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News "Portugiesen nehmen nicht wahr, dass Portugal unter einer Dürreperiode leidet"

Dieses Thema im Forum "Nachrichten aus Portugal" wurde erstellt von Manuela, 13 November 2017.

  1. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Im Interview erklärt der Umweltminister Jõao Matos Fernandes, dass die Bevölkerung bisher nicht begriffen habe, dass Portugal unter einer großen Dürre leidet. Das liege daran, dass sich niemand von der Aufforderung, Wasser zu sparen, angesprochen fühlt, solange noch Wasser aus dem Wasserhahn kommt, wenn man ihn aufdreht.

    Die Trinkwasserbelieferung in Viseu kostet täglich 20.000 Euro. Es sind Maßnahmen in Millionenhöhe geplant, um die Wasserversorgung im Landesinnern des Alentejo zu verbessern, vor allem in Mértola. Die Bevölkerung in Mértola musste diesen Sommer bereits auch mit Trinkwasser versorgt werden.

    Trotz dieser Maßnahmen, sei es unerlässlich, dass jeder anfängt, Wasser zu sparen. 30 Prozent des Wassers geht verloren, bevor es den Verbraucher erreicht. Diese Situation muss verbessert werden, obwohl sich der Anteil bereits von 40 Prozent auf 30 Prozent verringert hat.

    "Portugal está em seca e os portugueses não se aperceberam"
     
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  3. Paule

    Paule Super-Moderator Mitarbeiter

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    Das klingt sehr danach, als sei die Infrastruktur zur Wasserversorgung marode, d.h., die Wasserversorgungsrohre sind leck. Um diese großflächig zu erneuern sind Milliardeninvestitionen notwendig!
     
  4. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Já, ich denke, darum geht´s. Es wird im Interview allerdings von Millionen gesprochen.
     
  5. Paule

    Paule Super-Moderator Mitarbeiter

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    Hängt natürlich davon ab, wie groß die zu ersetzende Infrastruktur ist. Aber es handelt sich auf jeden Fall um umfangreiche Baumaßnahmen: Straße aufreißen, alter Kanal raus, neuer Kanal rein, Straße wieder zuschütten und asphaltieren... Keine Ahnung, was da der Meter Kanal kostet, bin ja nicht aus dem Baugewerbe, aber bei '"'Millionen" bist Du da sehr schnell.
     
  6. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Paule,

    ich muss mich in diesem Punkt verbessern. Im Interview ist gar kein Betrag erwaehnt bzgl. der Verbesserung der Infrastruktur. An anderer Stelle ist von einem Budget in Millionenhoehe die Rede.

    Was der Umweltminister immer wieder anspricht, ist, dass es wichtig ist, dass allen der Wassermangel bewusst wird und jeder dazu beitraegt, Wasser zu sparen.
    Es handle sich díeses Jahr um das 9. Jahr mit zu wenig Niederschlag als normal, auch wenn 2017 natuerlich ein absolutes Ausnahmejahr ist.
     
  7. kailew

    kailew Administrator Mitarbeiter Administrator

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    tja, wie man aber sieht, ist es doch eher so, dass viele es immer noch nicht wahrhaben wollen, dass sich da einschneidende Dinge tun. Wir kennen Versteppungen aus der Geschichte recht gut. Die heutige Mittelmeer-Landschaft mit Macchia-Steppe, die es auch in Portugal ja gibt, ist nicht etwa "natürlichen" Ursprungs, sondern durch den Menschen gemacht, genauer gesagt durch die Römer. Bei Wikipedia steht dazu ein interessanter Artikel: Entwaldung in römischer Zeit – Wikipedia

    Dort wird aus einem anderen Buch zitiert: „Reconstruction by Way of the Soil“ von Guy Theodore Wrench. Dort heißt es:
    Ich habe den Eindruck, dass Portugal und Spanien in nicht zu ferner Zukunft noch mehr Probleme bekommen könnten, wenn da nicht radikal umgesteuert wird. Im PortugalForum gibt es dazu ja schon einen Artikel zum Thema Versteppung und vor allem die Erderwärmung müsste gestoppt werden, damit Lissabon im Jahr 2100 nicht in der Wüste liegt.
     
  8. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Es tut sich sicher Einschneidendes.

    Aber Spanien und Portugal tun nicht genug dafuer, dieser Versteppung Einhalt zu gebieten und tragen enorm dazu bei, dass sich die Situation verschlimmert.

    Ich kann das ganze im Alentejo beobachten und sehe einen Hauptfaktor in der Landwirtschaft. Hier herrschen besondere klimatische Gegebenheiten, deshalb bedarf es einer achtsamen Bewirtschaftung des Landes. Der Grundwasserspiegel sinkt permanent. Landwirtsch. Betriebe haben ihre eigenen Brunnen und koennen welche Wassermenge auch immer kostenlos fuer ihre Bewirtschaftung hochpumpen. An "festigenden Wurzeln", wie in deinem Artikel oben erwaehnt, liegt das sicher nicht. Die werden dem naehrstoffarmen Boden brutal aufgezwungen. Vor allem um Beja entstehen riesengrosse Flaechen mit superintensivem Anbau von Olivenbaeumen, das bedeutet "3 bis 4 m zwischen den Reihen und 0,9 bis 1,5 m zwischen den Pflanzen, um eine Dichte von 1.655 bis 2.990 Bäumen pro Hektar zu erreichen und eine maschinelle Ernte zu ermöglichen." (Anbau | Olio Olivo). Diese Flaechen werden permanent durch ein Schlauchsystem bewaessert.

    Der Weinanbau wird auch intensiv bewaessert.

    Jedes Weingut, das etwas auf sich haelt, produziert inzwischen auch Olivenoel. Wie die Qualitaet entsteht, damit es als Virgem Extra verkauft werden kann, ist eine Wissenschaft fuer sich und fuehrt hier zu weit. Jedenfalls wird der Verbraucher ganz schoen abgezockt.

    Baeume, die in diese Landschaft gehoeren sind Eichenarten. Mit Korkeichen laesst sich nur alle 9 Jahre Geld verdienen. Die Arbeit ist muehsam. Durch Steineiche verdient man durch Feuerholz etwas Geld. Eichen wachsen sehr langsam.

    Der Alqueva wird immer mehr fuer die Bewaesserung der Landwirtschaft ausgezutzelt. Am Unterlauf des Guadianas kommt nicht mehr viel Wasser an. Das umliegende Gebiet trocknet immer mehr aus. Der Grundwasserspiegel sinkt.

    Diese besondere Landschaft ist auf eine extensive Landwirtschaft angewiesen, darauf weisen Biologen schon seit Jahren hin.

    Quercus quer travar agricultura intensiva de regadio para combater seca - SAPO 24

    In diesem Artikel steht, dass die Umweltorganisation Quercus die intensive Bewaesserung stoppen will. Die Landwirtschaft verbraucht 75% des Wassers in Portugal. Die enorme Belastung durch Pestizide (Pflanzen in Intensivkultur sind sehr anfaellig fuer Schaedlinge) hat zur Folge, dass die Grundwasserreserven kontaminiert werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 November 2017
    urmelbass, Hanseat und K.P. gefällt das.
  9. kailew

    kailew Administrator Mitarbeiter Administrator

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    also ... in dem Artikel geht es ja um die Antike vor etwa 2500 Jahren. Der Historiker sagt, wenn ich das richtig deute, dass es die nährstoffarmen Böden ebensowenig gab, wie das aride Klima von heute. Das waren die Römer, die über hunderte von Jahren den Mittelmeerraum abgeholzt haben.

    Ich bringe das Beispiel, weil es eben zeigt, wie sehr die Einflüsse des Menschen sich schon ausgewirkt haben - und dass das auch weitergeht. Manche denken ja: Da passiert schon nix. Aber es sah früher eben, vor 3000 Jahren, auch in Portugal ganz anders aus. Die Böden waren eben noch nicht so nährstoffarm, aber die nährstoffhaltigen Schichten wurden abgetragen und weggeweht, als die Bäume weg waren - "und der Großteil des einstmals ergiebigen Ackerbodens liegt nun am Grunde des Meeres."

    Kai
     
    maisumapatria und Manuela gefällt das.
  10. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Das ist ein interessanter Punkt. Umso wichtiger ist es nun, dass auf eine bedachte Bewirtschaftung Wert gelegt wird. Das Gegenteil ist der Fall aus reiner Profitgier.
     
  11. maisumapatria

    maisumapatria Gast Gast

  12. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Hallo maisumapatria,

    danke fuer das Video. Es ist so erschreckend. Ich hoffe, es alarmiert die Leute, damit sie die Tragik erkennen und einfach einsehen, wie wertvoll jeder Tropfen Trinkwasser ist.
     

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