Hallo Ozzy,
Wie soll es gehen?
Mittelalter? Pferde?
oder Unbewohnbarkeit der Erde, weil man nicht mit dem Lastenfahrrad fahren will? Sorry, aber beantworte Du mir bitte die Frage, wie denn die übergroße Mehrheit der Menschheit es schafft, ohne Auto zu überleben? Die meisten Menschen haben kein Auto! Wie haben die Menschen das früher geschafft, ohne Auto zu überleben?
Ich hab es in China erlebt, so viele Fahrzeuge gab es nicht in der Stadt, was nutzte es, die Sonne kam nie durch den Smog, den die Fabriken außerhalb der Städte produziert haben.
Tja, siehst Du, noch ein Grund mehr.
Frage an alle, wie soll es REALISTISCH gehen?
Wie soll in Zukunft produziert werden und wie soll man mobil sein?
Man wird deutlich weniger mobil sein müssen, weil sich die Menschheit die Mobilität in keiner Weise leisten kann. Nicht was das CO2 betrifft, nicht was Mikroplastik betrifft, nicht was andere Ressourcen betrifft. Derzeit gibt es 1,2 Milliarden Autos auf der Welt, äußerst extrem ungleich verteilt. Wir sehen jetzt schon die immensen Probleme aus sagen wir 60-70 Jahren wirklicher Massenmotorisierung. Wenn in allen Ländern dieser Welt eine so hohe Autodichte wäre, wie in Europa, wäre der Kollaps morgen da. Wie willst Du denn Menschen erklären, deren Heimat durch den Klimawandel unbewohnbar wird, dass Du weiter ohne Beschränkungen alleine in Deinem Auto fahren willst. Ich verspreche Dir: das geht so oder so schief, es ist nicht zu rechtfertigen.
Und bitte, realistisch bleiben, nicht mit Lastenfahrrädern kommen.
Ich fahre ganz sicher keine 14km zum Supermarkt mit dem Lastenfahrrad.
Frag doch mal ein paar alte Menschen, gerne auch in Portugal, wie die das früher gemacht haben ... Da gab es eben Läden. Man konnte auch in kleineren Orten das wichtigste bekommen. Jetzt machen alle diese Läden dicht, in Deutschland ist das in den 70er Jahren passiert, und plötzlich müssen alle fahren. Was für ein Irrsinn. In einem Dorf bei Hamburg, in dem ich gewohnt habe, gab es in den 60er Jahren dutzende Läden, einen Wochenmarkt, Kneipen - bei 3000 Einwohnern. Heute gibt es dort noch einen Bäcker und einen Penny und einen Friseur und so ... keine Kneipe, keinen Milchladen, keinen Schlachter, keinen Gemüsehöker.
Es wird darauf hinauslaufen, dass Mobilität irgendwie teuer werden muss, weil sonst die verbindlichen Klimaziele unerreichbar sind. Bislang wird Mobilität zum Schleuderpreis verhökert, damit muss Schluss sein. China ist nur so billig, weil in die Produkte und den Transport über die Weltmeere eben keine CO2-Kosten eingepreist sind. Wir werden nach und nach dazu kommen müssen, dass alles unter dem Gesichtspunkt der Klimaneutralität zu betrachten ist. Das Auto als Verkehrsmittel sieht da eben übel aus. Wir brauchen wieder mehr Dezentralität, kürzere Wege, mehr öffentlichen Verkehr, vollere Autos. Man wird viel, viel mehr Wege mit anderen Verkehrsmitteln zurücklegen müssen, vor allem auch mit dem Fahrrad, was längst begonnen hat, weil es nicht anders gehen wird. Wir haben es 20 oder mehr Jahre verschlafen, jetzt wird es wirklich kritisch.
Denn alle Prognosen der Klimaforscher sind bislang eingetreten - mit einer kleinen Einschränkung. Der Klimawandel kommt früher, schneller und damit auch härter als gedacht. Was wir heute nicht sparen, zahlen unsere Kinder in 50 Jahren bitter zehnfach drauf.
Es gibt jetzt überall schon Familien, ich habe gerade vor zwei Wochen eine kennengelern, die versorgen sich auf hohem Niveau weitgehend selber und haben kein Auto. Auch keinen Traktor, Feldbau wird mit Lastenpferden betrieben. Machen die seit 20 Jahren oder so ... geht alles.
Achso, ich vergass zu erwähnen, wofür CO2 so alles im produzierenden Gewerbe gebraucht wird.
Das ist echt was ganz anderes ...
Kai