Und dann ist es soweit...September 2024.
Wieder mit pickepacke vollen Koffern kommen wir an. Erstmal einkaufen, wir decken uns mit Lebensmitteln ein
und diesmal müssen es auch so ganz banale Sachen wie Tassen, Gläser und Teller sein. Vorbei mit dem Luxus des Ferienhauses.
Schranktür auf und einfach rausnehmen is nich mehr...
Besteck hab ich aus Deutschland mitgebracht, für irgendwas müssen ja die ganzen Erbstücke aus den Familienhaushaltsauflösungen gut gewesen sein.
Da steht es, UNSER neues Zweit-Zuhause.
Und, wie ja schon gestern Abend in der mail, die mich im Hotel in Lissabon erreichte, angekündigt:
Mein Paket wurde ausgeliefert, sprich, es steht unten vor der Treppe, umrankt von Unkraut

.
Das war der erste Versuch, etwas zu schicken. Meine Granitverbundspüle ist da! Ich hatte auf der Insel vergeblich versucht, so etwas zu bekommen,
auch Bestellen war nicht vorgesehen. Die Leute hier würden ihr einen Vogel zeigen, sagt die Baumarktverkäuferin. 200 Euro und mehr für eine Spüle...
Im Woodlar habe ich es gar nicht erst wieder probiert, das ginge sicher nur mit Komplettküche.
Da auch unser Platz in der Arbeitsfläche sehr begrenzt ist, habe ich lange gesucht und ein passendes Exemplar ausgesucht.
Ich bin sehr froh, dass alles heil und zeitgenau eingetroffen ist!
Das kleine Barschränkchen wird zum Küchenregal. Auf die Matratze wandern Kissen und Bettdecke, auch importiert.
Bei vielen Dingen weiß ich halt eben (noch) nicht, ob sie hier verfügbar sind und zu welchen Preisen.
Und bei Manchem habe ich doch so meine ganz besonderen Vorstellungen, ist ja schließlich das erste Mal, dass ich ein EIGENES Zuhause einrichten darf.
Auch der Kühlschrank ist wohl bestückt, zumindest mit dem Wichtigsten. Das Wochenende kann kommen.
Die Dusche ist zur Zeit der einzige Ort mit fließendem Wasser, das muss jetzt irgendwie gehen. Duschen, Waschen, Zähne putzen, aber auch Geschirr spülen kann nur hier erfolgen.
Ich werde mir in den nächsten Tagen Gartenschuhe aus Plastik zulegen, um für die Nasszellenaktion richtig ausgerüstet zu sein...
Insgesamt habe wir so ein bisschen ein Déjà-vu...
In den 80ern, während der Ausbildung.
Die ersten eigenen, natürlich noch gemieteten 4 Wände.
Keine richtigen Möbel, aus Sperrmüll und Obstkisten improvisiert.
Nur Internet gab es damals noch keines.
Dafür sorgt heute in modernen Zeiten selbst hier im Chaos ein Zauberkästchen von MEO.
Die nächsten Tage gehen wieder ins Land mit Einkäufen aller Art, in Möbel-und Einrichtungsläden,
manchmal auch mehrmals in 24 Stunden der Baumarktbesuch...es fehlt eben buchstäblich an fast allem.
Material für einen Waschtisch Marke Eigenbau muss zurechtgestutzt werden mit neuerworbenem Werkzeug, diesmal haben wir nur einen "professionellen"
Mietwagen, unser Handwerker hat kürzlich eine Autovermietung gegründet...
Und was zuhause in Deutschland mal schnell aus dem Keller geholt würde, gewählt aus einem reichlichen Fundus, der über Jahre gewachsen ist:
hier muss jede Schraube, jeder Winkel und vor allem Werkzeug erst erworben werden. Manchmal reichen die angebotenen Teile nicht, von der Brauchbarkeit bis hin zur Menge. Und es kommt auch nicht so schnell Nachschub, wenn überhaupt. Großes Talent zum Improvisieren ist gefragt.
Und merke: wenn Du was findest, was passt oder Dir gefällt, nimm es mit. Was weg ist, ist (meist für immer) weg.
So füllt sich dennoch langsam die Bude.
Meine Magnetregale- und Haken (bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen besonders genau begutachtet) erweisen sich als goldrichtig,
sie halten bombenfest am Kühlschrank, die wichtigsten Kochutensilien und Zutaten können dort Platz finden.
Ich bin froh, oft wird über mich, meine Ideen und deren Umsetzung ja der Kopf geschüttelt, aber so Einiges macht eben doch Sinn.