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Auswandern mit oder ohne Pferde

Dannyschatz

Amigo
Teilnehmer
Hallo,
mein Mann und ich haben entschieden, in den nächsten Jahren nach Portugal auszuwandern. Im Moment leben wir mit unseren beiden Pferden in Brandenburg, Deutschland. Warum wir noch hier sind? Der Tiere wegen. Mit Pferden so weit umzuziehen, ist denke ich, gar nicht so einfach. 750 km hatten wir schon mal geschafft, aber 2500? Der Transport ist das eine, aber…Die Infrastruktur für die Pferde, muss gleich am 1. Tag vorhanden sein. Wie ist das Futterangebot? Gibt es genug Heu? ( der Wallach verträgt kein Kraftfutter) Gäbe es auch die alternative, die Pferde wo einzustellen? Und wenn ja, wo liegen die Preise? Bisher hatte ich die Pferde am Haus in Eigenregie. Wie ist das mit der Übergangszeit vom Hausverkauf in Deutschland bis zum Neuerwerb in Portugal. Wir und die Hunde können notdürftig im Wohnwagen wohnen, aber die Pferde? Das sind gerade Gedanken, um die ich mir gerade den Kopf zerbreche. Ist hier schon mal jemand mit Pferden ausgewandert? Wie habt ihr das gemeistert? Was zuerst organisiert? Wie haben die Tiere die Umstellung ( Klima+ Futter) verkraftet? Oder habt ihr eure Pferde erst gar nicht mitgenommen? Bitte einfach mal erzählen und für jeden Tipp bin ich sehr dankbar ☺️
 
Alle diese Fragen haben wir uns damals auch gestellt und so sind wir dann schlussendlich vorgegangen:
Wir haben uns für ein Haus mit großem Grundstück entschieden, deshalb wohnt das Pferd auch bei uns und nicht in einem Pensionsstall.
Mein Mann ist im Frühjahr mit den Hunden voraus umgezogen und wir haben das Pferd für die Übergangszeit zu einer Freundin auf die Weide gestellt. Ich bin dann im Sommer ebenfalls umgezogen, nachdem der Hausstand entrümpelt, verpackt und einem Spediteur übergeben war.
Wegen der klimatischen Unterschiede ist das Pferd erst im Herbst (November) nachgekommen, natürlich mit einem professionellen Transportunternehmen - niemals würde ich solche Strecken in einem normalen Pferdehänger fahren (meines Wissens nach ist das auch nicht zulässig). Der Transport hat drei Tage gedauert und 1.500 € gekostet in 2017. Bis zum Eintreffen ihrer pferdigen Hoheit haben wir Weidezäune gezogen und die Scheune umgebaut.
Glücklicherweise hatten wir bereits vorab Kontakte geknüpft und konnten auch im November noch Heu kaufen, allerdings Großballen. Mittlerweile haben wir auf kleine Ballen umgestellt, damit wir im Frühjahr direkt vom Feld weg unseren Jahresvorrat einlagern können und nicht im Winter noch einmal nachkaufen müssen.

Was für euch der vernünftigste Weg ist, kann ich natürlich nicht sagen. Vor allem, wenn ihr erst etwas verkaufen müsst, um wieder investieren zu können, ist es logistisch schwierig.
Übrigens würde ich das nicht noch einmal machen. Ich habe mich bereits vor dem Umzug für einen Verkauf des Huftiers ausgesprochen - meinem Mann liegt die Dame aber zu sehr am Herzen. Es gibt hier gute Pferde zu kaufen, die an das Klima und die andere Heu-Qualität etc. gewöhnt sind. Wenn euer Herzblut nicht an diesen Pferden hängt, macht euch ein Umzug ohne Pferde das Leben deutlich einfacher.
 
Vielen Dank für deine Erfahrung. Ja, am liebsten würde ich die Pferde an unsere Töchter weitergeben. Dann wüsste ich, sie sind gut versorgt und eine Trennung viele mir wesentlich leichter. Aber die sind selbst noch jung und müssen erst einmal selbst richtig Fuß fassen. An irgendwelche Leute zu verkaufen, fällt vor allem mir sehr schwer. Gerade an dem Wallach hänge ich doch sehr….in welche Gegend seit ihr gezogen. Eher südlich, wo es sehr trocken ist? Oder mehr nördlich, wo auch Futter auf den Koppeln steht?
 
Du kannst die Pferde gerne bei uns unterstellen, wenn du das magst. Wir sind vor vielen Jahren nach Portugal ausgewandert und haben auch Pferde mitgenommen. Den Transport haben sie gut weggesteckt. Wir leben im Norden Portugals, wo es immer grün ist, auch im heissesten Sommer. Wir haben heute eine Pferdezucht mir über 60 Pferden und fühlen uns sehr wohl hier. Futterangebot ist mehr oder weniger das gleiche, wie damals in der Schweiz und unser Heu machen wir selber, hat ja genug gutes Gras. Im Süden ist das wohl schwieriger. Klima ist ähnlich wie in der Schweiz, vielleicht ein wenig einen längeren Sommer, ansonsten ab und an Schnee, viel Frost, Regen.
 
Das Angebot ist sehr freundlich und vielleicht nehme ich es tatsächlich einmal in Anspruch. Wir fahren dieses Jahr im Juni nach Portugal um das Land genauer zu erkunden und vorab zu schauen, in welcher Gegend wir uns wohl fühlen könnten.
 
….in welche Gegend seit ihr gezogen. Eher südlich, wo es sehr trocken ist? Oder mehr nördlich, wo auch Futter auf den Koppeln steht?
Weder noch. ;-)
Wir haben uns für die Region entschieden, in der traditionell viel Großtierhaltung (Pferde, Rinder) betrieben wird und leben ca. 65 km östlich von Lissabon.
Das mit dem Futter auf den Koppeln ist so ein Ding in deutschen Köpfen. Wir halten unsere Pferde etwas anders. Sie stehen im Offenstall mit 24/7 Zugang zu ca. 1,5 Hektar Magerweide. Einmal am Tag geht es für eine Stunde auf die kleine Futterkoppel, dort ist immer etwas zu grasen. Ansonsten haben wir es lieber, wenn wir die Futtermenge über Heu selbst kontrollieren können. Unsere Pferde sind sehr leichtfuttrig, deshalb sind wir zufrieden mit dieser Lösung.
 
Wir haben uns vor vielen Jahren dagegen entschieden, unsere Pferde nach Portugal umzuziehen. Wir wohnen an der Algarve und für nordeuropäische Warmblüter ist die Klima- und Futterumstellung aus unserer Sicht sehr schwierig. Wir haben unsere "Rentner" damals in Deutschland professionell untergebracht und die Jüngeren verkauft. Für die einheimischen Rassen sieht das anders aus, die sind an die Futterqualitäten, Temperaturen und Insekten gewöhnt. Wenn es um Reitsport geht, ist es außerhalb von Deutschland ein sehr elitärer und teurer Sport. Turniere in Portugal habe ich fast ausschließlich auf internationalem Niveau und per Einladung gesehen.
Zum Transport: Natürlich darf man sein Pferd im Anhänger nach Portugal transportieren - es braucht mittlerweile nur eine ärztliche Bescheinigung/"Transportschein". Das kan Euch jeder Tierarzt näher erklären.
 
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