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Auswandern mit Schulkind

Jessy81

Amigo
Teilnehmer
Hallo,
Ich möchte mit meiner Tochter nach Portugal. Hat wer eine Ahnung wie es mit Schulen aussieht? Freue mich über Rückmeldung.
Jessica &Haily
 
Moin Jessica,

ich habe zwar selber keine Kinder, höre (lese) aber immer wieder das es wohl das beste ist wenn dein Kind an der normalen portugiesischen Schule angemeldet wird.

Es gibt aber natürlich auch (teure) deutsche und internationale Schulen in einigen Gegenden. Wenn Du hier nach dem Stichwort Schulen suchst wirst Du aber schon einiges finden.

Wohin willst Du denn ?

Hans
 
Was soll man zu der Frage sagen? Wie es mit Schulen aussieht?
Kann mir da nicht viel drunter vorstellen.

Unser Kind geht zur Zeit in die 5. Klasse.
Bis zur 5. Klasse kann ich gerne Fragen beantworten.

In Lissabon gehen mittlerweile über 40% der Schüler auf Privatschulen im Landesdurschnitt ca. 20%. Jeder der es sich irgendwie leisten kann schickt sein Kind eher auf eine Privatschule. U. A. weil es an den öffentlichen Schulen an Lehrern mangelt, viel Unterricht ausfällt und die Klassen oftmals viel Größer sind.
 
Olá Jessica & Hailey,
bem-vindo! A tua foto de perfil parece-me, no entanto, suspeitosamente parecida com um “LinkedIn perfeito, edição IA”.
É mesmo tu, ou uma IA fez-te o favor do primeiro impacto? Se for uma imagem gerada ou de banco de imagens, uma pequena nota ou uma foto mais pessoal seria talvez mais adequada.
Cumprimentos,
Eiche
 
Olá Jessica & Hailey,
bem-vindo! A tua foto de perfil parece-me, no entanto, suspeitosamente parecida com um “LinkedIn perfeito, edição IA”.
É mesmo tu, ou uma IA fez-te o favor do primeiro impacto? Se for uma imagem gerada ou de banco de imagens, uma pequena nota ou uma foto mais pessoal seria talvez mais adequada.
Cumprimentos,
Eiche

Ich finde gar nicht, dass das Bild nach KI ausschaut. Allerdings ist es sehr klein, insofern finde ich es schwierig zu beurteilen, ob es KI ist oder nicht.
Und da Jessica ihr Profil verriegelt hat, kann man es leider auch nicht vergrößern (wenn ich micht nicht irre?)

Davon abgesehen ist es mir persönlich nicht wichtig, ob Jemand ein "echtes" Bild von sich hier als Avatar hat (das dürften eh nur die Wenigsten sein) oder einen Stein, Weihnachtsmann oder Baum. :)
 
Hallo Jessy,

wir hatten das auch schonmal für die Algarve überlegt, wobei unsere Kinder noch nicht schulpflichtig sind. Trotzdem hatten wir schon Kontakt mit der Schulbehörde und zwei internationalen Schulen.

Unsere Erfahrungen für die Algarve:

1. Ihr müsst dort gemeldet sein, einfach mal hinziehen ist nicht, das umfasst das volle Paket mit Steuernr, Sozialversicherunsgnummer und ich meine auch der KV Nummer. Gillt für öffentliche und private Schulen
2. Stell Dich auf Bürokratie ein und bring Geduld mit, bei öffentlicher Schule (Grund- und oder Sekundarschule) wird es einfacher sein, aber auch hier muss man proaktiv nachfassen. Bei den privaten Schulen (Hier DSA Algarve und Nobel Interantionals School) ist es für Grundschulalter auch schwer bzw mit viel Vorlauf und später dann einfacher.
3. Die Noble school macht ihrem Namen alle Ehre, alles nobel und teuer. Klar, sehr gut ausgestattet, alle Teenies die ich in der Öffentlichkeit mit dem Logoshirt rumlaufen sah, habe ich befragt, waren durchweg Holländer, waren sehr glücklich. Es gibt auch Vertrauenslehrer usw., also man bekommt was für sein Geld, aber die Frage ist, steht es im Verhätlnis und vor allem, sind die Kinder dann nur noch unter den "rich kids" ? Schwer zu sagen, weniger gefallen hat mir das es schon im Kindergarten überall riesige Bildschirme gibt...
4. Die DSA haben wir auch besucht. Irgendwie schwer zu sagen, die ganze Schule eher einfach gehalten. Einerseits hemdsärmelig symphatisch, andererseits bestand der Abschlussjahrgang dieses Jahr aus zwei Schülern. Ich habe sowohl den einen der Absolventen befragt und auch mit anderen Eltern gesprochen. Der Eindruck ist gemischt. Die Schule ist bemüht, steht jetzt unter neuer Leitung, ist aber noch Luft nach oben. Die unteren Klassen sind wohl gut besucht, später wird es dann eher dünn.
5. Wir haben in Carvoeiro eine Grundschule, das sind die Außenbereiche auch viel aus Stein und Beton -wie fast überall im Süden- die Kinder schienen insgesamt glücklich und die Lehrkräfte noch jung und engagiert. Aber das waren nur Momentaufnahmen.

Ich würde mich freuen wenn @Iris_K ihre Erfahrungen schildern würde.

Grüße

Bernardo
 
@Bernardo77,
Was möchtest Du denn wissen? Ich glaube es hängt auch immer stark von der Region ab.
Unsere Tochter geht auf eine portugiesische Privatschule, die ganz bei uns in der Nähe ist. Dadurch, dass die Schule immer sehr lange ist, sie hat 30 Schulstunden/Woche und dann noch Aktivitäten , bin ich froh, dass der Schulweg so kurz ist und wir auch zu Fuß zur Schule gehen können.
Sie ist zweisprachig aufgewachsen und war auch schon in einem portugiesischen Kindergarten. Mit der Sprache gibt es also keine Probleme.
 
Hallo @Iris_K, generell würde ich gerne wissen wollen, in welchem Alter Deine Kinder nach Portugal kamen und wie es mit der Anpassung lief, man sagt ja immer, je kleiner/jünger desto unkomplizierter geht es. Vom portugiesischem Schulsystem habe ich bisher nur gehört, dass es sehr traditionell sein soll, also so in etwas: Kapitel 3 Seite 46 aufschlagen... und weniger offene Kommunikation/Diskurs. Auch die Kommunikation Lehrer/Eltern ist wohl eher zurückhaltend?
Wie sind die Erfahrungen mit Eurer privaten Schule?

Grüße

Bernardo
 
Ich heiße zwar nicht Iris, aber meine zwei sind schon klein hierhergezogen. Aus denen ist was Undefinierbares geworden. Heute 9 und 12. Mich freut, dass sie sehr friedlich sind, niemand mobben und auch nicht gemobbt werden. Streit gibt es gar nicht. Die streiten eigentlich nicht mal untereinander. Da bin ich von zu Hause was anderes gewohnt. Da geht der Streit schon auf dem Spielplatz los, wenn Ben und Jessica die Schaufel nicht mit anderen Kindern teilen wollen. Beide gehen auf die ganz normale Schule. Der Schulstart ist manchmal ein bisschen holprig und ja, da wird auch immer mal wieder gestreikt. Bei uns hält sich das aber im erträglichen Rahmen. Und weil die nicht blöd sind und natürlich an Brückentagen, Freitagen und vielleicht sogar Montagen streiken, haben wir auch ein bisschen was davon.

Die Pädagogik kann ich nicht beurteilen. Schaut man auf Pisa, dann ist, glaube ich, Portugal nicht weit von Deutschland entfernt. Ich habe da eh einen ganz anderen „Benchmark“. Ich beobachte ihre Kompetenz im Alltagsleben und versuche nachzuhelfen, wenn was fehlt. Der ältere lernt übrigens gerne mit mir und nervt mich richtig, bis ich mir endlich Zeit nehme.

Meine These: Der Einfluss der Eltern ist viel wichtiger, als die kleinen Unterschiede zwischen verschiedenen Schulen. Und wir wissen heute eh nicht mehr, welche Kompetenzen in 15 Jahren überhaupt noch wichtig sind. Ich befürchte, traditionelles Schulwissen wird keine große Rolle mehr spielen, wenn auf Silicon gedacht wird.
 
Hallo @Iris_K, generell würde ich gerne wissen wollen, in welchem Alter Deine Kinder nach Portugal kamen und wie es mit der Anpassung lief, man sagt ja immer, je kleiner/jünger desto unkomplizierter geht es. Vom portugiesischem Schulsystem habe ich bisher nur gehört, dass es sehr traditionell sein soll, also so in etwas: Kapitel 3 Seite 46 aufschlagen... und weniger offene Kommunikation/Diskurs. Auch die Kommunikation Lehrer/Eltern ist wohl eher zurückhaltend?
Wie sind die Erfahrungen mit Eurer privaten Schule?

Grüße

Bernardo
Hallo Bernardo,
Unsere Tochter ist hier in Portugal geboren. Aber Deutsch ist ihre Muttersprache und sie ist mit Deutsch aufgewachsen, weil auch ihr portugiesischer Vater zu Hause viel Deutsch spricht. Als sie in den Kindergarten gekommen ist, war es am Anfang schon ein bisschen schwierig und die Erzieherinnen haben gesagt, dass sie hauptsächlich „Nein“ gesagt hat. Ich habe dann angefangen, ihr auch mal portugiesische Bücher vorzulesen – mit dem Ergebnis, dass sie gut Portugiesisch, aber mit deutschem Akzent sprach.
Als sie in die Schule gekommen ist, war sie im ersten Halbjahr in einem Kurs „Portugiesisch für Nicht-Muttersprachler“. Da wurde sie dann aber gleich wieder rausgenommen.
Sie kommt in der Schule gut mit. Lesen kann sie gut in beiden Sprachen, aber das Schreiben ist natürlich schwer auf Deutsch. Die Schule geht aber jeden Tag sehr lange und daher ist es auch nicht so leicht, Deutsch zu üben. In der Grundschule hatten sie nur am Wochenende Hausaufgaben oder angekündigte Diktate, für die sie üben musste.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist, dass sie schon in der 1. Klasse immer kleine Präsentationen machen mussten und so geübt haben, vor den anderen Schülern etwas vorzustellen. Auch kommen die älteren Schüler manchmal zur Übung in die Klassen der jüngeren und stellen ihre Projekte vor. Zu Weihnachten und zum Sommer gibt es ein großes Schulfest, bei dem alle Schüler mitmachen können und gemeinsam jahrgangsweise einen Tanz oder ein Lied einüben, das den Eltern und Gästen vorgeführt wird.
Mir ist aufgefallen, dass sie dadurch keine Scheu hat, vor anderen zu reden oder auch mal spontan etwas in ein Mikrofon zu sprechen.

Was so mittelgut ist, ist, dass sie seit der 1. Klasse ein iPad nutzen und viele Übungen auf dem iPad zu machen sind. Einige Schulbücher haben sie dieses Jahr wohl auch nur digital. Gestern gab es extra eine Online-Schulung für die Eltern, da es immer komplizierter wird nachzuvollziehen, was denn nun wo auf dem iPad zu finden und eventuell noch zu machen ist.
Englisch wurde schon seid der 1. Klasse unterrichtet.

Die Kommunikation mit den Eltern hängt denke ich immer von den Bedürfnissen ab. Man kann immer einen Termin machen, um online oder vor Ort mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer zu sprechen. In der Grundschule durften die Eltern die Kinder noch bis ins Klassenzimmer bringen, da konnte man immer mit den Lehrern reden.
Außerdem gibt es WhatsApp-Gruppen – teilweise mit Lehrern – oder die Kinder können die Lehrer über Teams ansprechen.

Am Anfang des Schuljahres gibt es einen Elternabend, da wird eine PowerPoint-Präsentation gezeigt und es gibt nicht viele Diskussionen.
Als es bei uns mal ein Problem mit einer neuen Lehrerin gab, wurde dazu ein Elternabend veranstaltet.

Der Umgang zwischen Lehrern, Schülern und Auxiliares (Hilfskräften) ist sehr liebevoll. Die Kinder umarmen oft die Lehrer und Lehrerinnen und die Auxiliares. In der Grundschule hatte jede Klasse ihre eigene Auxiliar, die z. B. beim Mittagessen oder dem Haareföhnen nach dem Schwimmen etc. geholfen hat und auch ganz viel mit den Kindern, die Lust hatten, in den freien Stunden gebastelt hat. Es gibt ständig ein neues Fest und dafür wird immer viel gebastelt.
Die Kinder werden dort bis 19:00 Uhr betreut, wenn die Eltern das wollen. Unsere Tochter will meistens auch nicht sofort nach der Schule abgeholt werden, sondern bleibt gerne noch dort, um mit den anderen Kindern zu spielen. Verabredungen mit anderen Kindern finden eh eher am Wochenende statt, weil die Schule so lange geht und die Eltern meistens auch spät von der Arbeit kommen.

Das ist, was mir so spontan zu unserer Schule eingefallen ist.

Gruss
Iris
 
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