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Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

  • Ersteller Ersteller Trofense
  • Erstellt am Erstellt am
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo Chuchu,

dank Dir für Deine schnelle Besprechung verschiedener Auszüge aus Jürgen Roths Analysen und Ableitungen.

Ich wollte an dieser Stelle gar keine Systen-Diskussion lostreten.
Und ich folge Jürgen Roth auch nicht bei allen seinen Schlussfolgerungen.
Das, was Jürgen Roth allerdings gut recherchiert hat und gekonnt aufzeigt, ist von größerer Relevanz für die o. g. Fragestellung:
die Behauptung materieller Interessen auf der Seite "der Vermögenden" ist ungebrochen skrupellos. Und skrupellose Handlungsweisen "der Vermögenden", die sich nachgewiesenermaßen durch Lobbys und andere Interessenvertretungen repräsentieren lassen, haben in den vergangenen Jahren der Krise tatsächlich zu einer starken Beschädigung der sozialen Sicherungssysteme in Europa und zu einem Auseinanderklaffen der oft beschriebenen Schere zwischen Reich und Arm geführt.

Die Menschen, denen die Bürgerinnen und Bürger Europas vertraut haben, haben sich der ihnen übertragenen Verantwortung in ganz vielen Fällen nicht würdig gezeigt.
Dies gilt nicht nur für Politiker, denn – wie heißt es sehr richtig:
Eigentum verpflichtet!

Beste Grüße

Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo Alex,
schön, dass wir schon fast wieder nebeneinander gehen.
Meine Scherenauseinandergehhypothese ist die, dass die Tarifparteien, seit es sie gibt, fast immer prozentuale Lohnerhöhungen vereinbaren, statt eines -ich sag jetzt einmal nicht “gerechteren“, sondern- menschlicheren Festbetrags für alle.

Wegen einer Grundtendenz, die in diesem Forum anklingt, fühle ich mich nicht ganz so wohl: Dieses Sich-abhängig-Fühlen von Oberen, Reichen, Mächtigen. Ich gebe ihnen keinen Einfluss auf mich, z.B. indem ich keine Schulden mache, indem ich selbst keine Attraktivität am Obensein, Reichsein, Mächtigsein erkenne, keine Autoritäten bewundere und vor allem die Freiheit meiner Entscheidung sehe und genieße, keine Verlustängste habe, weil ich entweder nicht so dran hänge oder viele Alternativen erkenne. Zunächst einmal genügt es mir, zu leben.
Schönen Spätnachmittag noch
Chuchu
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

...
Wegen einer Grundtendenz, die in diesem Forum anklingt, fühle ich mich nicht ganz so wohl: Dieses Sich-abhängig-Fühlen von Oberen, Reichen, Mächtigen. Ich gebe ihnen keinen Einfluss auf mich, z.B. indem ich keine Schulden mache, indem ich selbst keine Attraktivität am Obensein, Reichsein, Mächtigsein erkenne, keine Autoritäten bewundere und vor allem die Freiheit meiner Entscheidung sehe und genieße, keine Verlustängste habe, weil ich entweder nicht so dran hänge oder viele Alternativen erkenne. Zunächst einmal genügt es mir, zu leben.
Schönen Spätnachmittag noch
Chuchu
Damit kann ich mehr anfangen.
Sehe ich genauso: Keine Schulden, nicht auf Pump kaufen,
das Glück nicht primär im Konsum suchen, Eigene Wege gehen usw.
Welche "Grundtendenz im Forum" du meinst, habe ich nicht verstanden.
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Stichwort Grundtendenz im Forum.
Also da muss ich Chuchu und Bernhard ein wenig widersprechen.
Ich finde es schon gut, wenn man sich über die generelle Entwicklung der Gesellschaft Gedanken macht
und nicht nur sein eigenes Leben betrachtet.

Das klingt mir zu sehr nach "jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" und mir fehlt der Solidaritätsgedanke.
Damit seid ihr in der USA sicherlich mehrheitsfähig. Dort ticken sehr viele leute so.

Kann sein, dass sich manche Leute völlig frei und unabhängig fühlen in ihrem privaten Handeln, nach dem Motto:
- mir kann die Gesellschaft gar nichts anhaben.
- Ich komme immer klar - ich muss auch nicht unbedingt einen Arbeitsplatz haben.
- Ich kann mich leicht auf das allernotwendigste beschränken oder finde immer jemanden, der mich unterstützt.
- Mir ist auch egal wie hoch die Mieten, Nebenkosten und bzw. die allgemeinen Lebenshaltungskosten sind.
- Ich werde auch nie krank und bin niemals auf Hilfe von anderen bzw. des Staates angewiesen.

Kann ich für Singles ohne jegliche Verantwortung für andere Personen gerade noch einigermaßen nachvollziehen.

Das ändert sich aber ziemlich schnell, wenn man Verantwortung für Partner, Kinder, evtl. pflegebedürftige Eltern etc. hat.
Hier spielen gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge schon eine Rolle bzw. wirken sich auf das eigene Leben ganz anders aus.
Und da ist z.B. der Verlust des Arbeitsplatzes , die plötzliche Verdoppelung der Miete, oder eine schwere Krankheit eine ganz andere Kiste.

LG
Lobinho
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

....
- mir kann die Gesellschaft gar nichts anhaben.
- Ich komme immer klar - ich muss auch nicht unbedingt einen Arbeitsplatz haben.
- Ich kann mich leicht auf das allernotwendigste beschränken oder finde immer jemanden, der mich unterstützt.
- Mir ist auch egal wie hoch die Mieten, Nebenkosten und bzw. die allgemeinen Lebenshaltungskosten sind.
- Ich werde auch nie krank und bin niemals auf Hilfe von anderen bzw. des Staates angewiesen....
keine Ahnung, zwischen welchen Zeilen du das gelesen hast?
Davon war (bei mir) nicht die Rede.
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo Lobinho,
ich stimme -zu später Stunde- Bernhards Antwort auch für mich zu und wette für den Fall, dass wir uns einmal über den Weg laufen, mit Dir, dass ich mehr Kinder habe als Du und auf dem piano besser jazz improvisiere als Du auf der Klampfe -sorry, e-gitarre.
gähnend
chuchu
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Es ging weder um Deinen und Bernhards privaten Personenstand, noch darum, dass ich Euch konkret eine bestimmte Haltung zugeschrieben habe.

Es ging um die Sache.

Sorry, wenn das missverständlich rüberkam und Ihr Euch persönlich angegriffen fühltet.

Zum letzten Satz von Chuchu kann ich nur sagen:
geht's noch etwas angeberischer?

LG
Lobinho
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo Lobinho
1. Ich dachte, Du würdest vor Begeisterung zerspringen, dass ich auch Musik mache. Zumindest hab ich nicht mit meiner kranken Mutter geprotzt.
2. Erst das verlorene Spiel (ich dachte seit Balotelli wüsste die deutsche Nation, wie man eine Abwehrreihe gegen Konter aufbaut), dann
3. zu später Stunde noch Deine spontane Intuition (hab das, was ich brauchen konnte, für mich rausgefiltert). Und auch heut morgen bin ich noch nicht ganz da und habe zweimal meine Pin falsch eingegeben.

AAAlex, wir brauchen bitte mal jemanden, der uns wirder auf Themendisziplin zurückbringt!
unlustig
chuchu
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Mein Gott, es wird immer noch schlimmer. :ahh:

Ja, Themendisziplin wäre gut.

Mein Aufpunkt innerhalb des von Alex initiierten Themas war folgender Satz von ChuChu:
"....Wegen einer Grundtendenz, die in diesem Forum anklingt, fühle ich mich nicht ganz so wohl: Dieses Sich-abhängig-Fühlen von Oberen, Reichen, Mächtigen. Ich gebe ihnen keinen Einfluss auf mich...... "

Dem wollte ich in meinem ersten Beitrag politisch widersprechen.

Meine Aufzählung von millionenfach vorkommenden Lebensschicksalen und deren Bezug zum gesellschaftlichen Kontext war beispielhaft gemeint.

Das hat konkret gar nichts mit meinen persönlichen Lebensumständen zu tun.

Deswegen darf man sich aber doch wohl Gedanken machen über soziale Fragen.

Welche "Grundtendenz" im Forum wäre denn angenehm:
Jeder macht sein Ding? Und die Schwachen in unserer Gesellschaft, die am brutalsten unter den Mächtigen leiden sind selbst schuld?

Diese arrogante Haltung ist nicht die meine.

LG
Lobinho
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Dieses Sich-abhängig-Fühlen von Oberen, Reichen, Mächtigen. Ich gebe ihnen keinen Einfluss auf mich, z.B. indem ich keine Schulden mache, indem ich selbst keine Attraktivität am Obensein, Reichsein, Mächtigsein erkenne, keine Autoritäten bewundere und vor allem die Freiheit meiner Entscheidung sehe und genieße, keine Verlustängste habe, weil ich entweder nicht so dran hänge oder viele Alternativen erkenne.

paradise:-)

AAAlex, wir brauchen bitte mal jemanden, der uns wieder auf Themendisziplin zurückbringt!

quando dizem que isto é tudo treta, o que faz falta?
o que faz falta é disziplinare a malta ... LOL

greezz
henry
ps & btw
morreu o grande escritor vasco graça moura- foi enterrado ontem
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

morreu o grande escritor vasco graça moura- foi enterrado ontem

Deswegen nutze ich die Gelegenheit, um mit Vasco Graça Moura und seiner schönen Bestandsaufnahme (nicht nur) portugiesischer Befindlichkeit die Kurve zum Thema wieder zu bekommen: was fehlt, ist Streit und Poesie, denn "unanimidade é a mais banal e empobrecedora das situações".

A Portugal está a faltar muita poesia. Não enche a barriga, mas pode ajudar a encher o espírito. Tudo o que imponha uma dialética de opostos é importante. Pelo menos um embrião de conflito. A unanimidade é a mais banal e empobrecedora das situações. Ler mais:
Wo also Poesie und Mut zum Konflikt und Ernstfall fehlt, wird auch keine Revolution werden.
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo Lobinho,
also nun vergessen wir mal den letzten halben Tag und versuchen es noch mal neu.
Revolutionen sind Zusammenballungen der Empörung Einzelner, Jahrhundertereignisse, schwer mobilisierbar und nicht planbar. Wenn wir als Einzelne oder in diesem eher verschwiegenen Forum unserer Empörung Ausdruck geben, outen wir uns, entlasten wir uns vielleicht, erfahren im günstigsten Fall eine kleine Bestätigung, aber es verändert nichts.

Wir können unsere Argumente dort einem u.U. schmerzhaften Probelauf unterziehen und können vor allem Anregungen erfahren, die uns in unserem persönlichen Denken weiterhelfen.

Was sagst Du oder andere Eingeladene denn zu meiner folgenden Meinung: Ich verlange von den anderen nicht, dass sie sich ändern und meine Meinung übernehmen. Damit schließe ich den Anspruch aus, mich zur Horde zu erweitern, in deren Schutz ich randalieren könnte. Ich würde einen Selbstanspruch an mich als überheblich ansehen, der die gesamte „Population“ verändern will, (a) weil ich dadurch meine Meinung zum Diktat machen würde, (b) weil meine Ungeduld und mein Frust, über Jahre nichts Nennenswertes verändert zu haben, mich zu rücksichtslosen Maßnahmen animieren könnte.
Alles, was mir alleine ausging, konnte ich aber realisieren; oft nur die Welt in Repräsentanz einer einzigen Person verändern, oder den Versuch in eher überschaubarer Runde anbieten/initiieren.
Wenn ich mich nun mit minimalen aber realen Fortschritten bescheide, bedeutet das nicht die Aufgabe des Wunsches, die Situation für breite (eher meist außereuropäische) Kreise zu verbessern.
Deshalb mache ich hier in diesem Forum keine Politik. Und wenn ich sie alle vier Jahre mache, dann weiß ich um meinen fünfzigmillionsstel Anteil. Aber für mich bedeutet er alles.
Handgeben?
chuchu
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Hallo K.P.,
hat ein Bisschen gedauert, bis ich Deinen Text übersetzt hatte. Wie erbärmlich kam ich mir in den letzten Tagen vor, mit meinen Worten neben der Fotoserie oder den Sängern zu stehen. Aber ein Poet, wie der von Dir zitierte, kann da mithalten.

Nur er sagt aber auch etwas: Er kultiviert Streit und Auseinadersetzung quasi zum Daseinsfortschritt der Menschen. Frage ist dann aber: Wer gewinnt. Der Lauteste, der Stärkste, der beste Redner, der Bestvernetzte, der raffinierteste Intregant, der mit Medienzugang?
Mein Lösungsvorschlag: Sport, Wettkampf (nicht gerade im Kinderkriegen), oder verbal, wenn wir, will sagen ich, es schaffen, auf der Sachebene zu bleiben.
chch
Oder: Eigentlich passt Poesie nicht zu Kampf. Man kann aber Revolution kulturell überhöhen, wie etwa Chopin mit seiner Revolutionsetude, die er schrieb, kurz nachdem nachdem er Polen verlassen hatte, weil er (zum Glück für die Menscheit) sich nicht zur Teilnahme an der gerade stattfindenden Revolution geeignet sah.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Gegen wen soll die neue Revolution denn stattfinden? Hin und wieder mal so eine Politnutte oder einen Bankster in die Luft zu sprengen, ist bestimmt nicht verkehrt. Nur bringts auf Dauer nichts, da auch diese Figuren sofort ersetzt werden können. Daran ist ja schlußendlich auch die RAF gescheitert.
Außerdem ist Zivilcourage das Dümmste, was man zeigen sollte. Lohnt sich nicht.
Am besten, die da oben machen lassen und sich selber durchwurschteln so gut es geht.
Jeder, der die Möglichkeit hat, Steuern zu hinterziehen, sollte dies auch tun.

LG
M
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Gegen wen soll die neue Revolution denn stattfinden?

na gegen die, die grad mal wieder die mehrwertsteuer im land erhoeht haben oder gegen das establishment?!

Venceremos!! Quer queiram, quer não!
-elComandante

viva o 1º de maio 2014

greezz
henry
btw
... ist Zivilcourage das Dümmste, was man zeigen sollte. Lohnt sich nicht. Am besten, die da oben machen lassen und sich selber durchwurschteln so gut es geht. Jeder, der die Möglichkeit hat, Steuern zu hinterziehen, sollte dies auch tun.

mein (ex)schwippschwager, also der andere schwiegersohn vom einstein-silva hat mit dieser philosophie ueber jahre viele harte $$ gemacht; auch deswegen ist er jetzt 'ex' und ganz schoen einsam ... egal, so lange er mir morgen und uebers WE den cayenne ausleiht:-)
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

viva o 1º de maio 2014

Da werden dann Schaufensterscheiben eingeschlagen und Autos angezündet. Wenn ich 35 Jahre jünger wäre, würde ich da auch mitmachen.
Als Jugendlicher haben wir Mülleimer umgeschmissen und Parkbänke in den Fluß geschmießen:confused:

mein (ex)schwippschwager, also der andere schwiegersohn vom einstein-silva hat mit dieser philosophie ueber jahre viele harte $$ gemacht; auch deswegen ist er jetzt 'ex' und ganz schoen einsam ... egal, so lange er mir morgen und uebers WE den cayenne ausleiht:-)

Lieber Cayenne fahren, als zB in so einer südamerikanischen Botschaft zu verschimmeln:(

LG
M
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

na gegen die, die grad mal wieder die mehrwertsteuer im land erhoeht haben oder gegen das establishment?!

Well, surprise, surprise! Oder auch nicht. Wie sagte Passos Coelho doch am 14. April noch: "Nós, na próxima semana, iremos comunicar essas medidas. Não são medidas que incidam em matéria de impostos, salários ou pensões. Creio que já esclareci bem essa matéria e não creio, sinceramente, que devemos estar todos os dias a criar uma notícia em volta dessa matéria." Und einen Tag später Finanzministerin Maria Luís Albuquerque: "Não haverá aumento de impostos em 2015 ou esforços adicionais sobre salários ou pensões.” Da beide sind längst als pathologische Lügner bekannt sind, war klar, daß genau das Gegenteil eintreffen würde.
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

hi,
quando um homem mente e uma mulher não diz a verdade ... well, die portugiesen lieben es offensichtlich kompliziert- durchs knie in den hypothalamus, auch wenn es in der uebrigen welt ja eigentlich heisst 'mann luegt nur einmal' ist das in lissabon inzwischen durchaus salonfaehig;-)

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in dem wenig transparenten steuerleitprogramm der hiesigen regierung stehen fuer den naechsten monat jetzt zunaechst noch die immer und ewig verdaechtigen tabak/alcohol und seit letzter woche auch , eine salz und zucker-steuer also; zum thema liess die regierung inzwischen verlauten dass diese steuer unumgaenglich seie, weil ... nur ein rundum kerngesundes volk ist wirklich leistungsfaehig;-)

like last year

greezz
henry
 
AW: Portugal-Wir bräuchten eine neue Revolution"

Und so warte ich immer noch auf die „Revolution-für-Etwas“ , die nicht Morde an Parkbänken verübt und Banknutten in den Fluss schmeißt, selbst wenn ergraute 68er Leidenschaften zunehmend gedanklich vollziehen, Hauptsache man bewahrt die Straffheit seiner Pubertät. Ich bewundere Menschen, die die Totalität ihrer Person in die Eindimensionalität werfen, Ursachen glasklar eindeutig verorten können, Komplexität so hassen wie Weinpanscher. Papa, hau den Maxi tot, er nimmt mir immer meine Puppe weg!

Es genügt ja auch 1 Gegner. Dialektiker sind schon verdächtige Intellektuelle, denn sie haben mindesten sechs Dinge im Kopf: 2 Personen(gruppen), Beziehung dazwischen von beiden Seiten, Dynamik des Kampfes und das Abwarten, wohin die Kugel rollt. Absolut zerstörensnotwendig aber alle komplexen Systeme: Der Terror des Gleichgewichts, das Unrecht des Nehmens- und Gebens, das menschenverachtende Sich-Entleerung von Automaten, das Entlassen der Kinder ins Leben oder die Gleichzeitigkeit der Befindlichkeitsbeobachtung des Anderen.

Wer gefährdet sich denn noch mit Düngungsprozessen oder Besteigen des Kirschbaums, wenn man ihn zur Ernte auch fällen kann? Wer hat sich lang genug mit 1 `Tag der Arbeit` begnügen müssen, wenn man 360 fordern kann? Wer braucht noch einen Schiedsrichter, wenn er sich seines eigenen heiligen Zorns sicher ist?
chuchu
 
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