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Benzinpreise in Portugal

zu adblue:
Aktuell wird wieder weniger AdBlue hergestellt. Grund dafür sind die hohen Erdgaspreise......


fährt jemand mit adblue in P und weiss preis und verfügbarkeit ?

ich denk dran mir einen Bulli zu kaufen....
 
Die Finanzminister von Portugal, Italien, Spanien und Österreich sowie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) fordern von der EU die Einführung einer Übergewinnsteuer. Die EU-Kommission lehnt das bislang ab.
hi,
zunaechst (m)eine eingangsfrage zum thema: weiss jemand, wofuer diese uebergewinnsteuern in den gen laendern eingesetzt werden sollen? gibt es z.b. zur 'dekarbonisierung' bereits detaillierte verlautbarungen, plaene?

der deutsche staat (beim portugiesischen ist es aehnlich) kassiert beim tanken ueber drei verschiedene steuerkanaele, die sich teilweise sogar gegenseitig besteuern (steuer-auf-steuer-effekt), mann soll es kaum glauben.

energiesteuer
CO₂-abgabe
mehrwertsteuer

Besonders lukrativ für die Bundeskasse ist die Berechnung der Mehrwertsteuer: Die 19 % fallen nicht nur auf das eigentliche Produkt (den Rohölpreis und die Marge der Tankstellenkonzerne) an. Die Mehrwertsteuer wird auch auf die Energiesteuer und die CO₂-Abgabe aufgeschlagen. Der Bürger zahlt somit an der Tankstelle eine Steuer auf bereits erhobene Steuern.

Der Staat verdient an jedem verkauften Liter Kraftstoff massiv mit: Bei einem durchschnittlichen Preis an der Zapfsäule von ca. 1,89 € für Benzin (Super E10) fliessen im Sommer 2026 rund 94 Cent direkt an den Staat. Das entspricht einem Steueranteil von rund 50 bis 54 Prozent.

[ ... ]

Bei Diesel ist der Anteil aufgrund eines historisch niedrigeren Energiesteuersatzes etwas geringer: Hier liegt der Staatsanteil je nach aktuellem Preis bei rund 43 bis 47 Prozent (ca. 82 bis 87 Cent pro Liter)

achja, zusaetzlich fliesst pro liter noch ein bruchteil eines cents als gesetzliche abgabe an den erdoelbevorratungsverband, kurz EBV; sparen und besteuern waehrend hier wie da (D/P) die minderverdiener, obdachlosen, migranten und rentner in den muellcontainern nach essbarem und plastikflaschen wuehlen- go figure.

meine 2 cents zum thema
greez
henry
 
zunaechst (m)eine eingangsfrage zum thema: weiss jemand, wofuer diese uebergewinnsteuern in den gen laendern eingesetzt werden sollen? gibt es z.b. zur 'dekarbonisierung' bereits detaillierte verlautbarungen, plaene?

der deutsche staat (beim portugiesischen ist es aehnlich) kassiert beim tanken ueber drei verschiedene steuerkanaele, die sich teilweise sogar gegenseitig besteuern (steuer-auf-steuer-effekt), mann soll es kaum glauben.
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Zum ersten Absatz - Pläne schmieden mit Geld, das man noch nicht hat und wahrscheinlich auch nicht bekommt, führt nur zu übergroßen Enttäuschungen und die machen schlechte Stimmung. Deshalb sollte man zunächst mal abwarten, ob es zu Steuereinnahmen kommt und wenn man die dann hat, kann man sich etwas Schönes leisten. OK, das klingt jetzt seriöser als die meisten Regierungen sind aber trotzdem ist Geld verplanen, das man nicht hat, nicht gerade sinnvoll.

Zum zweiten Absatz - das ist in der Tat etwas, das man kaum glauben und über das man sich aufregen kann und das auch nach meinem Verständnis so nicht in Ordnung ist.
Es hat aber auch außerdem rein gar nichts mit der Besteuerung von Unternehmensgewinnen zu tun.

Der öffentlichen Hand im steuerlichen Sinne ist überhaupt nichts daran gelegen, Kraftstoffpreise zu senken, das ist auch nicht ihre Aufgabe.
Sie verdient gut mit den hohen Preisen. Sie möchte aber auch an den Unternehmensgewinnen verdienen. Das ist nach meiner Auffassung keine schlechte Idee.
Am Ende der Steuererklärung steht sowieso wieder eine rote Zahl und es gibt Steuern zurück, dafür sorgen die hochbezahlten Konzernberater schon.
 
hi,
alles soweit oke was du schreibst, allerdings begehst du hier einen klassischen (denk)fehler

Am Ende der Steuererklärung steht sowieso wieder eine rote Zahl und es gibt Steuern zurück, dafür sorgen die hochbezahlten Konzernberater schon.

hochbezahlte konzernberater und steueroptimierer sorgen zwar dafuer, dass konzerne ihre gewinne durch legale schlupfloecher (z.b. lizenzgebuehren ins ausland verschieben) kleinrechnen, um weniger steuern zu zahlen. aber, ein konzern bekommt vom staat kein geld geschenkt (keine 'rote zahl mit rueckerstattung'), wenn er milliarden verdient hat. wenn ein konzern wie shell oder BP in deutschland gewinne macht, zahlt er darauf steuern. er kann steuern durch verlustvortraege aus vorjahren druecken, aber erfolgreiche oelkonzerne schreiben in deutschland unterm strich keine steuerlichen 'verluste', die zu einer netto-auszahlung aus der staatskasse an den konzern fuehren wuerden. dein post beschreibt den staatlichen mitnahmeeffekt bei den spritpreisen voellig korrekt. die abschliessende vermutung/behauptung, dass grosskonzerne am ende durch beratertricks sogar noch geld vom finanzamt zurueckbekommen, ist jedoch nicht richtig. sie zahlen weniger, als sie sollten– aber sie bleiben netto-steuerzahler.

fuer die taschenrechner unter den lesern im folgenden noch kurz eine uebersicht der 'reingewinne der konzerne'; damit laesst sich m.e. auch nachweisen/unterstreichen, dass der staat an erster stelle steht, wenn es darum geht den buerger durch steuersenkungen (an der zapfsaeule) rasch zu entlasten.

Wie viel reiner Gewinn bleibt am Ende für die Konzerne übrig? Nach Abzug aller internen Kosten für Transport, Betrieb, Steuern auf den Unternehmensgewinn und Pachten bleibt den Ölkonzernen als Netto-Reingewinn typischerweise eine Spanne von circa 2 bis 5 Cent pro Liter übrig. Das klingt im ersten Moment nach wenig, summiert sich durch die schiere Masse jedoch gigantisch. Da in Deutschland pro Tag über 100 Millionen Liter Kraftstoff getankt werden, generiert ein Netto-Gewinn von wenigen Cent pro Liter für die grossen Raffinerie- und Öl-Oligopole tägliche Millionengewinne. In Krisenzeiten (wie bei geopolitischen Spannungen) bricht die Marge der Konzerne nicht ein, sondern wächst durch die volatilen Märkte meist sprunghaft an.

jetzt fahren wir an die costa, aber voher muss ich noch tanken d.h. voller tank = €180
plus €7 fuer zweimal pistazieneis ;)

bom fim de semana
greezz
henry
 
... ein konzern bekommt vom staat kein geld geschenkt (keine 'rote zahl mit rueckerstattung') ...

Ich hatte keinen (Denk)fehler, ich habe mich nur sehr unklar ausgedrückt, dafür entschuldige ich mich.
Natürlich gibt es kein Geld geschenkt, zumindest nicht bei der Steuer. An anderen Stellen natürlich schon.
Rückerstattungen von Vorauszahlungen gibt es aber und zwar nachdem die mehrfach erwähnten Berater durch alle Schlupflöcher gekrochen sind und aus der schwarzen Zahl für die Stakeholder eine rote (oder eine sehr viel kleinere schwarze) geworden ist.
 
Wirtschaft ist kompliziert, viel zu kompliziert für uns. Wirtschaft ist wie Wetter, ein nicht deterministischer Regelkreis. Kurzfristig funktionieren die Modelle ganz gut. Langfristig (nach heutigem Stand der Wissenschaft sogar nie) kann man Eingriffe in den Wirtschaftskreislauf jedoch nicht vorhersehen. Also weder die schlauen Volkswirte, Zentralbanker oder Wirtschaftsminister noch wir. Das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Wirtschaft ist wie das Wetter ein chaotisches System. Viele werden von dem berühmten Schmetterlingseffekt gehört haben.

Ökonomen steuern daher auf Sicht. Sie verändern einen oder wenige Parameter um kleine Werte. Beispielsweise Zinsen rauf um 0,25 %. Dann warten Sie ab. Je nachdem was passiert, wird neu entschieden und nachgeschärft. Würden Sie übertriebene Maßnahmen ergreifen oder viele Parameter gleichzeitig verändern, wäre die Gefahr sehr groß, den sich selbst regulierenden Regelkreis in einen chaotischen Zustand (oder zumindest in eine chaotische Phase) zu bringen. Würde unsere Zentralbank die Zinsen schlagartig um 5 % oder 10 % erhöhen, dann bräche bei uns mit großer Wahrscheinlichkeit die Wirtschaft zusammen. Ob und wie weit die Selbstregulierung (Selbstheilung) solche plötzlichen Änderungen verkraftet, kann man nicht prognostizieren.

Leider berücksichtigt unsere Regierung diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht genügend. Der Flügelschlag des Schmetterlings im Amazonas, der (ein bekanntes Prinzip der mathematischen Chaostheorie) über Raum und Zeit extreme Effekte erzeugen kann (Hurrikane in den USA), entspricht in der ökonomischen Theorie einem kleinteiligen Detailparameter. Greift man politisch kleinteilig ein, bspw. mit Subventionen, können die Auswirkungen weit über das hinausreichen, was man erreichen wollte.

Wer das intuitiv nur schwer nachvollziehen kann, der kann ja mal nachdenken, was die Ausgabe von knapp 2 Milliarden € für den Tankrabatt angesichts des Iran-Kriegs alles nach sich ziehen kann. Das Geld ist jetzt weg. Man könnte damit andere Dinge nicht tun, die vielleicht wichtiger gewesen wären. Auch zeitlich trifft es nicht nur uns heute für ein paar Wochen, sondern auch zukünftige Generationen. Hätte man die 2 Milliarden in die Sanierung von Schulgebäuden gesteckt oder meinetwegen Brücken oder Schienen saniert, dann wäre das Geld zwar auch weg, aber unsere Kinder könnten besser unterrichtet werden und später zügig über eine stabile Brücke fahren oder mit der Bahn pünktlich am Zielort ankommen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland wäre ein wenig attraktiver, was vielleicht die eine oder andere Standort-Entscheidung zugunsten von Deutschland kippen würde.

Das ist alles Spekulation. Es zeigt aber, dass kleinteiliges Steuern unserer Wirtschaft nicht die Lösung sein kann. Sie mag kurzfristigen Interessen dienen. Sicher freut sich jeder, wenn er 10 € beim Tanken spart, aber wüsste er, was man mit diesen zehn Euro hochgerechnet auf unsere Bevölkerung hätte machen können, dann wäre bei den meisten die Freude eher relativ.

Ein (nicht kleinteiliges, makroökonomisches) Ziel muss sein, die Kaufkraft der gesamten Bevölkerung zu steigern. Den Wohlstand des gesamten Landes. Das gilt nun auch für Portugal. Gibt man heute zehn Euro und nimmt sie einem später über höhere Steuern wieder weg, dann war es lediglich eine fast immer ungerechte Umverteilung. Der Autofahrer wird belohnt, der Busfahrer zahlt die Zeche. Das kann niemals eine sinnvolle Maßnahme sein. 2 Milliarden Steuerentlastung für alle würde zumindest den Busfahrer nicht schlechter stellen.

Manchmal muss die Politik jedoch kleinteilig eingreifen, um kurzfristige Verwerfungen auszugleichen. Wenn nun viele Pendler plötzlich in die Armut rutschen, weil der Benzinpreis zu teuer ist, dann könnte man diese gezielt unterstützen. Das sehe ich bei uns aber nicht. In Portugal kann ich das nicht beurteilen, habe aber von solchen Grenzfällen nichts mitbekommen.

Im Übrigen gibt es für die CO2-Steuerung ebenfalls ein effizientes und funktionierendes System: CO2-Zertifikate und den Zertifikatehandel. Das ist eine makroökonomische Größenordnung, die bei der Steuerung unseres CO2-Ausstoßes hervorragende Arbeit leistet. Wie, wo, wer, was, wann an CO2 spart, ist jedem selbst überlassen. Das Kleinteilige können Regionen, Unternehmen und Haushalte selbst regeln. Sie haben die besten Ideen. Ihnen fallen funktionierende Lösungen ein. Das eigentliche Ziel, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, wird erreicht, ohne dass man auch nur eine einzige Klein-Klein-Vorschrift erlassen muss.
 
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