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Tipp Besuch beim Winzer | Herdade do Freixo (Alentejo)

Dieses Thema im Forum "Wein aus Portugal" wurde erstellt von zip, 27 März 2017.

Schlagworte:
  1. zip

    zip Super-Moderator Mitarbeiter

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    (Portugiesische) Weinkellereien und (große) Architektur - dies war ja immer schon mein "Generalthema" an dieser Stelle. Um so aufgeregter war ich, als ich in Vorbereitung auf meinen Alentejo-Trip im März 2017 auf ein Paradebeispiel des vorgenannten Genres gestoßen bin ...

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    300 ha, mit vielen eindrucksvollen alten Olivenbäumen, von denen zur Zeit 27 ha mit Weinreben bestockt sind, das sind die schnöden Zahlen eines Traditionsbetriebs, der erst jüngst in die Zukunft investiert und eins der architektonisch anspruchsvollsten wie auch vielversprechendsten Weinbauprojekte geschaffen hat: Link nur für registrierte Nutzer sichtbar.

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    Einzigartig in dieser Form in Portugal: Das Weingut ist unterirdisch angelegt - und geht bis zu 40 m in die Tiefe. Meinen Vater hatte ich auf spektakuläre Eindrücke eingestimmt. Sein trockener Kommentar beim Anblick des wie bei einem Hünengrab eingegrabenen Zugangs und der markanten, aus der Oberfläche herausragenden Lichtdome: Bist du sicher, dass wir ein Weingut besuchen? Das hat mehr was von einer Mondstation! :)

    Am Eingang wurden wir von Lisa, der strahlend-sympathischen Assessora Dir. – Téc. Enoturismo der Herdade de Freixo, in Empfang genommen, die uns nach einer informativen Einleitung die Spindelrampe (Caracol genannt) hinunter begleitete ...

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    Morgen geht´s weiter ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juli 2017
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  3. Herbert

    Herbert Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Hallo zip,
    hast du eine Ahnung was die grünen Fähnchen an den jungen Weinstöcken bedeuten? Habe das schon öfter an Neuanpflanzungen gesehen.
    Die Architektur erinnert mich im weitesten Sinne an das Kreuzfahrt- Terminal in Matosinhos :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 27 März 2017
  4. zip

    zip Super-Moderator Mitarbeiter

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    Pflanzröhren / Rebplanzhüllen schützen die jungen Reben vor Wildverbiss, steigern das Trieblängenwachstum und reduzieren die Geiztriebentwicklung.

    Ja, das waren auch meine ersten Assoziationen. Die "Schnecke" führt 3 Stockwerke tief in den Untergrund und wurde vom Architekten Link nur für registrierte Nutzer sichtbar. nach der "organischen" Form eines Schneckenhauses konzipiert.

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    In einem Artikel in Fugas Público wird das ebenfalls zutreffende Bild einer "Adega Guggenheim" benutzt.
    Das hat schon was, wir waren schwer beeindruckt und es ging ebenso weiter ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juli 2017
  5. kailew

    kailew Administrator Mitarbeiter Administrator

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    echt treffend. Was die da bauen, ist ja wirklich krass.

    Kai
     
  6. zip

    zip Super-Moderator Mitarbeiter

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    Ja, so kann man es zutreffend ausdrücken. Aber warte, der Rundgang geht ja noch weiter ... ;)

    Aber erst noch einige Sätze zum Weinbau, denn die Architektur ist ja nur Mittel zum Zweck. Auch wenn die Funktionalität richtig pfiffig in die spektakuläre Form eingebunden ist. Die Spindel erschließt Adega mit Gär- und Lagertanks, Pressen etc., ein Tasting Room, Labor, Flaschenabfüllung, einem "Speisesaal" (wo Essen für max. 12 Personen serviert wird), Barriquekeller und Shop. Der ganze Produktionskette wird "unter der Oberfläche" abgebildet.

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    Drei Zugänge mit separaten Wegen dienen der äußeren Erschließung der Anlage. Das Lesegut wird von oben über eine Öffnung eingebracht, und landet der Schwerkraft folgend in der vor der sommerlichen Alentejo-Hitze bestens geschützten Adega.

    Auf dem Granit-Schiefer-Terroir stehen die roten Rebsorten Alicante Bouschet, Syrah, Touriga Nacional, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Bei den Weißen sind es Sauvignon Blanc, Alvarinho, Arinto, Chardonay und - jawoll - Riesling, aus denen der Hausherr und Önologe Pedro Vasconcelos e Sousa zusammen mit seinem Bruder elegante, frische und mineralische Weißwein vinfiziert.

    Das ganze Projekt folgt dem Gedanken des "minimalem Eingriffs in die Landschaft", auf dem Areal herrscht Jagdverbot und man setzt sich für die Erhaltung der Schwarzstörche ein, die in dem Gebiet brüten ...

    Neben dem großen architektonischen Konzept gibt eine fein abgestimmte Innenarchitektur den Räumen eine elegante Note: Erdfarbener Feinputz, portugiesische Eiche ungeschliffen als Bodenbelag und als Weinregal. In diesem Raum lagern Weinflaschen, die zukünftig als "Vertikale" verköstigt werden sollen ...

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    Von einem eingeschobenen Mezzanin aus blickt man auf ein weiteres Highlight des Weinguts: einem tunnelförmigen Faßlager ...

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    Ein echter Wow-Effekt!

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    Es gibt kein eigenes Restaurant, aber das Mezzanin bietet Platz für 12 Gäste, die nach Terminreservierung ein regionaler Gastronom mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt.

    Morgen dann "Butter bei die Fische": Es folgt noch ein kurzer Bericht zur Weinprobe ;) ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juli 2017
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  7. Paule

    Paule Super-Moderator Mitarbeiter

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    Das schaut nicht nur sehr beeindruckend aus... Wenn ich mir überlege, was die Besitzer investiert haben müssen, da müssen die VIEL Wein verkaufen, um das zu refinanzieren... ;)
     
  8. Manuela

    Manuela Super-Moderator Mitarbeiter

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    Wow,
    so ein Innenleben wuerde man nicht vermuten, wenn man die Fotos der Aussenansicht anschaut!
     
  9. Mario L.

    Mario L. Admirador Teilnehmer Stammgast

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    Na, bei den roten Rebsorten kann da ja nicht viel schiefgehen, oder?
    Aber wie macht sich der Alvarinho so weit unten im Alentejo? Gar keine saudades nach Monção/Melgaço?
     
  10. zip

    zip Super-Moderator Mitarbeiter

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    Das Projekt hat sich ja der Nachhaltigkeit verschrieben. Ich denke auch unter kaufmännischen Gesichtspunkten ist das nicht als kurzfristiges Invest zu verstehen. Die Möglichkeit zu wachsen ist jedenfalls vorhanden. In den Lagertanks wäre für 250.000 l Platz. Angesichts des bisherigen Outputs von unter 50.000 Flaschen ist da noch Luft nach oben. ;)

    Nun aber weiter auf der Tour durch die Adega: Im Anschluss an den Barriquekeller (3. UG) stand das Tasting auf dem Programm (1. UG). Wir haben den angebotenen Aufzug dankend abgelehnt - schließlich sind wir nicht fußkrank :-D und ich wollte den Gang über die "Schnecke" nutzen, noch ein paar Eindrücke aus anderer Perspektive festzuhalten ...

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    Auf den Weg zum Shop/Tasting-Room durchquerten wir den loungeartigen Patio mit (der einzigen) direkten, offenen Verbindung via Lightdome zur Außenwelt.
    Schlicht-elegant gestylt - eine gelungen Idee, Mauerziegel als Bodenbelag einzusetzen:

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    Vor und während der Verköstigung standen Wasser, Brot, Hartkäse aus dem Alentejo, Chouriça und Presunto parat um die Geschmackssinne zu "resetten".

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    Nein, die Traube hat sicher keine Sehnsucht nach dem hohen Norden, denn durch die Lage am Hang der Serra d´Ossa versteht die Alvarinho es, auch im Alentejo eine leicht Frische und elegante Spritzigkeit dem Reserva Branco 2015 hinzuzufügen. Der Weiße besteht aus 40% Sauvignon Blanc, 35% Alvarinho und 25% Arinto. Aromen von Ananas und Pfirsich, die Arinto steuert Mineralität bei. Ein mehr als gelungener Einstiegsjahrgang in die Weißweinerzeugung - so gut, dass die 6600 Flaschen bereits komplett ausverkauft sind :(. Nur für´s Tasting sind noch ein paar Flaschen übrig und so macht die Verköstigung Lust und Vorfreude auf das, was zukünftig im Weißwein-Segment kommen wird (sowohl bei den Cuvées als auch bei den geplanten Monocastas (Sauvignon Blanc, Chardonnay). Wirklich schade, wir hätten vom 2015er (der Verkaufspreis lag bei 10,50 EUR/Flasche) gerne ein paar Flaschen mit nach Hause genommen.

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    Beim Reserva Tinto 2014 hat der Enólgo Pedro de Vasconcelos e Souza mit 40% Touriga Nacional, 40 % Cabernet Sauvignon und 20 % Alicante Bouschet jedenfalls ein gutes Händchen bewiesen. 12 Monate in neuer französischer Eiche und danach 6 Monate in der Flasche gereift, zeichnet sich der ausgewogene Rote durch eine intensive rot-violette Farbe, Beerenaromen und eine schöne Struktur aus. Großes Kino für 16 EUR/Flasche. Ich freue mich bereits auf das erste BBC hier im Garten. Ich stelle mir den Rotwein als einen ausgezeichneten Begleiter zu Gegrilltem vor und freue mich bereits darauf, die Kombi auszutesten. ;)

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    Den letzten der drei Weine, die es zur Zeit im Sortiment gibt, haben wir nicht verköstigt. Ich habe mir jedoch eine Flasche von der Freixo Family Collection Tinto mitgenommen und freue mich auch hier bereits darauf, den großen Roten bei einer besonderen Gelegenheit zu öffnen. Die Erwartungshaltung ist groß, wurde der Flaggschiffwein (34 EUR/Flasche) mit dem dezent-eleganten Etikett von der Weinfachzeitschrift Revista de Vinhos doch unter die besten portugiesischen Weine 2017 gewählt.

    Genau, dies ist die Idee, die dahinter steckt: In die wirklich harmonische Kulturlandschaft so wenig wie möglich eingreifen.

    Zum Abschied noch einmal vielen Dank für die charmante und geduldige Führung an Lisa und einen Blick zurück auf die "Mondstation" ... :)

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    Ich hoffe, meine kleine Doku über Architektur und Weingenuss hat Spaß gemacht?

    Zip
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juli 2017
    Herbert, Manuela, Mario L. und 3 anderen gefällt das.
  11. kailew

    kailew Administrator Mitarbeiter Administrator

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    scheint was für mich zu sein ...
    Kai
     
  12. LouiseB.

    LouiseB. Gast Gast

    Ja ! Architektur und Landschaft sind époustouflante !!!

    Den Wein darfst du aber allein trinken :) .
     
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  13. Mario L.

    Mario L. Admirador Teilnehmer Stammgast

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    Genau so ist es. Ich kenne bloß nicht so schöne Wörter.

    Die Außenanlage hat auch ein bisschen was vom Tal der Könige, finde ich. Eingang ins Pharaonengrab.

    Auf jeden Fall: Danke, zip, für die schöne und interessante Doku!
     
    zip gefällt das.
  14. zip

    zip Super-Moderator Mitarbeiter

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    Freixo Family Collection Tinto 2014

    14 Monate in Eiche und 8 Monate in der Flasche. 14,5 % Vol. 6600 Flaschen abgefüllt. Ein wirklich feiner Blend aus Touriga Nacional, Cabernet Sauvignon, Alicante Bouschet und Petit Verdot. Erwartungshaltung voll erfüllt!

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    Zip
     

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