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Bia in Portugal

Ich habe leider das Foto nicht gefunden auf dem steht: Bitte 3x Bellen. Mitten in Zürich.
O
 
Handelte sich wohl um einen Scherz!

Ich hab auch mal eine Norwegerin gekannt, die etwas Deutsch sprach. Sie sagte zu mir: ich muss mal bellen! Und griff zum Telefon ;)
 
OScAR schrieb:
Ich habe leider das Foto nicht gefunden auf dem steht: Bitte 3x Bellen. Mitten in Zürich.
O

Dann hätte ja Schneewittchen recht, Bitte 3 x klingeln.

Was sagr denn Lady Elaa dazu, vielleicht ist das in der Schweiz von Region zu Region verschieden.
 
Nein, bellen statt klingeln sagt man meines Wissens nirgends, es sei denn vielleicht im Oberwallis, die haben da ja einen ganz speziellen Dialekt. Aber üblich ist es sonst wirklich nirgends. Schneewittchen hat sicher recht.
 
( an der Haustür ) oder ist niederländischer Sprachgebrauch und entstammt dem englischen .
Schweiz und Norwegen ? Keine Ahnung...sind nicht meine direkten Nachbarn...
T.B.
 
Also, ich hab mich mal bei meinen Oberwalliserfreunden erkundigt: auch da bellen nur die Hunde!

Sind wir jetzt aber nicht alle ein bisschen OT ???
 
Vielleicht trägt ein wenig zum Mißverständnis bei.

Grüße
can
 
can schrieb:
...Vielleicht trägt ein wenig zum Mißverständnis bei...
Genau, can, so ein ähnliches Foto dreht sich auf meiner Platte, aber ich kann es nicht finden. >:(
Danke und Gruß
OScAR
 
„Adoptiert“ von einer Grossfamilie

Die Mutter meiner Nachbarin Sofia hat neun Geschwister. Die Älteste ist 88, der Jüngste 68. Alle haben sie Kinder, Enkel und teilweise auch schon Urenkel. Wenn die Familie sich trifft, kommen gut und gerne an die hundert Personen zusammen. Schön ist, dass sie sich alle gut verstehen und einen liebevollen Umgang miteinander pflegen. Familienfeste sind üblich und finden mehrmals pro Jahr statt. In einer grossen Scheune hat es ausreichend Tische, Stühle, Geschirr, Pfannen und Töpfe, und dort finden dann jeweils die Feste statt.

Durch Sofia bin ich mit dieser Familie bekannt geworden und sie haben mich, die Fremde, sofort akzeptiert und in ihre Grossfamilie aufgenommen. Ob es sich nun um eine Hochzeit, eine Taufe oder einfach um ein gemütliches Beisammensein handelt, ich bin immer mit eingeladen und gehöre einfach dazu.

Ich weiss nicht, an wie vielen Scheunenfesten ich schon teilgenommen habe, und ich hatte immer viel Spass dabei. Nachbarin Sofia ist die gute Seele, glänzende Organisatorin und unermüdliche Helferin all dieser Feste. Der Startschuss wird jeweils am Donnerstag gegeben, dann finden sich ein paar Helferinnen und Helfer (es sind immer die gleichen) in der Scheune ein und machen sich daran, diese zu putzen. Am Freitag wird das Schwein geschlachtet, das besorgen die Männer, während die Frauen Tische und Stühle aufstellen und das seit dem letzten Fest in einer ausgedienten Tiefkühltruhe staubfrei aufbewahrte Geschirr nochmals spülen. Dann gibt es in der Scheune ein Abendessen für alle Helferinnen und Helfer, in der Regel ist das dieser in Schweineblut gekochte Reis mit Innereien, eine sehr traditionelle Speise, die mir aber so gar nicht schmecken will. Ich kriege dafür jeweils die Leber, wunderbar mit viel Zwiebeln und Salbei gebraten.

Schon früh am Samstag findet sich der Helfertrupp wieder in der Scheune ein. Die Frauen kochen, schmecken ab, rüsten riesige Mengen Salat, schneiden Brot und decken die Tische, während die Männer draussen am Grill stehen, das Fleisch braten, dazu ein Bierchen geniessen und ausgiebig tratschen. Nach zwölf Uhr treffen dann so nach und nach die Gäste ein und jeder bringt etwas mit. Die Männer sind beladen mit Korbflaschen voll Wein und Bagaço, die Frauen balancieren vorsichtig ihre Kuchenplatten oder Dessertschüsseln und deponieren alles in einer ausgedienten Kühlvitrine. Unglaublich, was da alles an Leckereien zusammenkommt, Kuchen jeder Grösse, Form und Geschmacksrichtung, Puddings, Süssspeisen auf der Basis von viel Kondensmilch mit Gelatine, riesige Schüsseln voll Fruchtsalat und knallbunte Früchtegelees.

Bald sitzen alle an den Tischen und löffeln zufrieden ihre Hühnersuppe. Dann werden Fleisch, Pommes-Chips und Salat aufgefahren und schliesslich stürzen sich alle, die zahlreichen Kinder natürlich zuerst, auf das Dessertbuffet. Wenn alle satt sind, sitzt man beisammen und plaudert, Männer und Frauen, wie das offenbar in Portugal üblich ist, getrennt. Die Kinder toben durch die Scheune und spielen wilde Spiele, die Jugendlichen versammeln sich an einem Tisch und spielen Karten, während sich die Frauen daran machen, die Tische abzuräumen und das Geschirr zu spülen. Nachdem die Arbeit getan ist, ziehe ich mich dann jeweils für ein Stündchen oder zwei zurück und fahre nach Hause, um mit meinem Hund einen langen Spaziergang zu machen, und nicht selten schliesst sich die eine oder andere der Frauen an und begleitet uns. Gegen Abend fahren dann diejenigen, die Tiere halten, nach Hause, um diese zu versorgen, aber spätestens um acht trifft man sich wieder und das Fest geht weiter. Nach dem Abendessen nimmt einer der jüngeren Generation seine Handharmonika und spielt, und dann wird das Tanzbein geschwungen. Dabei tanzen oft Frauen mit Frauen, da die Männer eher tanzfaul sind. Bis weit in die Nacht hinein dauert das Fest.

Und wenn ihr denkt, damit sei nun fertig gefeiert, so habt ihr euch arg getäuscht. Am Sonntag geht es dann im gleichen Stil weiter, allerdings beginnen dann irgendwann nach dem Abendessen die fleissigen Helferinnen, die Stühle zu stapeln und die Tische zusammenzuklappen, damit auch die Unermüdlichsten merken, dass das Fest nun langsam, aber sicher zu Ende geht.
 
Liebe Bia!

Danke!

Ich bin hier auch "adoptiert" worden und sehe mich regelrecht mit euch tanzen!

LG
Sivi
 
Dorffest

Wohl in jedem Dorf in Portugal werden traditionelle Feste gefeiert. Bei uns sind es deren zwei, die erwähnenswert sind.

Immer im Juni findet das Fest „Nossa Senhora da Graça“, ein religiöses Fest statt. Mitten im Wald, nahe dem Eingang zum bekannten Badoca-Park, steht eine kleine, alte Kapelle, die der lieben Frau der Gnade gewidmet ist. Dort findet jeweils am Sonntagvormittag eine Prozession statt. Die meisten Leute kommen aber einfach, um mit ihren Familien im Wald rund um die Kapelle ein Picknick abzuhalten. Nachmittags spielt dann eine Musik und an verschiedenen Ständen werden Gebäck und Getränke verkauft. Abends gibt es noch eine rege besuchte Messe unter freiem Himmel. Dieses Fest findet übrigens übermorgen, also am Sonntag, 7. Juni 2009 statt.

Das zweite Fest, die „Festa de São Luís“, wird anfangs August auf dem Dorfplatz neben der Kirche abgehalten. Der ganze Platz wird eingezäunt und mit bunten Lampen beleuchtet. Eine Musik spielt zum Tanze auf, und auf dem Vorplatz der Kirche gibt es ein improvisiertes Restaurant, wo man ein einfaches Abendessen zu sich nehmen kann. Die Auswahl an Essen und Getränken ist bescheiden, meist gibt es Hähnchen oder Schnitzel, dazu Pommes-Chips, Brot und Salat, und Wein, Wasser oder Bier. Meist muss man da lange anstehen, um einen Platz zu ergattern, und kaum hat man den letzten Bissen im Mund, wird man auch schon weggeschickt, weil viele Leute auf einen freien Tisch warten.

Um am Fest teilnehmen zu können, muss man Eintritt bezahlen, lustigerweise bezahlen Damen nur den halben Preis. Im Laufe des Abends gibt es auch immer eine Versteigerung von gespendeten Preisen, der Erlös dient einem guten Zweck. Lustig, was da alles gespendet wird: einer gibt ein lebendes Ferkel, ein anderer eine Fünfliterflasche selbstgebrannten Schnaps, die Frauen backen Kuchen oder Brot, eine Ziege wartet meckernd auf einen neuen Besitzer, auch gehäkelte Tischdecken oder gebrauchtes Werkzeug ist zu haben und das alles nicht etwa günstig. Aber was soll’s, ist ja schliesslich für einen guten Zweck!

Das Fest dauert von Freitagabend bis sonntags spät, und das ganze Dorf nimmt daran teil. Ich gehe auch immer gerne hin, denn man trifft da immer wieder liebe Bekannte und kann ein wenig plaudern, soweit man sich bei der lauten Musik verständigen kann.
 
AW: Re: Bia in Portugal

November

Ich mag den November hier im Alentejo litoral. Während man in nördlicheren Ländern zu dieser Jahreszeit meist unter einer dicken Nebeldecke sitzt oder betrübt in den Regen starrt, kann ich hier die meisten Mahlzeiten an der Sonne vor dem Haus einnehmen. Meinen täglichen Bedarf an Vitamin C hole ich mir direkt vom Baum.

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Auch mein Süppchen kommt direkt aus dem Garten

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Nachmittags bin ich jetzt oft mit meiner Hündin am Strand, den wir zu dieser Jahreszeit fast ganz für uns haben.

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In den Dünen blühen jetzt Heidekraut und Ginster. Nachdem endlich der erste Regen gefallen ist, wird die Natur wieder grün und es sieht eher nach Frühling als nach Herbst aus.

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Einen einzigen Nachteil gibt es allerdings: die Gartenarbeit ruht auch zu dieser Jahreszeit nicht. Nebst Kürbis ernte ich zurzeit die letzten Auberginen, Schnittmangold und Möhren.

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Erbsen, Schoten und Feldsalat wurden diese Woche gesät, Blumenkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind gesetzt, und der Rasen muss nach wie vor jede Woche gemäht werden. Auch das Unkraut gedeiht natürlich sehr gut nach dem Regen und bereits spriessen die ersten Frühlingsblumen wie Veilchen, Primeln und Krokus. Daneben verlieren Apfel-, Nuss-, Aprikosen- und Feigenbaum ihre Blätter, sodass auch tägliches Laub harken angesagt ist. Die Jahreszeiten scheinen hier ein wenig durcheinander zu geraten. Während in der Schweiz und sicher auch in Deutschland die Gärten in Winterschlaf versinken, geben sie hier das ganze Jahr zu tun. Nur gut, dass ich erstens gerne im Garten arbeite und zweitens eine tüchtige, wenn auch nicht immer ganz zuverlässige Hilfe habe.

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Als ich im Oktober in der Schweiz war, wurde schon überall Weihnachtsgebäck verkauft, die Geschäfte waren alle weihnachtlich geschmückt. In einer Buchhandlung stand auch schon ein Weihnachtsbaum. Die Verkäuferin schaute mich ein bisschen komisch an, als ich ihr nach Bezahlung meiner Einkäufe frohe Weihnachten wünschte. War natürlich ironisch gemeint. Hier wird nun ebenfalls überall die Weihnachtsdekoration angebracht, aber irgendwie will das für mich nicht so recht zu Sonnenschein und blauem Himmel passen. Natürlich ist es jetzt noch zu früh, aber aus Erfahrung in früheren Jahren weiss ich, dass bei mir auch in der Adventszeit hier keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen will. Da jetzt überall frische, grüne Kräutlein aus dem Boden schiessen, denke ich eher an Ostern und ans Eierfärben.
 
AW: Bia in Portugal

Dünenspaziergänge

Heute erzähle ich mal keine Geschichte, sondern lasse euch einfach ein paar Bilder vom Frühlingserwachen in den Dünen da, damit auch diejenigen in Berlin oder Hannover, Aachen oder Lenzburg (oder wo auch immer) sehen, wie schön der Winter hier trotz häufiger Regenfälle sein kann. Die Fotos entstanden von Februar bis jetzt.

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In den Dünen ist es zu jeder Jahreszeit schön, aber nie so schön wie im Februar/März!
 
AW: Bia in Portugal

danke für die schönen bilder bia http://bitte die Smilies des Forums nutzen/images/smilie/liebe/a010.gif

hier kommt zum glück auch langsam der frühling, heute soll es je nach region bis 18° warm werden http://bitte die Smilies des Forums nutzen/images/smilie/verschiedene/s010.gif
 
AW: Bia in Portugal

Hallo Bia,

vielen Dank für diesen tollen Bericht :-) Damit hast du mir heute eine Freude gemacht.

Ich würde übrigens gern mehr davon lesen... ;-)

Viele Grüße
die Mia
 
AW: Bia in Portugal

Liebe Bia
Merci vielmoll :-)
Sehr eindrückliche Geschichte - Danke fürs Schreiben und das wir sie lesen dürfen. Herzliche Grüsse und bis bald...
 
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