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Was lest Ihr eigentlich grade ...?

Mein hier bereits mehrfach angesprochener Lieblingsautor Paul Auster ist verstorben.
Sein letztes Buch werde ich im Herbst in Portugal lesen. Der Nachruf von SPON enthält einige Empfehlungen:
 
Ich habe die traurige Nachricht heute morgen gelesen. Wirklich schade! Bis auf 4 3 2 1, an das ich mich wegen seines Umfangs noch nicht gewagt habe und das neue
Buch habe ich alle gelesen. Alle lesenswert, mehrfach!
 
Ich habe die traurige Nachricht heute morgen gelesen. Wirklich schade! Bis auf 4 3 2 1, an das ich mich wegen seines Umfangs noch nicht gewagt habe und das neue
Buch habe ich alle gelesen. Alle lesenswert, mehrfach!
Same here, 4321 war ein „Projekt“ im Portugalurlaub, vielleicht schreibe ich die Geschichte dazu mal hier auf.
 
Wer sich an 4321 heranwagen will (eignet sich perfekt für einen Portugalurlaub), der kann hier einen Eindruck bekommen:
 
Bis zum 1.6.24 kann man sich noch "Was wäre wenn" auf Arte ansehen. Paul liest aus 4321, Siri kommt in der Dokumentation der politischen Seite seines Lebens auch zu Wort und ihr könnt erfahren, wie Archibald Fergusons Großvater zu seinem Namen gekommen ist:
 

Der Thread für Leseratten, solche die es werden wollen, Menschen die Bücher lesen, und alle die neugierig auf Neues sind​

Dann möchte ich einmal anfangen. Farbenzeit hatte sich für einen von mir "ungewollten Buchtipp" bedankt. Ich möchte mit diesem Buch hier anfangen und hoffe auf viele weitere Buchempfehlungen von Euch allen.


Das Buch, das ich Euch empfehle, ist "Himmel und Hölle" von Jón Kalman Stefánsson. Es ist der erste Band einer Trilogie (gefolgt von "Der Schmerz der Engel" und "Das Herz des Menschen"), aber in sich abgeschlossen.
Der Roman entführt in ein abgelegenes, rauhes Fischerdorf an der isländischen Küste um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht ein namenloser junger Mann, der mit seinem Freund Bárður auf einem Fischerboot anheuert. Das Leben ist ein unerbittlicher Kampf gegen die Naturgewalten: die eisige See, der Schnee, die Armut. Als Bárður, in Gedanken versunken über die Verse von John Milton, den Anorak vergisst und auf See stirbt, ist der junge Mann von Trauer und Schuld überwältigt. Er bricht auf, um Bárðurs geliebtes Buch zurückzubringen, und beginnt eine Reise durch die archaische, poetische Welt der Fischerdörfer, in der die großen Themen des Lebens, der Tod, die Liebe, das Schicksal und die Macht der Worte, auf ergreifende Weise miteinander verwoben werden.
Warum ich dieses Buch gut finde:
Es ist ein Roman wie ein stürmischer Tag am Polarmeer: rauh, tiefschwarz und von atemberaubender Schönheit. "Himmel und Hölle" ist eine poetische und melancholische Ode an die Kraft des Überlebens, die Liebe und die Worte, die uns retten, wenn das Leben alles andere nimmt. Man taucht ein in die Seele Islands und die Schicksale seiner Menschen, deren Leben so fragil ist wie das dünne Eis über der Tiefe. Für alle, die die Wahrheit über das Meer und das menschliche Herz kennen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Danke Dir, das ist toll. Ich hoffe, dass diese Leseecke sich nach und nach mit kleinen (oder auch großen?) Schätzen füllt!

Ich hab da auch schon was:

eine Reisegeschichte der anderen Art. Nicht nur für Hundefreunde.
Der Roman hat mich sehr berührt.
Es ist eine wirklich traurige Geschichte, aber mit liebevollen Momenten, die einem mitten ins Herz gehen.
Keine leichte Kost. Aber ein lesenswertes Werk.


Ansonsten bin ich ein Herbert-Steinfest- Fan, trifft auch nicht jeden Geschmack. Zu wirr ist es Vielen, was der Autor da fabriziert.
Er schreibt skurrile Geschichten, phantastisch und surreal kommen die meist daher, aber auch sehr philosophisch.
In einer für mich wenigstens wunderbaren wortwitzigen Sprache.
Meine Favoriten bisher:
"Das Leben und Sterben der Flugzeuge", "Der Allesforscher"

Für den Anfang vielleicht noch ein katastrophales Buch im Wortsinn, Murphy's Law in Reinform:
"Die nachhaltige Pflege von Holzböden".
Eine Kette von fatalen Ereignissen zerstört die zu hütende Luxuswohnung eines Freundes, Warnung, auch Katzen kommen zu Schaden.
Es zeigt sich mal wieder: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint". Nix für schwache Nerven oder Ordnungsfanatiker.
Der britische schwarze Humor ist eben Geschmackssache.

Ihr seht schon, seichte Liebesgeschichten oder heitere Urlaubsromane sind nicht so mein Ding :-D.

to be continued
 
Zuletzt bearbeitet:
@irisb
Soll ich euch eigentlich die beiden Buch/ Lese-Threads zusammenlegen?
Das Umziehen der Beiträge hier ginge recht einfach .


(Eventuell tatsächlich mit einem extra Thread zu Lobo Antunes .)
@Crooks
Ich habe nichts gegen ein Zusammenlegen. Der andere thread war mir leider nicht bekannt.
Zu Lobo Antunes, mich hat hier die Beschäftigung mit dem menschlichen Leid und dem Umgang mit der Vergänglichkeit und der schwierigen Realität der Existenz fasziniert. Ich sehe hier Gemeinsamkeiten mit meiner Arbeit, letztendlich auch mit fernöstlichen Philosophien wie Buddhismus... Man mag mich gerne hier berichtigen, ich sehe auch Gemeinsamkeiten mit Saudade, so wie Portugiesen versucht haben, dies mir zu vermitteln.
Vermutlich sind diese Anknüpfungspunkte, das für mich so faszinierende. Das Thema gehört zu meinem Leben und zu meiner Arbeit.
@Farbenzeit
Ich hab den andern auch nicht gefunden...:(
und dann haben wir aber ja extra den mit Portugalbezug, da fände ich doch gut, wenn das getrennt bleiben würde.
@irisb
...
und dann haben wir aber ja extra den mit Portugalbezug, da fände ich doch gut, wenn das getrennt bleiben würde.
Wie meinst du das? Wenn ich es richtig sehe, geht es sowohl hier als auch in dem anderen (von KP verlinkten )Thread gemischt zu.
Es sei denn, du hast noch einen anderen im Kopf!?

Lg iris



(Es gibt einen Thread zu ( Spiel-) Filmen mit Portugalbezug)
@Farbenzeit
Den da meinte ich:

Ich fand das immer schön, weil man da eben nur die Portugal-Themen oder Schriftsteller findet, weil ich sowas immer für den Urlaub brauche:)

@irisb
Den meinte ich gar nicht;)
Ich hatte ihn auch nicht mehr auf dem Schirm
Sondern diesen...
( Ich habe temporär alle drei angepinnt) :
@Farbenzeit
Aaah. Also ich wär für "allgemein" und für Portugalbezug. Da findet man ja dann auch Antunes gut, oder?

Ich kann allerdings nicht versprechen, dass ich alle Portugiesen aus dem allgemeinen in den speziellen Thread transplantieren kann.o_O
Ich schau mal...
 
Zuletzt bearbeitet:

HINWEIS:
die aktuellen oberen Beiträge wurden wie angekündigt umgezogen ( alter Titel s.o.) .
Außerdem der angekündigte Versuch einer Sortierung in Beiträgen zu allgemein empfohlener Literatur und Literatur mit Portugalbezug.
Mal schauen, wie weit ich komme :angst:
 
Zuletzt bearbeitet:
António Lobo Antunes scheint ja noch mehr Fans zu haben :

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António Lobo Antunes ... angefangen im ersten Corona-Sommer, dann hat es sich etwas hingezogen mit den rund 30 Romanen, wieder gelesen, neu gelesen, durchgearbeitet, jetzt dann erst einmal fertig (leider abgesehen von den zwei letzten noch nicht übersetzten Romanen) - »man sollte die Tränen nicht nach dem beurteilen, was die Wangen herunterrint, sondern nach dem Zittern der Lippe« (GB 380).

Gerade ist das "Wörterbuch der Sprache der Blumen" auf Deutsch erschienen ... jetzt ist António Lobo im Alter von 83 Jahren verstorben.


Im Gespräch mit Georg Steiner

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Der "Judaskuß" ist 1987 erschienen, meine Ausgabe ist von 1989, wenn ich jetzt noch herausbekomme, wann die Lesung aus dem Roman im Haus der Kulturen der Welt in Berlin stattfand, wüsste ich genauer, seit wann ich Antunes lese ... mein Verdacht wäre seit spätestens 1997, da war Portugal Schwerpunkt der Frankfurer Buchmesse. Und er hat sicher nicht nur die (portugiesische) Literatur und die Kunst des Romans revolutioniert, sondern meine Art des Sehens und vor allem meinen Begriff von dem neu akzentuiert, was man sich so in etwa unter Erinnerung / Gedächtnis / Geschichte vorstellen muss (und was damals auch nicht mehr ganz zu dem passte, was in Berliner FU-Seminaren unter Benjaminiten/Adorniten zum Thema gedacht wurde).

Gerade auf dem Schreibtisch, "Am anderen Ufer des Meeres" ... zwischen Angola und Nelas:

IMG_20260305_111347.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh, das ist eine traurige Nachricht. Bei mir warten auch noch Bücher von ihm auf das Gelesen werden.
Während meiner Reisen und Aufenthalte "wage" ich mich ja jedes Mal an portugiesische Literatur bzw wähle Lesestoff mit Bezug.
Meine nächsten Projekte von Antunes sollten sein: "Die Rückkehr der Karavellen" und "Die natürliche Ordnung der Dinge".
"Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben"
habe ich allerdings, wie ich gestehen muss, nicht bis zu Ende gelesen,
das war mir eine doch zu anspruchsvolle Kost. Vielleicht irgendwann mal...
 
Meine nächsten Projekte von Antunes sollten sein: "Die Rückkehr der Karavellen" und "Die natürliche Ordnung der Dinge".
"Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben"
habe ich allerdings, wie ich gestehen muss, nicht bis zu Ende gelesen,
das war mir eine doch zu anspruchsvolle Kost. Vielleicht irgendwann mal...

Karavellen: Diese verrückten Seefahrer- und Rückkehrergeschichten lohnen auf jeden Fall, dann und wann vielleicht zur Orientierung in der Entdeckergeschichte ein Griff zur Wikipedia, dann passt das. Vor allem noch mit dem Humor, der in den späteren Romanen etwas verloren geht.

Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben: das ist – sozusagen – der Praia das Maçãs - Roman, Sommerfrische der Familie Antunes, mehr Lokalkolorit geht nicht.

pdmala.jpg

Sonst kann ich einfach immer wieder nur empfehlen, die so genannten »Chroniken« zu lesen, das sind, etwas übertrieben formuliert, die Romane en miniature, aber ganz leicht und in dieser ganz besonderen Tonlage.
 
Sonst kann ich einfach immer wieder nur empfehlen, die so genannten »Chroniken« zu lesen, das sind, etwas übertrieben formuliert, die Romane en miniature, aber ganz leicht und in dieser ganz besonderen Tonlage.
Danke für den Tipp, ich werde mal den erste Band bestellen und bei Gelegenheit berichten.
 
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