Die wirtschaftlichen und politischen Folgen werden langsam konkret. Die EU insgesamt wird eher glimpflich davon kommen.
Die beiden größten Verlierer dieser Fehleinschätzung von Pemier Minister David Cameron werden Großbritannien und Deutschland sein. Cameron konnte sich nicht vorstellen, das die Briten die EU verlassen wollen und verlor dadurch auch sein Amt und Großbritannien den Rückhalt der EU.
Wie David Cameron versehentlich Europa opferte
Politisch verlieren wir einen wichtigen Partner. Die EU verliert dadurch etwas Einfluss in der Weltpolitik, da die Briten hier immer noch eine führende Rolle haben und von den Großmächten geachtet werden.
Die industriellen Folgen schätzen sie meiner Ansicht nach vollkommen falsch ein. Die Autoindustrie auf der Insel ist mittlerweile nur noch eine verlängerte Werkbank der deutschen Autoindustrie.
Nach der Übernahme von Rover, Landrover, MG und den Rechten an Rolls-Royce Motor Cars durch BMW, blieben nur noch BMW Mini und Rolls-Royce Motor Cars übrig. Beide wurden durch BMW wieder zu ernsthaften Produzenten und der BMW-Mini ist eine Erfolgsgeschichte für sich.
Kaltgestellt
Gerade die Autoindustrie ist der Motor der britischen Industrie, der nun durch die unklare Lage der Zollbestimmungen gefährdet ist. Gibt es hier keine kostenneutrale Lösung, wird der britische Industriearbeiter durch niedrigere Löhne die Zeche zahlen müssen. Eine Erhöhung der auf dem europäischen Kontinent verkauften Einheiten wird der immer härter umkämpfte Markt in diesem Segment nicht verkraften. Hinzu kommen die Folgen der der Umstellung auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge, die in dieser Betrachtung noch nicht enthalten sind.
Jaguar und Land-Rover sind mittlerweile im Besitz der indischen TATA Gruppe. Diese beide Marken haben wegen ihrer exklusiven Preise schon jetzt Probleme, verfügen aber nicht über eigene Werke in der EU.
Ford mit großen, nicht ausgelasteten Fertigungskapazitäten in der EU baut jetzt schon weltweit Personal ab.
Bentley gehört dem VW-Konzern und wurde wieder eine gute Adresse bei den Nobelkarossen. Sie werden vielleicht durch den Brexit profitieren, da der Markt für diese Fahrzeuge eher außerhalb der EU liegt.
Größtes Sorgenkind ist die Marke Airbus, die wegen der starken Konkurrenz in den USA sich keine Preiserhöhung leisten kann.
Dann gibt es noch die politischen Probleme zwischen Iralnd und Nordirland, die die immer noch schwelenden Religionsprobleme neu entfachen können.
Wie es letztendlich ausgeht, kann momentan keiner mehr beurteilen. Die Leidtragenden werden wieder einmal die Bürger sein.