.
 
Kann ich in aller Kürze. Mein Arbeitgeber ist die Izumi foundation. Ich soll versuchen vor Ort mit anderen Partnern eine grundlegende Gesundheitsstruktur aufzubauen. Es geht um medizinisches Personal auf einer niedrigen, praktischen Ebene. Es geht um Aufklärung und ressourcenorientierte Stärkung von Gemeinschaften vor Ort. Und wie es aussieht, dürfen wir den Malariaimpfstoff vor Ort an besonders gefährdete Kinder ausgeben. Und natürlich der ganze Rest von A wie Askariden, B wie Bilharziose, ... bis Z wie Zecken.
Meines Wissens hat es in Portugal kein Malaria
 
Da gibt es noch ein paar Beiträge davor;)... Portugal ist nur Zwischenstation
u.a. hier
 
Meines Wissens hat es in Portugal kein Malaria

stimmt

Da gibt es noch ein paar Beiträge davor;)... Portugal ist nur Zwischenstation

Danke für Deine Unterstützung den thread verständlich zu halten

@Crooks Danke, dass du uns über deine Arbeit informiert hast.

Gern geschehen :)


Um von vorn herein alle Unklarheiten zu beseitigen:
Ich bin Mitarbeiter der Izumi foundation. Das ist eine philanthropische Organisation, die sich auf die Verbesserung der Gesundheit und Gesundheitssysteme in ländlichen und unterversorgten Gebieten der Welt konzentriert. Wir fördern Projekte und Partner vor Ort. Hinter der Izumi foundation steht der japanische buddhistische Orden Shinnyo-En. Es handelt sich um einen Laienorden, der sich von Spenden und freiwilligen Beiträgen finanziert.
Ich selber bin Tropenmediziner und Gesundheitsökonom und arbeite schon lange für Izumi. Im nächsten Jahr werden wir in Guiné-Bissau versuchen langsam elementare Gesundheitssysteme aufzubauen. Daher der portugiesische Spracherwerb.
Ich war jetzt in Portugal zum ersten gegenseitigen Kennenlernen mit den künftigen Mitarbeitern. Ich werde ab November in Portugal portugiesisch lernen dürfen, gleichzeitig mit meinem künftigen Team unseren Einsatz vorbereiten. Was ich schon gemerkt habe, Kreol werde ich wohl auch noch lernen müssen.
 
Kurze Zwischenmeldung. Ich werde im Oktober per Zug nach Lissabon und dann weiter nach Coimbra fahren um im November meinen Sprachkurs zu beginnen. Gebucht habe ich mit Pausen in Paris, Barcelona, Madrid, Vigo, Porto und Lissabon. Ich habe Zeit und knapp 50 Stunden ununterbrochen unterwegs sein ist mir zu stressig, wenn ich schon die Wahl habe.
 
Falls du die Zeit findest: Ich würde mich über deinen Bericht sehr freuen.
Noch haben wir es mit dem Zug nicht geschafft...
 
Man @Crooks, das mit dem Segeln iss ja cool. Zwar schon ein bisschen frisch aber berichte unbedingt! Und wenn man da um die Ecke segelt, wird es ja hoffentlich einfacher als Kap Hoorn werden. :) Apropos. Dringende Leseempfehlung, wenn es auf dem Boot etwas langweilig wird. "Untergang der Wager". Wirklich empfehlenswert. Spannend und sehr lehrreich, für alle die glauben, früher war alles besser.
 
OT: @Dom Estêvão: danke für den Lesetipp, ich als alter "Sigismund Rüstig"- Fan (als Kind habe ich es begeistert verschlungen) werde mir das mal suchen.
Vielleicht hat mich das so fürs Inselleben geprägt :-D
 
So, Tag 1... nach einem ausgiebigen Frühstück werde ich heute vom Kölner Hauptbahnhof nach Paris zum Gare Du Nord fahren. Nach gut 3h20 Minuten Fahrt werde ich ankommen und 2 Nächte in Paris verbringen.

Übrigens vielen Dank für die netten Tipps und Ratschläge. Und wegen "bisschen frisch", es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung, sagt man doch im Deutschen...
 
Meine Fahrt nach Paris, subjektiv und mein ureigener Eindruck.


Ich bin am Bahnhof angekommen, dreckig, chaotisch, laut, lärmend und stinkend nach Fäkalien und Erbrochenem. Die Bundespolizei wirkte in dem Trubel hilflos und verloren. Die Anzeigetafel zeigte lauter Verspätungen...nur für den Eurostar nicht. Der Zug kam pünktlich und fuhr pünktlich ab. Ein großer roter Wurm, sehr komfortabel ausgestattet, rote Sitze, jede Menge Stromanschlüsse, ein Bordbistro mit nachhaltiger Kost für jeden Geschmack, sehr nette und zugewandtes Personal. Das Internet im Zug war schnell und völlig problemlos.
Es erwartete mich eine Reise, bei der die Landschaft wie ein Gemälde an mir vorbeigezogen ist, ein Übergang von der rheinischen geordneten Frohnatur zur französischen Eleganz. Der Zug rollte an, ein leiser, stählerner Lindwurm, der mich von den gotischen Türmen des Kölner Doms wegtrug. Das Wetter war bedeckt. Ich sah die rheinische Ebene, eine Weite, in der die deutsche Ordnung in jeder Ackerfurche und jedem korrekt geschnittenen Waldstück sichtbar wurde. Ein vorüber gleitendes dynamisches Bild, flache fruchtbare Ländereien, durchzogen von glänzenden Bahnschienen unter einem grauen Himmel.
Es ging über Aachen durch Belgien. Die Landschaft wurde hügliger, die Bebauung dichter und ländliche, oft verschachtelte Dörfer prägten das Bild. Ich durchquerte die Region um Lüttich, wo die Spuren der Industriegeschichte in das Grün der Natur eingebettet sind. Danach raste der Zug durch die weiten, leicht gewellten Ebenen, die mit einer Mischung von Weideflächen und kleinen Gehöften überzogen sind. Ein ländliches Szenario, die eine Ruhe ausstrahlte. Kleine Wälder huschten vorbei, unterbrochen von den Flecken teilweise abgeernteter Felder. Ein Landstrich, der den Übergang von der klaren deutschen Struktur zu einer entspannteren, fast schon leicht verwilderten Schönheit markierte.
Nachdem wir Brüssel passiert hatten, erreichen wir die Grenze nach Frankreich. Das Landschaftsbild veränderte sich leicht, die weiten Ebenen der Picardie bereiteten sich vor meinem Blick aus, riesige sanft geschwungene Felder, die in Gold und Erdtönen trotz des Wetters leuchteten. Die Landwirtschaft dominierte das Bild und die Dörfer schienen kleiner, grauer und stolzer in der Weite zu stehen. Der Zug wurde schneller und die Bilder verschwammen zu impressionistischen Streifen. Es ist die Heimat der großen französischen Bauernhöfe, die oft von hohen Bäumen geschützt werden. Die Felder wurden größer und die Distanz zwischen den kleinen, steinernen Kirchtürmen wuchs. Eine typisch nordfranzösische Landschaft, eine Mischung aus Melancholie und ungebrochener fruchtbarer Kraft. Die letzten Kilometer waren der Übergang von Land in die Stadt. Die Felder wurden von Vorstadtgebieten abgelöst, die Geschwindigkeit reduzierte sich. Mauern, Gärten, dann Häuser, das Chaos der urbanen Peripherie, der Puls der Großstadt und mit einem letzten Ruck tauchte der Zug in das Gewirr von Paris ein, wo er mich im direkten Herzen der Stadt im Gare Du Nord pünktlich absetzte, einem Sackbahnhof mit endlos langen Bahnsteigen, schönen Gerüchen, hektischer Betriebsamkeit aber auch mediativer Ruhe in der Nähe im KMC Paris, dem buddhistischen Meditationszentrum neben geschäftiger Hektik der Strassen. Ich bin heute vom Rhein an die Seine gefahren, habe 3 Schichten Europas gesehen. Und jetzt wartet in Paris die Stadt der Liebe und die neue Notre Dame.
 
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