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Was ist nur aus unserer Welt geworden

Stimmt,
hier geht es um Wichtigeres und nur am Rande darum, ob Spiele Amokläufer "machen" ...

Dazu ein klares NEIN von mir,

Ellen
 
Als ich nach Deutschland kam, wurde mir vom Arbeitsamt empfohlen eine Umschulung zu machen. Diese dürfte ich in einem großen deutschen Unternehmen absolvieren. Wir, die Umschüler, wurden zusammen mit den Lehrlingen ausgebildet. Ich habe beochbachtet wie ein junges Mädchen von allen anderen Lehrlingen gemobt wurde. Die Ausbilder haben es ignoriert und auch wenn es ihnen danach war, haben sie es auch vor der Gruppe gedemütigt. Wenn dieses Mädchen eines Tages Amoklaufen würde, dann wäre für mich, nicht sie die Täterin sondern die ganze Gruppe.
 
Ja Isabel,

dass was du schilderst, ist der ganz normale Wahnsinn an allen Schulen ( egal ob Beruf´s oder normale Schulen ) so etwas schürt doch hass, da kann es u.U leichter zu einer Fehlzündung kommen, wie wenn einer CS oder WOW spielt.
 
Und nicht nur in Schulen, auch am Arbeitsplatz tritt dieses Problem auf.
Wie viele Diskussionen hatte ich schon mit Eltern, welche der Meinung waren, der Grund des Ausgrenzens wären z.B. die Markenklamotten.
Das ist auch völliger Blödsinn, weil in sich gestärkte Personen brauchen keine Äußerlichkeiten, damit sie akzeptiert werden.
Klar kommt da ab und an eine blöde Bemerkung, aber wer von zu Hause ein gesundes Selbstbewusstsein vermittelt bekommen hat, dem geht das am A... vorbei.
Der hat Freunde und muß nicht auf dieser oberflächlichen Betrachtungsweise mitschwimmen.
Ich z.B. habe das bei meinen Mädels ganz einfach hinbekommen. Wenn wir einkaufen waren ( Klamotten ) dann hab ich ihnen ein Limit gesetzt, für welches sie sich was aussuchen konnten.

Nun hatten sie die Wahl ganz allein, entweder eine Hose von der oder der Marke oder 10 Teile, die ihnen gefallen haben und das gleiche kosteten.
Mama hat also nicht bestimmt, nur Möglichkeiten eröffnet. Jetzt könnt ihr mal raten, wie sich meine Weibsen entschieden haben ;-)
In sich gefestigte Kinder sind viel, viel klüger, als wir es uns vorstellen können.

Ellen
 
Olá Ellen,

ich sehe das auch so, jemand der in sich gefestigt ist, lässt sich nicht von Äusserlichkeiten beeinflussen. In meiner Schulzeit gabs noch keine Markenklamotten, aber ich wurde auch doof angemacht, weil ich meine Klamotten geschont habe und sie mehrere jahre trug (sofern ich nicht rausgewachsen war). Da hiess es in der Klasse auch mal: die Hose hast du vor 2 jahrn auf dem Klassenfoto schon angehabt, wie lange trägst du die Klamotten denn noch? Als Kind hat mich das verletzt, auch weil eine zeitlang mein Vater arbeitslos war und wir nicht viel Geld hatten. Auch wurde ich in der Grundschule oft von den anderen Kindern gepisakt, weil ich ein ängstliches schüchternes Kind war. Die Lehrer halfen mir nicht, es hiess nur: du musst lernen, dich selber durchzusetzen.

Ich hab ja eher nen flippigen Stil, und bei meiner Arbeit finden sie es mutig, wenn ich in pinkfarbenem Shirt komme oder bunte Fingernägel hab. Es ist natürlich im Rahmen, da ich ja Kundenkontakt habe, und auch von Kunden kamen nur positive Reaktionen auf meine Piercings zB. Ich lebe jetzt, was ich in meiner Jugend nicht konnte, bdingt durch schwierige häusliche Umstände, und es ist ok für mich.

Liebe Grüsse

Claudia
 
Hallo ihr lieben,

in der Gruppe in der ich die Gechichte mit dem Mädchen "erzählt" habe, waren Markenklamotten nicht der Grund warum sie gemobt wurde. Sie wurde einfach gembbot, weil sie etwas übergewichtig war und motorisch nicht so fit wie die anderen war. Menschen mobben einfach nur weil sie Angst haben Opfer zu werden... einfach aus Feigheit eben.

LG - G
 
Garota schrieb:
Hallo ihr lieben,

in der Gruppe in der ich die Gechichte mit dem Mädchen "erzählt" habe, waren Markenklamotten nicht der Grund warum sie gemobt wurde. Sie wurde einfach gembbot, weil sie etwas übergewichtig war und motorisch nicht so fit wie die anderen war. Menschen mobben einfach nur weil sie Angst haben Opfer zu werden... einfach aus Feigheit eben.

LG - G

wahrschelinlich, weil die Täter denken: besser die ist Opfer als ich.

Liebe Grüsse

Claudia
 
ja es ist zum verzweifeln,

Ich lebe ja streng nach der Auffassung "leben und leben lassen" und das schon seit frühester Kindheit, ich glaube mein Dad und mein Grandpa hätten mir seinerzeit die Zähne eingeschlagen, wenn ich aus Spaß an der Freud jemanden gemobbt aka gepiesackt hätte.

Mir war es schon immer Sch... egal wer, was an hat und welche Hautfarbe, Sprache usw......

Da denke ich, liegt heute auch das grundliegende Problem unserer Gesellschaft, vor allem bei den heutigen Jugendlichen.

kurioser weise sind aber genau die Kid´s diejenigen, die wenn sie die Kohle für den vermeindlichen Luxus selbst ankarren müssen, gnadenlos am Exi- minimum knappen und / oder Schulden machen wie die Sautreiber um sich den Luxus zu erfüllen und dann granatenmäßig auf die Schnauze fallen.
 
Gatinha schrieb:
wahrsc...besser die ist Opfer als ich. ...

ja, das ist ja das Traurige... ich sage immer meine Sohne, mir ist es lieber Opfer zu sein als Täter, dafür bringe ich Ihnen bei, wie man die Nase einem Mobber ohne viel Aufwand zu bluten bringen kann... Ich wäre totunglücklich wenn ich wusste, meine Söhne mobben aus Angst gemobbt zu werden...
 
Hallo Ellen,

ich denke, dass das eine undialektische Betrachtungsweise ist. Immer wenn man versucht, die Sache nur von einem Ende her zu denken, dann gerät man in diese Falle. Man kann das durch eine einfache Frage sehr schön illustrieren: "Warum gibt es diese gewalthaltigen Spiele"? Wenn man es sich einfach machen möchte, sagt man: "Weil man damit Geld verdienen kann." Ich würde dann weiter fragen: "Warum wird sowas denn gekauft"? Und dann stecken wir mitten im Schlamassel und den Artikel hätte man sich zu drei Vierteln sparen können.

Wenn ich immer nur eine einfache kausale Logik anwende und einer offenkundigen Ursache eine offenkundige Wirkung zuschreibe, dann verdränge ich dabei, dass es solche einfachen motivationslosen Zusammenhänge nicht gibt. Und ich verdränge vor allem dass es ein dynamisches und dialektisches konfliktgeladenes Verhältnis gibt, in dem die Ursachen und damit auch die Wirkungen entstehen. Und diese verdränge ich auch.

Gewaltverhältnisse und Gewaltkonflikte gibt es in unseren Gesellschaften und in unserer Sozialisation sehr früh. Bereits das Abstillen (die Vertreibung aus dem Paradies) ist kein idyllischer Vorgang. Die Kontrolle über den Körper und seine Ausscheidungen ist viel mit inneren und auch äußeren Kolonisierungen verbunden. Durch Druck von außen lernt man den Druck von innen zu beherrschen. Und so geht es weiter. Früher im Manchesterkapitalismus oder heute in China müssen die Kinder sich beherrschen lernen, um arbeiten zu können. Man lernt ansonsten auch schnell, dass der Zugang zu den Produktionsmitteln und auch zur Nahrung nicht unbegrenzt oder gar nicht vorhanden ist. Um zu überleben, muss dann gelegentlich Gewalt angewendet werden.

Was ich damit sagen will: Die Gewalt steckt in der Gesellschaft drin und wird meist recht mühsam kanalisiert und gebändigt. Dass das mühsam ist, sieht man an den Situationen, wo es schief geht, also etwa im dritten Reich, in Afrika als die Hutu eine Millionen Tutsi in 100 Tagen abgeschlachtet haben oder auch im Straßenverkehr. Sich einzubilden, dass friedliche Wesen allein durch Training und die entsprechende Konditionierung zu mordenden Gewalttätern werden, ist für mich so albern, wie etwas nur sein kann. Ich sehe in den Spielen zunächst eine Auseinandersetzung mit der ständig präsenten Gewaltfrage. Ich sehe es so, dass diese Spiele und ihre Darstellungen eben Ausdruck der Umgangs- und Sichtweise der Gewalt in der Gesellschaft sind.

Kultur, und dazu rechne ich die Spiele, hat sich immer und zu jeder Zeit mit den Problemen, Risiken und Gefahren der Gesellschaft beschäftigt - und zwar auf verschiedene Weisen. Manchmal affirmativ-magisch, wenn durch ein Bild das Jagdglück beschworen werden sollte oder auch kritisch, wenn Musiker versucht haben, gegen Atomwaffen zu singen. Kultur ist eben der Versuch der Gesellschaft, sich ein Bild von sich zu machen - und ich denke, dass in unsrer Gesellschaft eine intensive und grundlegende Diskussion der Gewaltfrage ansteht, was man durch die gewalthaltigen Spiele sehen kann, die da produziert werden.

Leute wie Pfeiffer (der in den Medien gerne krasser dargestellt wird, als er ist) versuchen mit ihrer Kritik im Grunde diese notwendige Diskussion mit Hinweis auf bürgerliche Bildungsideale zu unterbinden. Ich denke, dass das dem Ziel dient, einen Status quo bei dem Gewaltverhältnissen aufrecht zu erhalten. Die Motivation bei vielen, die das versuchen ist die, dass ihnen die aktuellen Gewaltverhältnisse mehr nutzen, als andere das täten.

Kai
 
Die Gewalt steckt in der Gesellschaft drin und wird meist recht mühsam kanalisiert und gebändigt

Interessanter Satz!
Vielleicht kommt ja noch mehr, denn ich will immer noch nicht sagen, was ich an diesem Artikel wirklich als gut analysiert empfand.

Ellen
 
Ich finde hin und wieder Gewaltspiele am PC harmlos. Sind bestimmt kein Grund, Amok zu laufen. Ist aber krass, wie lange die meisten Jungendlichen täglich vor der Konsole hocken. Was soll aus denen denn mal werden, wenn sie nichts anderes mehr in ihrer Freizeit machen, als virtuell rumzuballern? Hartz 4 gibts auch nicht ewig. Sollten ihre Zeit lieber dazu nutzen, was Gescheites zu lernen und produktiv zu arbeiten. Faule Bande. Sagt auch hier in P. jeder, daß die Jugend von heute kein Bock mehr auf arbeiten hat.

LG
K
 
Hallo Maximus,

ich finde Ballerspiele eher gut um Aggressionen abzubauen. Nur wenn es zum Dauerzustand wird, wie Du es beschreibst, dann wirds problematisch.

In P. gibts viele faule Jugendliche? Ich dachte immer, das wäre ein eher vorkemmendes Verhalten in D. Ich weiss zB von einer ehemaligen aus einem Katzenforum, die ist 22, hat noch nie in ihrem Leben richtig gearbeitet, und hockt von morgens 8 bis spät in die nacht am PC, chattet und hängt in Foren rum, lebt natürlich von Hartz4. Da frag ich mich, wie stellt sich so jemand seine Zukunft vor? Diese Person hat keinerlei Ehrgeiz, an ihrer Situation etwas zu ändern.

Liebe Grüsse

Claudia
 
Alle Menschen haben Angst vor dem Fliegen, wobei das Flugzeug eines der sichersten Verkehrsmittel ist. Fällt eins runter, sterben auf einen Schlag viele, Leute wie du und ich, jeder erfährt es, was wiederum viele in Angst versetzt, sie das Fliegen ablehnen.
Die weitaus höhere Anzahl der Verkehrstoten auf der Strasse werden nicht wahrgenommen, man erlebt nur Einzelfälle, es wird keine Angst vorm Autofahren erzeugt, keiner verurteilt es, lässt davon ab.
9.11. das selbe, viele sterben auf einmal, man kann sich mit Ihnen identifizieren, - Hungertote in Afrika sehen anders aus, sterben ohne jegliche 'Ästehtik' keinen 'dramatischen' Tod ohne cut, keinen der filmreif ist.

Tötungsphantasien, die sich ins Reale verkehren, können durch die verschiedensten Medien ausgelebt werden, eben auch durch jene, die generell als Ablassventil von Agressionen oder als Befriedung verstanden werden können.
Es gibt also kein gut und kein schlecht, nur das isolierte Individuum, welches egozentrisch göttlich oder gottnah wird, - entgeht scheinbar der Hölle die es hier auf Erden empfindet, tötet.
Gruss
 
Hallo, diese beiden Zitate aus dem Artikel

So geht das vier, fünf Tage lang, danach versprechen die Lehrer den Eltern eine neue Kultur der Wachsamkeit, die Eltern versprechen den Lehrern dasselbe, die Reporter ziehen ab, die Kerzen auf den Gräbern werden vom Wind ausgeblasen, und Christian Pfeiffer verschwindet aus den Talkshows. Bis zum nächsten Amoklauf.

Man könnte darüber kommentarlos hinweggehen, aber dann würde man den Skandal verdecken, der sich hinter den Ritualen verbirgt – die große Ignoranz zwischen den Intervallen der Aufregung, die Abgeklärtheit der Verantwortlichen,

sprechen mir persönlich aus der Seele.
Zeigen die Halbherzigkeit der angeblichen "Aufarbeitung" und anders ist es doch nicht.
Politiker, Pseudo-Psychologen, Presse, Talkmeister usw. springen auf und versuchen sich zu profilieren.
Dann verläuft alles im Sande und selbst die wirklich guten Vorschläge werden verscharrt und dann beim nächsten Mal wieder neu erfunden.

Ansonsten finde ich, das besonders Guna es gut auf den Punkt gebracht hat,

Ellen
 
Olá,

tja so ist das in unserer schnelllebigen Zeit, "leider"
denn keiner spricht mehr über
bis es wieder einmal zu solch einer Tragödie kommen wird.
 
Ich weiß nicht,

muss man dauernd darüber sprechen? Ich denke ja gerade, dass die Art und Weise wie der gesellschaftliche Diskurs da weitgehend abläuft, die tatsächlich herrschende Ratlosigkeit offenbart. Trotz aller wohlfeilen Rezepte weiß man, dass man am Ende nichts machen kann, weil erstens die Gewalt eben da ist und zur Gattung Mensch dazugehört und weil zweitens sich so viele Interessen streiten, dass man auch nur schwer einen praktischen Weg findet, die Gewalt zu balancieren - und nur darum kann es gehen.

Das Thema Waffen habe ich mit Sven ja schonmal besprochen, aber ohne Frage gehört es dazu. Man hat gesehen, dass trotz der Tatsache, dass bei den beiden schweren school-shootings in Erfurt und Winennden legale Waffen von Schützenvereinsmitgliedern die Tatwaffen waren, niemand meint, daran etwas ändern zu müssen. Vermutlich würde auch das die school-shootings nicht stoppen, aber in den beiden schweren Fällen hätten die Täter nicht so leicht an Waffen kommen können (und wenn jetzt wieder jemand behauptet, dass man "ganz leicht" an eine AK-47 kommen kann: ich weiß nicht, wo ich sowas herbekomme und vielleicht hätten es Tim und Robert auch nicht gewusst, und dann würden jetzt noch 32 Menschen am Leben sein).

Welche "Gewalt", und dazu gehören irgendwo auch die Waffen in privater Hand, man innerhalb der Gesellschaft will, darüber muss man diskutieren. In Großbritannien etwa kann nach einer Verschärfung des Waffenrechts wohl kaum noch ein Privatmann eine Waffe bekommen, auch die Olympiaschützen müssen im Ausland trainieren. Dort hat man sich zu dieser Lösung entschlossen, die wohl dazu geführt hat, dass die Verbrechen mit Waffen stark abgenommen haben.

Kai
 
kailew schrieb:
Ich weiß nicht,

muss man dauernd darüber sprechen? Kai


Hallo Kai,
sprechen hilft eh nicht, aber vielleicht z.B. von Schülern vorgeschlagene Änderungen an den Schulen
( konnte man in einigen Talkshows hören und in Kommentaren zu Artikeln lesen )
Diese hatten eigentlich alle das gleiche Ziel wenn auch auf verschiedenen Wegen.

mal ein sehr nachdenklicher Artikel dazu, welcher meiner Meinung nach einige Punkte aufzeigt, an denen man wirklich arbeiten kann.

Vieles von dem, was in dem Artikel steht deckt sich mir diesen Schülermeinungen, vielleicht sollte man dort anfangen wo es meistens passiert, in den Schulen oder gar in der Schullandschaft allgemein?

Ellen
 
hat jemand von Euch gestern Panorama gesehen.

Es wurde ein Beitrag über
gebracht und die Berichterstattung der Medien stark kritisiert.

In dem Artikel aus der Zeit wird ja auch deutlich darauf hingewiesen, dass die vielen Berichte Nachahmer animiert....
Ich kann mich erinnern, dass in München z.B. in der U-Bahn nicht mehr angesagt werden durfte, wenn es eine Zwischenfall wegen eines Selbstmordes gegeben hat, da dies wohl andere auch dazu animiert hat.

Krass finde ich auch, dass vielfach aus Internetgemeinschaften Fotos der Getöteten ohne Einverständnis der Eltern verwendet wurden....
Auf der ersten Seite der Bild war das Foto eines anderen Jungen, als angeblicher Täter >:(

LG
Iris
 
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