Hallo in die Runde,
Ich suche einen Bodendecker für einen windgeschützten Bereich mit guter, brauner Erde. Die Fläche soll begehbarsein und wird über eine Zisterne automatisch bewässert, daher sollte der Wasserverbrauch sehr gering sein. Zusätzlich wäre mir wichtig, dass die Pflanze Mücken nicht anzieht bzw. idealerweise eher fernhält. Hat jemand Erfahrungen oder Empfehlungen für solche Bedingungen in der Region Portugal / Atlantikküste (Coimbra)?
Danke für eine Empfehlung!
Lustig, ich habe mich genau mit diesem Thema die letzten Wochen intensiv beschäftigt. Entschieden habe ich mich für
Lippia Nodiflora. Meine Kriterien waren ähnlich. Wenig Wasser, begehbar (aber nicht als Spielwiese) und pflegeleicht. Näheres kannst du ja einmal googeln.
Erfahrungen habe ich noch keine. Ich habe erst vor vier Wochen gepflanzt. Ausgeliefert werden sie als kleine Stecklinge. Bei mir waren es circa 100 pro Trail und ich habe sechs gekauft. Gepflanzt habe ich im Schachbrettmuster mit circa 20 cm Abstand. Das würde ich heute anders machen. Dazu weiter unten.
Den Boden habe ich mechanisch vorbereitet und einigermaßen geebnet. Mein Boden ist ziemlich lehmig und wird im Sommer steinhart. Dann habe ich eine Sprinklerbewässerung installiert. Als die stand, habe ich gepflanzt.
Mir wurde geraten, mit Gift das Unkraut erst mal zu töten. Das war für mich keine Option. Ich habe dann einfach gar nichts gegen Unkraut gemacht. Diese Entscheidung zusammen mit dem 20 cm Schachbrettmuster war eine Fehlentscheidung. Hinterher ist man immer schlauer.
Das Unkraut sprießt natürlich wie wild. Die Bewässerung lässt zuerst einmal das Unkraut explodieren. Eigentlich ist Unkraut nicht das richtige Wort. Viele dieser Kräuter sind essbar und gesund. Die Frage ist nur, ob sich die Lippia durchsetzt. Die fängt schon jetzt an, am Boden zu kriechen, aber die Beikräuter nehmen ihr das Licht „zum Atmen“. Und hier kommt das Schachbrettmuster ins Spiel. Die Kräuter muss man ausrupfen und hätte ich in Meter-Quadraten auf den Kanten gepflanzt, dann käme ich auch in die Mitte, ohne die feinen Triebe zu zertrampeln.
Das ist also meine Empfehlung. Pflanze im Schachbrettmuster, aber nicht in die Ecken, sondern nimm große Quadrate und dann entlang den Kanten.
Die Lippia bleibt das ganze Jahr grün und bekommt kleine Blüten. Rund um den Pool nehme ich Festuca, ein relativ trockenresistenter Rasen. Zuerst wollte ich auch dort Lippia haben, aber die Bienen könnten dann ein Problem sein. Ich habe Kinder.
Du solltest das auf nächstes Frühjahr planen. Ab November wird es zu kühl. Dann wächst die Lippia nicht mehr gut an und du läufst Gefahr, dass sie über den Winter eingeht.
Falls dich das noch interessiert. Ich habe drei Zonen geplant. Vor dem Haus die Lippia, im Poolbereich Festuca und hinter dem Haus Spontanrasen. Letzteres ist meine eigene Erfindung, und wie alle Erfindungen muss sich auch meine erst bewähren. In der Spontanrasenzone werde ich auch Bewässerung installieren. Ähnlich wie bei Lippia, selten und dann etwas länger, damit das Wasser möglichst tief eindringt. Dann wieder ein, zwei Wochen gar nichts. Regelmäßig mindestens einmal die Woche mit dem Rasenmäher drüber. Vielleicht runter auf drei oder 4 cm. Ich verspreche mir davon, dass sich kriechen Kräuter durchsetzen und hoch wachsende Kräuter verschwinden. Falls ein paar unangenehme Pflanzen dazwischen sind, muss man die mechanisch beseitigen. Also vielleicht Disteln oder Brombeerausläufer. Also Licht, Wasser, Standort und wenige mechanische Eingriffe. Innerhalb dieses Rahmens soll dann ein natürliches Gleichgewicht entstehen.