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Massentourismus auf Madeira in der Deutschen Welle TV.

Magrinho

Amigo
Teilnehmer
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Sensationell, dass der Minister, egal wie hoch der Druck ist, immer noch brav dem Präsidenten nachplappert, dass alles unter Kontrolle sei.
 
Ich hatte in den 80ern und 90ern mit Tourismus nach Madeira zu tun. Damals hatte Madeira noch das Image die letzte Station vorm Himmel zu sein. Mir wurde gesagt, dass das Maximum an touristischen Betten 13.000 ist. Jetzt nach 30 nis 40 Jahren hat die Insel 45.000 touristische Betten.
Johan
 
Das Bild vom Video sieht aus wie unser Parkplatz damals vor 16!!! Jahren..."wandern"???....50 Leute vor Dir, 50 Leute hinter Dir...
das kenne ich hier aus der Gegend in Mosel/Saar/Ruwer/Eifel anders.
Keine Menschenseele (oder wirklich mal ganz selten) unterwegs auf den schönsten Wegen.
Diesen Hype konnte ich dann also so gar nicht nachvollziehen auf Madeira. So wunderbar die Landschaft auch sein mag.
Der ein oder andere "Kenner" hat da vielleicht noch Geheimtipps.
Und natürlich bin ich sowas von glücklich, dass wir "unsre" Azoreninsel gefunden haben, wobei sich auch da schon oft an den Lieblingsstellen
zu viel Menschen ansammeln. Aber immer noch kein Vergleich zu diesen andern Zielen..
 
Das Problem der heutigen Zeit. Zu viele Menschen und kaum noch ruhige Orte.
Da muss man halt in die Vor- und Nachsaison ausweichen.
 
Eines der Probleme sind die Influenzer. Die gehen sprichwörtlich über Leichen um an Likes und Impressions zu kommen.

@Farbenzeit die Azoren werden leider das gleiche Schicksal erleben wie Madeira. Nur etwas später. Wenn Madeira durch die geplanten Seilbahnen und Golfplätze, einem im Kopf der Regierung herumschwirrenden neuen Flughafen, eine geplante Tunnelverbindung des Nonnental in den Norden, einen Ausbau des Flughafens und Erweiterung des Golfplatz in Porto Santo den Zenit erreicht hat, werden die TicTocker, Instagrammer und Digital Content Macher, ausweichen. Und wohin? Genau, Azoren und Cabo Verde. Vielleicht erst in 5 Jahren, oder in 10 Jahren aber es wird passieren.

Es ist mehr als traurig aber mit dieser Partei und diesem Präses, ist Madeira hoffnungslos verloren.
Allen einen guten optimistischen Tag.
 
Madeira war schon lange eine Urlaubsinsel, aber das Forcieren durch Ausbau der Straßen und touristischen Infrastrukturen, eigene Werbung und Influencer hat sich vor allem in den letzten Jahren extrem ausgewirkt. Dazu kommt natürlich auch, dass viele sich mittlerweile nicht nur eine Flugreise/ Jahr leisten können und wollen. Wir sind da (was Reisen angeht) keine Ausnahme, versuchen aber, nur einmal zu fliegen.

Wir werden trotz allen Widrigkeiten den Sommerurlaub wieder einmal auf Madeira verbringen ( Nr 29! seit 1990). Die letzten Male waren wir im Winter unterwegs, da war auf den Wanderungen zum Glück wenig los. Allerdings wissen wir auch, wo man außer den Hotspots noch schöne Ecken und Touren findet.
Den empfohlenen Zugang ( Runde) zu den 25 fontes über den PR13 bzw. Pico Fernandes (oder umgekehrt) kennen noch/ schon wir aus unausgeschilderten (und nicht ausgebauten) Zeiten.
Auch wenn damals der Ort selbst schon seit Jahren überlaufenen ist, hatten wir sogar die Chance ein paar Minuten ganz alleine dort zu sein.
Die Spannung steigt...
 
Madeira ist ein Opfer seines Erfolgs geworden. Ein Ausverkauf der Insel ist ja in vollem Gange und hier schwärmen nun die Amerikaner rein und träumen davon, how cheap everthing is. Hab ich selbst erlebt. Die Amerikaner die sich hier Häuser kaufen, können mit den Dollars nur so um sich werfen. Marktübliche Hauspreise sind komplett obsolet und es wird jeder aufgerufene Preis gezahlt. Drinks für 6,7,8 Euro werden in Dorfkneipen schulter zuckend und lächelnd bezahlt, weil: how cheap everthing is.
Gerade erlebt wie ein US Bürger in einer Dorfkneipe eine Rechnung von 8,30€ auf 15€ aufgerundet hat.

Der geliebte Führer Madeiras möchte nun auch den nahen Osten Markt erschliessen, die haben noch mehr Kohle.

Mal sehen was meine Hütte in fünf Jahren wert ist.
 
@Magrinho und @Idealist, ihr denkt zu kurz und verwechselt Ursache mit der Wirkung. Das Problem sind die Konsumenten und nicht die Anbieter. Urlaub ist heute für die meisten nur noch, an möglichst prominenten Orten Selfies zu schießen und damit anderen eine virtuelle Scheinwelt/-persönlichkeit vorzugaukeln. Das eigentliche Ziel eines Urlaubs, sich zu erholen, sich zu entspannen, vom Alltag abzuschalten, sich einfach einmal etwas Gutes zu tun, kommt dabei regelmäßig unter die Räder. Der Urlaub wird zweckentfremdet. Aus dem Urlaub wird eine kleine, billige Reality Show, für die es nicht einmal Geld gibt und die niemand wirklich interessiert.

Was ihr „Influencer“ nennt, sind entweder ein paar wenige, geschäftstüchtige Unternehmer, die das erkannt haben und darauf reagieren, indem sie den Leuten das vorwerfen, was sie verlangen. So war es schon so im alten Rom. Brot und Spiele. Meistens sind es aber verwöhnte Loser, die glauben, mit ihrem TikTok Account, die schnelle Marie zu machen. Die wollen auch groß hinaus, schaffen es aber natürlich nicht. Am Gesetz der großen Zahl kommt einfach niemand vorbei. Der Markt ist übersättigt.

Hätten die Römer ihre Sklaven und „Bösewichte“ auch den Löwen zum Fraß vorgeworfen, wenn das Volk nicht danach geschrien hätte?

Da wir schon in der Antike sind, können wir noch das Orakel von Delphi besuchen. Ich prophezeien euch, dass in den nächsten wenigen Jahren restlos alles dran kommt. Überall, wo es offensichtlich schön ist (Kultur, Natur, Klima, Essen, …), werden die Selfie-Urlauber (das sind mittlerweile 90% ++) in Massen auftauchen. Es wird allerdings weiterhin weiße Flecken und Orte geben, die verschont bleiben. Die haben aber alle große „Defekte“. Leise Kultur, unspektakuläre Natur, härteres Klima, gewöhnungsbedürftiges Essen, …

Ehrlich gesagt, ob das alles gut oder schlecht ist, weiß ich gar nicht. Ich weiß nur, dass es anders wird, und dass ich mich auf meine alten Tage sicher nicht mehr daran gewöhnen werde.
 
Hi @Dom Estêvão ,
da muss ich dir jetzt (teilweise) widersprechen.
Es ist in meiner Beobachtung beides!
Es liegt nicht nur die Konsumenten. Es gibt auch diejenigen auf/von der Insel (und andernortes) die ihre Schäfchen gerne mit dem Tourismus ins Trockne bringen.
Oder evtl. tatsächlich denken, dass sie mit mehr Straßen-Beton, Hotels, Golfplätzen, Slackline und anderen "Highlights" der Bevölkerung (den Wählern) und sich etwas Gutes tun.
Was dabei jetzt Henne und was das Ei ist, sei dahingestellt. Verantwortung haben beide Seiten.
 
@irisb ja Verantwortung haben beide. Aber ohne Bedarf kein Händler. Als Gedankenmodell, würde keiner mehr Rindfleisch essen, gäbe es keins mehr zu kaufen, würden alle Hund essen, könntest du überall Hund kaufen. Ich persönlich gebe @Dom Estêvão recht. Interessanterweise habe ich mir hierzu vor Monaten schon einmal Gedanken gemacht.
Für mich hängt das Thema viel enger mit unserem allgemeinen Konsumverhalten zusammen, als man auf den ersten Blick denkt. Reisen wird heute oft so behandelt, als wäre es einfach nur ein normales Konsumgut: schnell gebucht, billig verfügbar, möglichst bequem und am besten noch mit möglichst vielen Erlebnissen auf einmal. Genau darin liegt für mich ein Teil des Problems. Es geht längst nicht mehr nur darum, irgendwo hinzufahren und einen Ort kennenzulernen, sondern oft darum, möglichst viel zu erleben, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen, welche Folgen das eigentlich hat.
Was mich daran beschäftigt, ist, dass Massentourismus für mich kein isoliertes Phänomen ist. Er passt gut in eine Gesellschaft, die sehr konsumorientiert geworden ist. Wir wollen alles sofort, möglichst günstig und in großer Auswahl. Das gilt für Kleidung, Technik, Ernährung und eben auch für Reisen. Dazu kommt, dass Reisen heute viel stärker als früher als etwas Normales oder sogar Notwendiges gesehen wird. Wer nicht ständig unterwegs ist, wirkt schnell fast schon langweilig oder wenig lebendig. Ich glaube, dieser gesellschaftliche Druck spielt mit hinein. Urlaub ist nicht mehr nur Erholung, sondern oft auch Status, Selbstdarstellung und ein Teil der eigenen Identität.
Besonders deutlich wird das für mich auch beim Thema Umwelt. Wenn man über Massentourismus spricht, kann man aus meiner Sicht nicht so tun, als ginge es nur um ein paar volle Strände, volle Levadas oder überlastete Innenstädte. Dahinter steckt ein enormes Bedürfnis nach Energie, Mobilität, Infrastruktur und Ressourcen.
Flüge, Kreuzfahrten, Hotelanlagen, Straßen, Wasserverbrauch, Abfall, Versiegelung von Flächen, das alles hat Folgen. Und am Ende trifft es oft genau die Orte, die durch ihre Schönheit oder ihre Lage überhaupt erst attraktiv geworden sind. Das empfinde ich schon als ziemlich widersprüchlich. Man reist an einen Ort, weil er unberührt oder besonders wirkt, und durch die Masse an Besuchern verliert er genau diesen Charakter nach und nach.
Für mich ist das ein Denkmodell mit möglichst hohem Verbrauch, möglichst wenig Verzicht, möglichst viel auf einmal. Gerade im westlichen Lebensstil ist der Ressourcenverbrauch viel zu hoch. Die Vorstellung, wir würden so leben, als hätten wir mehrere Erden zur Verfügung, ist ja nicht einfach nur ein moralischer Vorwurf, sondern beschreibt die Realität. Und wenn man das ehrlich zu Ende denkt, dann ist Massentourismus eben nicht nur ein Reiseproblem, sondern Teil eines größeren Muster von Überbenutzung.
Ich will damit gar nicht sagen, dass Reisen grundsätzlich falsch wäre. Das ist mir zu einfach. Reisen kann inspirierend sein, den Horizont erweitern und echte Begegnungen ermöglichen. Ich finde nur, dass die Art, wie heute oft gereist wird, mit bewusster Erfahrung immer weniger zu tun hat und immer mehr mit Konsum auf Zeit. Vielleicht müsste man sich wieder stärker fragen, wie viel Reisen sinnvoll ist, wie man reist und was und wem man damit eigentlich unterstützt. Weniger Masse, mehr Bewusstsein, mehr Rücksicht, das wäre für mich ein deutlich besserer Ansatz als dieses dauernde höher, schneller, weiter.
Am Ende ist es für mich vor allem eine Frage der Haltung. Wenn wir weiter so tun, als wären Ressourcen unbegrenzt und jede Form von Konsum harmlos, werden wir die Probleme eher noch verschärfen. Massentourismus ist dafür ein sehr sichtbares Beispiel. Er zeigt ziemlich gut, wie eng persönlicher Lebensstil, wirtschaftliche Interessen und ökologische Belastung miteinander verbunden sind.

Nachtrag, sorry für den sehr langen Post, aber kürzer kann ich meine Gedanken nicht niederlegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wenn man das zu Ende denkt, sollte man dann Fotos von seinen Lieblingsplätzen posten, Restaurants empfehlen, von seinem Traumort schwärmen (zumindest in Foren), oder sollte man still und genießerisch seinen Traumort genießen?
Ich kenne noch die Zeiten am Preikestolen, wo man einsam die Aussicht genießen konnte. Die sind vorbei, Massen von Leuten, feste und flüssige Stoffwechselendprodukte von Menschen, einfach unfein.
 
Und wenn man das zu Ende denkt, sollte man dann Fotos von seinen Lieblingsplätzen posten, Restaurants empfehlen, von seinem Traumort schwärmen (zumindest in Foren), oder sollte man still und genießerisch seinen Traumort genießen?
...

Foren sind eine aussterbende Spezies, in Foren kannst du einen Goldfund posten und es bleibt "geheim" :pssst::-D
Informationen - auch über schöne Orte - werden über die sozialen Medien weltweit rasend schnell verbreitet und jeder Re-Post vervielfacht die Reichweite.

Letztlich kann man niemandem verbieten, einen schönen Ort aufzusuchen. Und weil Leute überall Leute sind und oft die Infrastruktur nicht für große Besucherzahlen ausgerichtet ist, leidet der Reiz des Ortes dann. Aber der Aufbau von Infrastruktur ist häufig nicht gewollt weil unpopulär in der lokalen Community. Obwohl Tia Maria gerade die fünfte Ferienwohnung fertig saniert hat und auch schon bis nächstes Jahr ausgebucht ist.

Es bleibt nur abzuwarten, auf steigende Flugpreise zu hoffen und vielleicht noch einmal die Orte aufzusuchen, die in den 80er und 90er Jahren vom Massentourismus heimgesucht wurden. Vielleicht ist es jetzt ja in Lloret de Mar schön ruhig?
 
Durch die Demokratisierung der Luxusgüter, dh die Preise auf ein Niveau herunterbringen, damit auch die Massen es sich leisten können, fing der Massentourismus an. Dazu kam noch der Abhaktourismus. 'Du warst noch nie am Eifelturm?' So eine Frage zwingt einem schon fast dazu schmellsten eine Reise dorthin zu buchen, obwohl man eigentlich gar nicht weiss, dass Paris in Frankreich liegt. Hinzu kommen noch die neue Märkte. Wer hatte vor ein paar Jahre daran gedacht, dass es zum Beispiel Urlaubsflüge von Lissabon nach Djerba in Tunesien geben würde oder der russischen Markt nach Zypern in die Türkei oder nach Agypten.
Eindämmen lässt es sich ein Wenig durch höhere Preise. Abschreckend sind hohe Preise aber nicht. Das sieht man schon an boomenden Kreuzfahrtnachfrage.
Johan
 
Es bleibt nur abzuwarten, auf steigende Flugpreise zu hoffen ...
Eindämmen lässt es sich ein Wenig durch höhere Preise. Abschreckend sind hohe Preise aber nicht.
Das wiederum ist fatal für diejenigen, die still und leise genießen, eben Land und Leute kennenlernen und auch unterstützen wollen.
Aber oft nicht das nötige "Klein"geld haben, sich diese Reisen dann noch leisten zu können.
Ich denke ebenfalls an Flugpreise, Mietwagenpreise, Kosten für Unterkünfte, Restaurantpreise, die gerade durch die Decke gehen.
So meine Erfahrung auf den Azoren. Hätten wir dort nicht inzwischen wenigstens ein eigenes Dach über dem Kopf und lebten deutlich bescheidener als
früher im Urlaub, ich weiß nicht, ob wir als Rentner noch zweimal im Jahr längere Aufenthalte stemmen könnten (weiß ich auch so übrigens nicht...)
Da sehe ich eher gegenteilige Ergebnisse.
Nicht falsch verstehen, ich will nicht den Ramschtourismus mit 29,-Euro-Flügen unterstützen.
Aber schicke Luxusziele (zumindest was die Preise angeht), die sich eben nicht jeder gönnen kann, das ist doch attraktiv für das nicht so beliebte Publikum.
Wobei sich zuerst sicher gefreut wird über so zahlungsfreudige Gäste, wie es ja auch oben schon erwähnt wurde.
Dass die aber langfristig andere verschrecken oder auch unangenehme Kunden sind, da wird vielleicht auch oft kurzsichtig gedacht.

Hier noch ein treffender Geo- Artikel zum Thema, wenn auch schon älter- besser ist es ja nicht geworden:


Die Tragödie des Tourismus – von Hans Magnus Enzensberger ewig gültig zusammengefasst mit
»Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet« –
hat sich in den letzten Jahren zu einem Problem verschärft, das Tourismusbehörden und -forscher unter der Modevokabel »Overtourism« führen.

Und die Selbsterkenntnis, dass man ja irgendwie- mais ou menos- dazugehört...

Hier hatten wir übrigens ähnliche Gedanken:

 
Es ist ein Dilemma!
Da kommen wir nicht drum rum.
Auch wenn ich uns und den meisten ("bekannten")Usern hier zugestehen würde, dass sie sich grundsätzlich bemühen, möglichst wenig Schaden anzurichten oder wertschätzend zu agieren.
Aber alleine Flug, doppelte Haushalte (wenn auch nur kurzzeitig) schlucken Ressourcen...
Es ist, wie @Sir Iocra schreibt, nicht nur, aber auch der Demokratisierung des Reisens geschuldet. (Wie bei jedem Konsum ... Wer sind wir, dass wir es anderen Nationen absprechen wollten/ könnten?)
Schön wäre es, wenn sich auch die Verantwortungen "demokratisieren" würden und es einen Konsens gäbe, was man noch machen kann und was letztlich über das Maß ignorant und unredlich ist.
Aber auch da ist die Frage, wo man den Strich zieht.
( Sicher wären wir auch weit drüber, wenn es gerecht zuginge).
 
Es ist eine allgemeine Tendenz, den Splitter im Auge des Nächsten zu sehen und nicht den eigenen Balken im Auge. Ich habe nur Einfluss auf mein eigenes Leben, ich versuche ein umweltgerechtes Leben zu führen, auch keine Dinge zu konsumieren, die irgendwelchen Wesen Schaden zufügen. Es ist ein Versuch, den ich führe, den ich immer noch verbessern kann, bei dem ich nicht perfekt bin, ein Auszubildender auf einem Weg, dessen Ende ich vermutlich nie erreichen werde.
 
Nun habe ich eine Weile gebraucht, um einen Post zu formulieren und ich entschuldige mich schon mal für etwaige Fehltritte aber ich kann nicht verstehen, wo genau das Problem liegt.

Ihr macht irgendwo regelmäßig Urlaub, wo es euch gefällt und plötzlich gefällt es dort auch anderen?
Wenn der Faktor "wenig andere Urlauber" im Urlaub so wichtig ist, dann fahrt ihr eben zukünftig woanders hin. Die Welt ist groß und an vielen Stellen schön. Oder ihr freut euch einfach, dass ihr schon vor vielen anderen wusstet, wie toll es dort ist und dass die Einheimischen nun eine ergiebigere Einnahmequelle haben und macht weiter dort mit allen anderen Urlaub.

Ihr seid umgezogen in eine ruhige Gegend und plötzlich ist dort zu Urlaubszeit Hochbetrieb?
Auch kein Problem - fahrt einfach während der Hochsaison selbst in den Urlaub oder macht es wie die Ureinwohner und verdient etwas zusätzlich mit Zimmer- oder Zeltplatzvermietung. Sollte der Ansturm zu viel und einfach nicht auszuhalten sein, könnt ihr euch die Hände reiben und die erworbene Immobilie möglicherweise mit einem guten Gewinn an Neuankömmlinge verkaufen und euch auf die Suche nach dem nächsten abgeschiedenen Flecken Erde machen.
Die werden zwar seltener, sind aber noch zu finden. Hier bei uns im Dorf wird noch jeder Fremde (Urlauber) erstaunt betrachtet, die einzige Ferienimmobilie steht praktisch immer leer und schön ist es hier auch. Aber eben ohne Meer, Berg, See, Museum, ....

Wenn der Sehnsuchtsort mehrere tausend Kilometer vom Wohnort entfernt liegt gibt es kein unverbrüchliches Recht auf gleichbleibende Reise- und Lebenshaltungskosten. Mir fällt es auch schwer, das Drama zu erkennen, wenn man sich als Rentner eine über 3.000 km weite Reise nicht mehr zweimal im Jahr leisten kann.

Es gibt auch alternative Wege, die Welt zu bereisen für weniger Geld und mit Anschluss an das "echte Leben".
workaway.info
oder
worldpackers.com
zum Beispiel. Wir haben gelegentlich Reisende über so eine Plattform bei uns und holen uns so die Welt ins Haus. Wenn die dann mal hier auf den Straßen unterwegs sind oder unten im Dorf in den Laden gehen, ist das gleich ein Thema abends in der Kneipe.

Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu weit vom Thema entfernt. Ich habe in meinem Leben insgesamt wohl unter 30 Urlaubsreisen gemacht, die langen Wochenenden bei Familien- oder Freundesbesuchen mal nicht mitgezählt. Und es werden sicherlich auch nicht mehr viele dazu kommen.
In den Urlaub oder sonstwohin geflogen bin ich sicher nicht öfter als 15 mal. Uns waren immer die Dinge wichtiger, die uns das Leben das ganze Jahr über verschönern und nicht nur im Urlaub. Pferde, Hunde, eine schöne große Wohnung und zwei Autos, dafür haben wir unser Geld ausgegeben und konnten den Alltag ganzjährig sehr genießen.
Im Urlaub haben wir uns dann gefreut, dass wir für die Tiere mehr Zeit hatten als sonst.
Es gibt ganz bestimmt viele Menschen, die unter Fernweh mehr leiden als wir. Deshalb fehlt mir wohl die Einsicht.

Tourismus eindämmen funktioniert nur lokal/regional und dann auch nur schwer. Neue Übernachtungs-Lizenzen werden nicht erteilt und alte, bestehende nicht mehr verlängert. Außerdem keine Baugenehmigungen für Tourismus-Projekte und kein Ausbau der Infrastruktur am Strand oder am Parkplatz zum Wanderweg.
Zugansbeschränkungen zu Sehenswürdigkeiten, Stränden, Wanderwegen (wie ja jetzt auf Madeira), ein allgemein unangenehmes Klima Touristen gegenüber und extrem hohe Preise für alles was den Urlaub schön macht schreckt sicher eine Menge potenzielle Besucher ab.
Wenn ein Bürgermeister mit einer solchen Agenda zur Wahl antritt und gewinnt, kann vielleicht wieder etwas mehr Ruhe einkehren. Ob es dafür in Portugal oder sonstwo Mehrheiten gäbe? Vielleicht.

Eine andere Alternative wäre auch die Abkehr von der Freizügigkeit im Reiseverkehr und die Einführung von verpflichtenden Visen für jede Reise inclusive richtig kompliziertem Behördenkram und laaaanger Wartezeit. Vielleicht sogar noch die Notwendigkeit einer Ausreiseerlaubnis.
Wenn man sich nicht mehr einfach einen Flug buchen und auftauchen kann, wo man will, wäre es sicher ganz schnell vorbei mit der Urlauberei.
Das ist natürlich nicht das, was ich mir wünschen würde. Aber wirken würde es ganz bestimmt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass so ein System heutzutage noch umsetzbar ist. Ist ja nicht so, als hätte es das noch nie gegeben.

Das musste ich mir jetzt einfach mal von der (nicht vorhandenen) Seele schreiben; ich weiß selbst nicht so genau, warum mir dieser Faden jetzt seit zwei Tagen durch den Kopf spukt. Und nun ist wieder gut. :cool:
 
Ihr seid umgezogen in eine ruhige Gegend und plötzlich ist dort zu Urlaubszeit Hochbetrieb?
Auch kein Problem - fahrt einfach während der Hochsaison selbst in den Urlaub
Auch das muss man sich dann natürlich leisten können...
oder macht es wie die Ureinwohner und verdient etwas zusätzlich mit Zimmer- oder Zeltplatzvermietung.
Na, das geht ja nun nicht überall und bei Jedem...ich weiß, dass in den 80ern Menschen in Portugal über Sommer im Zelt gelebt und
ihre Häuser vermietet haben, um etwas dazu zu verdienen...ist das die Lösung?
Mir fällt es auch schwer, das Drama zu erkennen, wenn man sich als Rentner eine über 3.000 km weite Reise nicht mehr zweimal im Jahr leisten kann.
Ein "Drama" wäre das nicht, es würde für uns auswandern bedeuten. Wir haben ja schließlich ein Haus dort und fahren nicht (nur) zum Spaß...
und Urlaub ist das schon lange nicht mehr. Dass die Unabdingbarkeit eines Fluges dazugehört, war uns schon klar...
Es gibt auch alternative Wege, die Welt zu bereisen für weniger Geld und mit Anschluss an das "echte Leben".
oh ja, ich bin viele, viele Jahre mit Fahrrad und Zelt unterwegs gewesen, weil kein Geld für was anderes da war....und trotzdem finde ich es schön, auch entferntere Stellen der Welt zu sehen. Fernreise im eigentlichen Sinn hab ich erst einmal (und zum letzten Mal) in meinem Leben gemacht.
Ich habe in meinem Leben insgesamt wohl unter 30 Urlaubsreisen gemacht
na, da haben aber Viele noch so Einiges gut!
Eine andere Alternative wäre auch die Abkehr von der Freizügigkeit im Reiseverkehr und die Einführung von verpflichtenden Visen für jede Reise inclusive richtig kompliziertem Behördenkram und laaaanger Wartezeit. Vielleicht sogar noch die Notwendigkeit einer Ausreiseerlaubnis.
Das ist jetzt aber nicht Dein Ernst?
 
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