
[Juni 2024] Endlich hat es geklappt, mit einem Besuch bei dem malerischen Weingut Barroca da Malhada (Weinbauregion Beira Interior), das in Sichtweite der Serra da Gardunha unweit von Castelo Branco liegt.

Einige der Barroca da Malhada-Weine hatte ich bereits vorab im Glas und den brasilianischen Architekten und Weinmacher Fernando Camargo auch schon auf der Weinmesse "Pura Sede" in Lissabon kurz persönlich kennengelernt. Dazu kommt, dass Fábio Fernandes als Önologe für die Weine der Quinta zuständig ist, weswegen von dem vielversprechenden Projekt zukünftig noch einiges zu erwarten sein wird. Aber der Reihe nach ...

Fernando hat das historische Weingut 2021 inmitten der Pandemie erworben. Der Vorbesitzer hat die Quinta bereits seit rund 20 Jahren integriert bewirtschaftet ("Produção Integrada"). Nun ist das Gut in der Konversion zum organischen/biodynamischen Betrieb. Zwei Jahre dauert es noch bis zur Zertifizierung. 2021 entstand der erste Jahrgang der "Barroca da Malhada-Weine".

An das zentral gelegene Haupthaus gliedern sich Weinparzellen und Olivenbäume an. Auf 5 Hektar sind die weißen Rebsorten Arinto, Fernão Pires und Bical sowie die roten Sorten Touriga Nacional, Baga, Trincadeira und Aragonez gepflanzt. Es hat auf dem Grundstück ausreichend eigene Wasserquellen. Im Sommer kann es - typisch für die Region Beira Baixa - knackig heiß werden, trotzdem bietet die Höhenlage unweit der Mittelgebirge die Möglichkeit, frische Weine zu erzeugen.

Im Weinkeller, der Adega, durfte ich einige Tank- und Barrelsample kosten. Ein Arinto aus dem (eher neutralen) Kastanienfass holte mich direkt mit seiner eleganten Frische ab. Die Arinto-Variante im Amphoren-Ausbau bot mit seinem starken Aroma eine regelrechte Attacke auf den Geruchssinn. Auch hier eine knackige, frische Säure. Qualitativ merkt man den neuen Jahrgängen eine deutliche Steigerung an. Top! Meine hohen Erwartungshaltungen wurden deutlich übertroffen.

Spannende Neuigkeiten, es gibt nun einen superunkomplizierten Einsteigerrotwein, den Barrocinha, der nicht nur stilistisch sondern auch preislich auf ein (jüngeres) Publikum zielt, das auf der Suche nach guten aber bezahlbaren Weinen ist. Hat mir sehr gut gefallen, ebenso das "andere Ende des Portfolio": Der Tinhalas, ein Top-Cuvée aus Touriga Nacional und Baga. Wow!

Zum Abschluss unseres Rundgangs, gekrönt von einem herrlichen Sonnenuntergang, ließen wir den Besuch bei gereiftem Käse und einem süffigen Schluck Barroca da Malhada Baga DOC Beiro Interior 2022 ausklingen. Ein leichter Sommerrotwein mit reichlich Beerenfrucht und feinkörnigen, eleganten Tanninen. Ein heller Tinto, der leicht zugänglich, aber kein Leichtfuß ist, welcher ausschließlich auf der Terrasse brillieren würde. Im Gegenteil: Ein perfekter, unkomplizierter Essensbegleiter. Sehr lecker.
