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Tipp António Braga | Cão que Ladra Mourisco Tinto 2022

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Die Geschichte hinter dem Cão que Ladra Mourisco Tinto 2022 handelt von großen Gegensätzen, denn der Weinmacher António Braga war vor seinem Schritt in die Selbstständigkeit lange Jahre als Head of Winemaking bei Sogrape (Portugals mit Abstand größtem Erzeuger). Dort war er verantwortlich für Mateus, Vinhos Verdes, Dão und Bucelas. Na, und? Nun, alleine von Portugals Exportschlager, dem fruchtig-perligen Mateus Rosé werden jährlich um die 50 Millionen (!) Flaschen verkauft.

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Bereits der Blick auf das Etikett des Rotweins lässt ahnen, dass António Braga bei seinen eigenen Weinen den Schwerpunkt auf Klasse anstatt Masse legt. Lediglich 891 Flaschen wurden von dem sortenreinen Mourisco Roxo (Marufo) gefüllt. Die Reben wachsen in einer Höhe von 550 m ü.NN auf einer Parzelle mit Schieferböden im Gebiet Douro Superior. 50 % Ganztraubenpressung. Temperaturkontrollierte Gährung. 10 Monate in gebrauchtem Barrique ausgebaut. 13,5 % Vol.

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Rubinrot, in der Glasmitte eher ein jugendliches Granatrot, an den Rändern blasst der 22er schon etwas aus. In der Nase zeigt sich der Mourisco eher als Leisetreter. Sehr verhalten. Ebenso am Gaumen – hier präsentiert der Tinto seine elegante Seite mit sehr feinpolierten Tanninen, die Cassis- und Kirschfrucht ausbalancieren. Langer Nachhall. Feiner Stoff, aber eher etwas zum "Reinfühlen", vielleicht auch zum Nachdenken. Definitiv nicht für gustatorische Grobmotoriker, die es quick and dirty mögen. Gefällt mir sehr gut, dieser (als Monocasta) eher untergeordneten Rebsorte so einen Auftritt zu gönnen. Feiner Wein, kleine Auflage. Das hat am Douro immer seinen Preis: Um die 35 EUR kostete der Wein in Portugal.

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Für das ansprechende Design waren die kreativen Köpfe von am Werk ...
 
Bei Portugal Vineyards, kostet die 2023 Flasche sogar 46,18 € und ist somit nicht meine Preisklasse.
Danke trotzdem oder gerade deswegen für das Interesse an meinen "nerdigen" Beiträgen. Auch wenn viele von den Weinen zu exotisch oder zu teuer seien mögen, so hoffe ich doch ein gewisses Bild wiedergeben zu können, wie sich der portugiesische Weinbau entwickelt, welche Schwerpunkte und meinetwegen Trends sich abzeichnen.
 
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