• Gäste können im PortugalForum zunächst keine Beiträge verfassen und auch nicht auf Beiträge antworten. Das klappt nur, wenn man registriert ist. Das ist ganz leicht, geht schnell und tut nicht weh: Registrieren. Und dann verschwindet auch dieser Hinweis ...

Modernisierung Vale da Telha

Andreas Vala da Telha

Amigo
Teilnehmer
Hallo zusammen,

wir sind gerade in den letzten Zügen ein (Ferien-) Haus in Vale da Telha zu kaufen.

Dann wollen wir das Haus modernisieren.

Da wir in Deutschland leben, kann ich nicht so oft vor Ort sein.

Konkret planen wir neue Fliesen im ganzen Haus (165 qm), 2 Bäder komplett modernisieren, neue Küche, alle Wände streichen und Wärmepumpen-Klimageräte in WZ und den SZ.

Zudem noch Solar auf dem Dach inkl. kleinem Akku.

Macht es da Sinn einen Bauleiter o.ä. zu suchen oder schafft man es alleine, alle Gewerke aus Deutschland zu koordinieren?

Auch für Handwerkerempfehlungen wäre ich dankbar.

Viele Grüße

Andreas
 
Hallo
Erstmal Glückwünsche zu dem ( baldigen) Erwerb eurer Immobilie.
Aus Erfahrung kann ich euch nur den Einsatz einer kompetenten Kontrolle vor Ort empfehlen.
Ich selbst ( Bauingenieur und früher auch Bauunternehmer ) habe es hier und da bei Freunden in der näheren Umgebung gemacht und das war auch gut so.
Die portugiesischen Handwerker haben leider oft nicht das technische Wissen, das wir als deutsche erwarten.

Eine Koordination aus Deutschland mag hier und da funktionieren, aber wenns schief geht.......ne, ich würde es gar nicht erst versuchen.
 
Ich lese gerade deinen Beitrag.
Was dich ehrt ist dein Vertrauen in die Menschheit.
Auch in Portugal gilt Vertrauen ist gut, ständige Kontrolle ist besser.

Sprichst du Portugiesisch?
Wo willst du einen zuverlässigen Bauleiter finden. Und wie weisst du überhaupt, dass er zuverlässig ist.
Wie weisst du mit welchen Fliesenlegern er arbeitet? Ein guter Fliesenleger, oder einer der gerade bei seiner Tante im Klo ein paar Fliesen gelegt hat.
Bei den anderen Arbeiten gilt genau das Gleiche.
Vergesse nicht, in Portugal hören Leute dich zu, bestätigen auch wie du etwas willst und tun es dann doch so wie sie es selbst am Besten finden.
Es von Deutschland aus zu machen ist schier unmöglich.
Trotzdem viel Glück
Johan
 
100 Prozent Zustimmung, Johan, auch wenn dich niemand erhören wird. Mach dir nichts draus. :-D

@Andreas Vala da Telha
  1. Nein, es macht keinen Sinn, einen Bauleiter zu suchen. Brauchst du erst gar nicht anzufangen. Wenn du einen guten Bauleiter hast, dann könnte es klappen. Suchen ist hingegen sinnlos. Du kannst ja nicht einfach viele ausprobieren und „hübsch“ sehen erst mal alle aus. Abgeschminkt siehst du sie erst am nächsten Morgen, und dann ist es zu spät.
  2. Nein, das schaffst du nicht, alle Gewerke aus Deutschland zu koordinieren. Selbst mit einer gewissen Fachkenntnis wirst du es nicht einmal vor Ort schaffen, alle Gewerke zu koordinieren.
Fachkenntnis, Sprachkenntnis, Ortskenntnis und Menschen-/Portugiesenkenntnis vorausgesetzt, könntest du das Haus vielleicht schrittweise renovieren, immer, wenn du vor Ort bist einen Schritt weiter. Da fällt die eine oder die andere Kleinigkeit nicht so ins Gewicht und vielleicht kann man noch reagieren. Vielleicht kannst du einen Bereich im Haus bewohnbar und halbwegs komfortabel machen. Im Sommer braucht man ja nicht so viel. Dann dort wohnen und den Baufortschritt begleiten und überwachen.

Wilde Idee: ich habe ein paar Jahre in einer Wohnung gelebt und einen richtig großen Wohnwagen (Zweiachser) quasi als Ferienwohnung in der Nähe von Sines stehen gehabt. Wir (Frau zwei Kinder und ich) haben uns dort sehr wohl gefühlt. Jetzt haben wir Haus mit Pool und Garten und nutzen den eigentlich nicht mehr. Aber so einen Teil auf dein Grundstück zu stellen um den Hausbau zu begleiten, wäre eine valide Option. Du wärst da nicht darauf angewiesen, im Haus bewohnbare Bereiche freizuhalten. Und mit etwas Wasser bist du vollkommen autark.

Viel Glück! Berichte, wie es läuft.
 
Selbst mit einer gewissen Fachkenntnis wirst du es nicht einmal vor Ort schaffen, alle Gewerke zu koordinieren.
Das hören wir auch (zu unsrer Beruhigung?!) sehr regelmäßig von Einheimischen...
Fachkenntnis, Sprachkenntnis, Ortskenntnis und Menschen-/Portugiesenkenntnis vorausgesetzt, könntest du das Haus vielleicht schrittweise renovieren, immer, wenn du vor Ort bist einen Schritt weiter. Da fällt die eine oder die andere Kleinigkeit nicht so ins Gewicht und vielleicht kann man noch reagieren.
Ähnlich haben wir es gemacht.
Mit viiiel Hilfe von Freunden, einigen...Abstrichen und außerordentlich ausgeprägter (nicht immer vorhandener) Geduld und Gelassenheit.
Und wir sind natürlich noch lange nicht fertig. Bisher sind gut sechs Jahre seit dem Kauf vergangen.
Das Jahr Wartezeit, bis alle Papiere usw in trockenen, legalen Tüchern waren, nicht mitgerechnet.
 
Auch von mir ein: Lass die Finger davon!

Wir haben bei unserem Haus den Badumbau und die Küchenmodernisierung nach Absprachen unserem Baumeister vor Ort überlassen und hatten weitestgehend Glück - er kannte allerdings auch das Haus, da er die Grundinstandsetzung in den 1990er Jahren bereits gemacht hatte. Aber: es wurden auch einige Arbeiten ohne Rücksprache durchgeführt. Wir hatten insofern Glück, dass das meist gepasst hat (Fliesen wurden anders verlegt, für die Küche ein neuer Fliesenspiegel ohne Absprache angebracht, Küchenschränke anders angefertigt...) - was Fliesen anbelangt, hat unser Baumeister ein gutes Auge und Händchen, insofern alles gut. Auch mit den anders eingebauten Küchenschrank können wir gut leben. Was aber bspw. nicht angepasst wurde, sind die Ablüftungen in Bad und Küche, was unsere Dunstabzugshaube bis heute quasi funktionslos macht...

Bei den größeren Arbeiten, die ihr vorhabt, ist es besser vor Ort zu sein. Macht es vielleicht Stück für Stück.
Wir haben Handwerker bisher immer auf Empfehlung bekommen. Einfach so auf Suche gehen..., schwierig... Gute Handwerker sind schon seid längeren schwer zu bekommen, weil sie durch den Bauboom meistens eben gut ausgelastet sind.
Viel Glück trotzdem!
 
Was vielleicht auch ginge wäre die Beauftragung eines großen, renomierten Architekturbüros vor Ort für die Planung und Durchführung der Umbaumaßnahmen.
Das ist sicher sehr kostspielig, hat aber auch die Aussicht auf ein schnelleres (nicht schnelles!) Ende der Bauarbeiten.
 
Also, bei allem Verständnis für Skepsis gegenüber port. Bauleitung / Handwerk – das find ich dann jetzt eine Nummer zu kritisch. Nein, ich weiß niemanden. Aber, warum sollte man nicht suchen, z.B. vor allem mal schauen, was die Leute in der Umgebung, Nachbarschaft so gemacht haben bei Sanierung, Renovierung usw. Da tauchen dann u.U. ganz seriöse Leute auf, so kenne ich das gerade von zwei gelungenen Sanierungsprojekten aus meiner Ecke, eines größer, eines kleiner, wo auch nicht dauernd jemand vor Ort war, und die gut umgesetzt wurden.

Mit der schönen Paradoxie muss man übrigens als Laie auch in Deutschland leben: "Wo willst du einen zuverlässigen Bauleiter finden. Und wie weisst du überhaupt, dass er zuverlässig ist."
 
...vor allem mal schauen, was die Leute in der Umgebung, Nachbarschaft so gemacht haben bei Sanierung, Renovierung usw. Da tauchen dann u.U. ganz seriöse Leute auf, so kenne ich das gerade von zwei gelungenen Sanierungsprojekten aus meiner Ecke, eines größer, eines kleiner, wo auch nicht dauernd jemand vor Ort war, und die gut umgesetzt wurden.
Wir haben auch Freunde und Bekannte gefragt und deren Empfehlung war dann für uns passend.
Es kommt auch sehr drauf an, was man erwartet. Der deutsche Perfektionismus kann da schon zu Schwierigkeiten führen...
und wenn die Finanzen entsprechend vorhanden sind, kann man natürlich ganz anders agieren als bei eher beschränktem Budget.
Das ist klar auch ein entscheidender Faktor.
Mit der schönen Paradoxie muss man übrigens als Laie auch in Deutschland leben: "Wo willst du einen zuverlässigen Bauleiter finden. Und wie weisst du überhaupt, dass er zuverlässig ist."
Genau so ist es.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist ein (teurer) Trugschluss, wenn man glaubt, der nette Nachbar hätte irgendeine Ahnung oder gute Connections, nur weil er ein Einheimischer ist. Wir hatten das schon einmal mit Restaurantempfehlungen. Seit den achtziger Jahren gilt für mich die Grundregel, frag immer drei Portugiesen nach dem richtigen Weg. Folge der Wegweisung erst dann, wenn alle drei in die gleiche Richtung zeigen. Ich frage zwar nicht mehr nach dem Weg, handhabe das aber nun bei allen anderen Fragen ähnlich und nicht nur in Portugal, sondern weltweit. Man lernt halt dazu. :pssst:

Ist man gut eingelebt, kennt die Sprache sehr gut (nur so kann man Glaubwürdigkeit beurteilen), dann weiß man vielleicht langsam, wer einem wirklich qualifizierte Tipps geben kann. Hat man irgendwo meinetwegen schon 20 mal Urlaub verbracht, kommt im Continente und im Restaurant gut mit seinen Sprachkenntnissen zurecht, dann wird es trotzdem zu Glückssache. „Der José klingt doch ganz vernünftig, und wenn der mir XY empfiehlt, dann ist es sicher ein zuverlässiger Handwerker.“ Mag sein, mag aber auch nicht sein. Der falsche Weg kostet dich 15 Minuten Lebenszeit, das falsche Restaurant kostet dich einen netten Abend und 100 Ökken, der falsche Bauabschnitt kostet dich vielleicht 5.000 10.000 oder 20.000 €.

Das Haus ist gut bewohnbar und @Andreas Vala da Telha kann sich auch einen stufenweisen Umbau in überschaubaren Etappen vorstellen. Das ist der richtige Weg, mindestens am Anfang. So kann man langsam ein Netzwerk aufbauen und dann vielleicht auch schrittweise mehr delegieren und weniger prüfen. Andere Methoden mögen auch klappen. @lotteluna hat von Erfolg aber auch von Glück berichtet. Ich war vor Ort, kann anständig portugiesisch, und hab es trotz diverser Widrigkeiten auch geschafft und bin sogar zufrieden. Aus der Ferne wäre das jedoch nicht möglich gewesen und vor Ort war es zeitraubend und nicht immer lustig.
 
Nur so als kleines Beispiel

Ich bin vor ca. 4 Wochen zu einer kleinen Um und Anbau Baustelle eines Freundes gefahren. Er hatte mich gefragt, ob ich mal schauen könnte, da er selbst in die USA musste und mit seinem Architekten, der auch als Bauleiter bezahlt wurde, nicht so richtig zufrieden war.
Da lief so einiges schief, im wahrsten Sinne des Wortes.
Den Portugiesen, der den Marmor verlegt hat, habe ich gleich nach Hause geschickt.
Der war dann auch richtig ösig und beleidigt.
Er hatte die Platten nicht parallel, teils im Abstand von null auf 3 mm verlegt, sondern auch noch mit Höhenversätzen bis zu 2 mm.
Auf die praktischen Verlegehilfen hat er verzichtet. Sowas brauche er nicht und der alte Marmorboden, an den der angeschlossen hatte, sehe ja auch nicht besser aus.
Dazu kamen noch schief geschnittene Platten und die Schnittkanten auch nicht angefast.
Er kam übrigens auch auf Empfehlung.
Dem Rolladenmonteur musste ich zeigen wie man eine Rollade einbaut, usw., usw......

Wenn ihr es verschönern wollt, dann ist die Kontrolle noch wichtiger ( soll doch schöner werden) und eine koordinierte Zeitplanung ebenso.
Auch solltet ihr bei den hier üblichen Vorauszahlung aufpassen.
Anzahlungen auf extra bestelltes Material sind ok, auf Arbeitsleistung jedoch nicht.
Erstellt einen genauen Zahlungsplan nach Baufortschritt, den die Handwerker gegenzeichnen sollten.
So kommt es erst gar nicht zu Diskussionen.

Das letzte was ihr wollt, ist in Portugal vor Gericht zu gehen.
Da verliert ihr immer, selbst wenn ihr zum Schluss gewonnen habt.
 
Zurück
Oben