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Literatur mit Bezug zu Portugal...

"Grass außer Haus" - Sven Simon liest am 19.2.2015 in Lübeck (Weinhandlung BomDia) aus dem Werk (Tagebücher) von Günther Grass. Grass' Leidenschaft für Portugal ist das literarische Motiv.

 
Mi.29.04.-19:30 Uhr-Português,meu amor.Annäherungen an eine spröde Schöne.Peter Koj stellt sein Anfang April erscheinendes Buch im Kulturhaus Eppendorf vor.
Ort : Julius-Reincke Stieg 13.Eintritt 5 €,PHG-Mitglieder frei.

(ISBN 3-89657-875-8-Schmetterling-Verlag,Stuttgart)

Zur Person :
Der Autor Peter Koj ist promovierter Romanist und Anglist der Universität Hamburg.1976 - 1983 Lehrtätigkeit an der Deutschen Schule Lissabon.1984 - 2000 Portugiesisch Unterricht am Gymnasium und Prüfungsbeauftragter für Portugiesisch am Studienkolleg Hamburg.Seit Mitte der 80er Jahre interkulturell tätig (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft,Kulturkreis in Hamburg,Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft.Er wurde 1996 fü+r seine Verdienste um die Verbretung der portugiesischen Sprache und Kultur mit demgoßen Preis der Stiftung Casa da Cultura de Lingua Portuguesa an der Universität Porto ausgezeichnet.
Quelle : Publikation Schmetterling-Verlag,Stuttgart
 
Der Thread ist ja mit Stephan Thomes "Gegenspiel" eröffnet worden, ich ergänze da noch sein Buch "Fliehkräfte" und ein paar Worte hierzu.
Ein "Lesenswert" gab es ja oben schon, dem schließe ich mich vollumfänglich an. Rezensionen verlinke ich unten, hier noch ein paar Worte, warum das evtl. einigen Foristen gefallen könnte:
Beide Bücher behandeln das Leben von Maria und Hartmut und handeln in hauptsächlich in Berlin, Bonn und Portugal. Das portugiesisch-deutsche Eheleben als auch die Urlaube beim portugiesischen Teil der Familie sind für den einen oder anderen hier vielleicht schon interessant. Ich fand Thomes Schilderungen von Portugal präzise, dass der Autor in Lissabon gelebt hat, merkt man.
Gerade in diesen Teilen fand ich die meisten Anknüpfungspunkte. Ansonsten ist zu sagen, dass es keine unbedingt leichte Kost ist, wer mehr wissen möchte, mag einen Blick in die Rezensionen werfen.



(OT)Den Grenzgang von Thome kann ich übrigens auch empfehlen, der hat aber nur deutsche Provinz und keinen Portugalbezug.
 
@Duisburger ,
das Buch Gegenspiel habe ich auch gelesen, hatte am Anfang auch meine Probleme, weil man das Buch nicht mal so nebenbei lesen kann.
Fliehkräfte kenne ich nicht

Petra
 
EDIT Irisb : Die folgenden Beiträge wurden hierher umgezogen verschoben!
Liebe Menschen vom Portugal-Forum, ich schreibe euch diese Zeilen unter dem tiefen Eindruck einer Lektüre, die mich erschüttert und gleichzeitig mit einer kühlen, neuen Klarheit erfüllt hat. Ich möchte euch dringend den Erstlingsroman eines zeitgenössischen Schriftsteller ans Herz legen: António Lobo Antunes’ Memória de Elefante (Elefantengedächtnis).
Das ist keine leichte Kost; es ist vielmehr eine kompromisslose, literarische Sezierung eines Gefühls, das ihr in seiner ganzen Tiefe kennt – jener existenzielle Sehnsucht, die über die bloße Nostalgie hinausgeht und tief in die Leere hineingräbt.
Ich habe die Seiten gerade erst zugeschlagen, und die Resonanz hallt immer noch in mir nach – als deutscher Arzt, der täglich mit den Fragmenten menschlichen Leidens konfrontiert ist. Antunes hat hier nicht nur einen Roman geschrieben, sondern eine Tanatographie (Schrift über den Tod), die untrennbar mit der Erinnerung verwoben ist.
Der namenlose Erzähler, ein suizidgefährdeter Psychiater in Lissabon, reflektiert schonungslos über das Scheitern seiner dreizehnjährigen Ehe. Faszinierend ist, wie er selbst in intimen Kindheitsszenen distanziert von sich als „der Arzt“ oder „der Psychiater“ spricht. Diese literarische Technik spiegelt die Seele eines Menschen, der professionelle Distanzierung braucht, um das überwältigende, persönliche Leid zu bewältigen.
Antunes entführt euch in ein virtuoses Labyrinth aus Gedankensplittern und apokalyptischen Visionen, eine zerrissene Prosa, die euch fesselt und euch gemeinsam mit dem Autor dem "Herzen der Finsternis" näherbringt. Es ist ein Werk von unerbittlicher Härte.
Wenn ihr bereit seid, diese melancholische Schönheit eurer Seele nicht nur zu fühlen, sondern sie intellektuell und emotional zu konfrontieren – den Schmerz des Verlusts und die tiefe existentielle Leere – dann ist Memória de Elefante die notwendige, reinigende Lektüre.
In diesem Roman liegt die ganze Intensität dessen verborgen, was es bedeutet, zu lieben und zu verlieren. Ein Meisterwerk, das diese Melancholie in eine universelle Untersuchung menschlicher Existenz verwandelt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Dann sind wir ja schon vier hier im Antunes- Lesekreis :)

Melancholie in eine universelle Untersuchung menschlicher Existenz verwandelt

Diese Untersuchung geht ja noch über gut 30 Romane weiter... aber wenn dich Form & Sound dieses Erstlingswerks fasziniert haben, dann empfehle ich noch "Einblick in die Hölle" und "Judaskuss" nachzulegen, die drei (auch chronologisch ersten) Bände gehören oder passen mehr oder weniger dicht zusammen als Lebens(Leidens)geschichte dieses Arztes.

Passend fällt mir noch ein, dass es Buchtipps auch in diesem Thread gibt Was lest Ihr eigentlich grade ...?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir könnten einen „Lobo Antunes Buchclub“ aufmachen, ich lese gerade „Die natürliche Ordnung der Dinge“. Ohne Portugal-Faible, historisches Interesse und eine gewisse Resilienz für schwere literarische Kost würde ich das nicht empfehlen.

Wer es sich für die jüngere portugiesische Historie interessiert und es sich etwas leichter machen möchte, dem sei hier der Klassiker „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier empfohlen.
 
Weitere Hinweise auf Bücher /Literatur mit Portugalbezug finden sich noch in diesem Thread (Seiten 2, 5, 6, 7, 8, 9 und 11):
Ich habe mich entschieden, dort doch nicht alles auseinanderzureißen :pssst:
 
Zuletzt bearbeitet:
und (ganz aus den Augen verloren :angst:noch einige weitere Threads
"Sammlung"
natürlich noch die Threads zu den Portugalkrimis
News - Alentejo-Krimi – Lesung mit Catrin George Ponciano (Reportage | Umstrittene Luxusressorts bei Comporta)

Einzelne Werke
zu saramago

Bei den Infos des portugiesischen Buchladens in FFM gibts natürlich auch Tipps (eingfach mal "durchblättern)
Außerdem (wohl eher für Fortgeschrittene ) der Lesetreff in FFM

So das war es erstmal... Ohne Gewähr auf Vollständigkeit;)
 
ich lese gerade „Die natürliche Ordnung der Dinge“. Ohne Portugal-Faible, historisches Interesse und eine gewisse Resilienz für schwere literarische Kost würde ich das nicht empfehlen
Nicht zu vergessen das Lokalkolorit :) immerhin hat das Haus in Alcántara in dem Roman eine Adresse, sogar mit Hausnummer. (In einem kleinen Viertel, das immer noch so absurd abgeschlossen ist von seiner Umgebung, das man auch zu Fuß überlegen muss, wie man da jetzt hinkommt.)

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.... ich lese gerade „Die natürliche Ordnung der Dinge“. Ohne Portugal-Faible, historisches Interesse und eine gewisse Resilienz für schwere literarische Kost würde ich das nicht empfehlen.
Ich bin sehr gespannt, liegt ja auch hier bei mir und wartet- auf den richtigen Zeitpunkt, gelesen zu werden.
Und danke @K.P fürs Foto, manchmal helfen ja auch so kleine Dinge, um einen Bezug herzustellen.
 
Tipp
#Ralph Roger Glöckler# - ZB Sein Werk -Kurs auf die Freiheit -ist ein historisches Dokument, das die Zeit nach der Nelkenrevolution 1974 beschreibt.
Ein weiteres herausragendes Werk von Glöckler ist Verliebt in Portugal, das sich wie ein Roman liest und eine Liebeserklärung an das Land darstellt. Es eignet sich besonders für Reiseliteratur-Fans und Fernweh-Kranke,
Sowie seine Azoren-Trilogie ! Corvo. Uma viagem açoriana .


 
Zuletzt bearbeitet:
Wusste ich doch, dass mir der Name bekannt vorkommt ;)
Corvo lag netterweise in der Flores-Unterkunft. Bei den zwei Übernachtungen , die wir anschließend auf derkleinen Nachbarin hatten, konnte man zwar nicht mehr soviel nachvollziehen. Spannend war es trotzdem
 
Ich habe gerade das Buch von Isabela Figueiredo "A Gorda", im Deutschen "Die Dicke" gelesen. Es ist ein schonungsloser, fragmentarisch erzählter Roman über eine junge Frau, die mit ihrem Körper, mit Liebe und mit der kolonialen Vergangenheit Portugals ringt. Die Geschichte spielt in einer leeren Wohnung der Eltern und springt zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Mosambik und Portugal. Für Portugal‑Liebhaberinnen und -Liebhaber ist das Buch besonders spannend, weil es die koloniale Geschichte, Rassismus und das Bild einer Familie in Portugal sehr persönlich und oft unangenehm ehrlich zeigt. Die Sprache ist nüchtern und direkt, ohne Kitsch, ideal, wenn man etwas abseits des Mainstreams sucht.
 
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