Hallo Ellen,
Ellen schrieb:
Hmmmmmmm stimmt, also mehr sowas wie Rache oder den anderen zeigen, was sie davon haben, dass sie ihn schlecht behandelten ( egal mal jetzt ob wirklich oder eingebildet )
ja, das trifft es sehr gut, denke ich. Und dieses Gefühl kennt glaube ich jeder irgendwo. Man erleidet etwas, kann sich nicht wehren, und nimmt sich vor, es "denen" heimzuzahlen. Bei manchen geht sowas nie wieder weg und ganz wenige setzen das um. Manche werden Amokläufer, manche brutale Boxer, andere Diktatoren - oder vielleicht auch
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Ellen schrieb:
Meist sind diese Kinder auch sehr ruhig, stören nicht und werden oft einfach übersehen, da man ja mehr mit den "Krawallbrüdern" kämpfen muß.
vermutlich ist das das Problem, dass sie keiner so richtig sieht, obwohl sie sich groß und wichtig fühlen.
Ellen schrieb:
Später, nach einem Zusatzstudium Psychologie hatte ich dann nähere Beziehungen zu diesen Kindern, da es meine Aufgabe war, mich darum direkt zu kümmern.
Und in fast allen Fällen lag das Problem schon in der Familie.
klar ... um mal etwas Küchenpsychologie zu betreiben, würde ich mal sagen, dass es viel mit dem Vater zu tun hat. Ein vorhandener übermächtiger aber auch kommunikationsgestörter Vater, der zwar Maßstäbe setzt und setzen will, aber keine Beziehung zum Sohn herstellen kann, ist eine gute Voraussetzung. Der Sohn bewundert den Vater, kann ihm aber nicht nacheifern, und der Vater kann es auch nicht herstellen, dass der Sohn den Anschluss an ihn findet. Die permanente Kränkung durch einen unerreichbaren Vater, der seinerseits permanent Perfektion verlangt, schafft eine Disposition. In der Schule geht das dann mit Mitschülern und Lehrern weiter - die Kränkung wird zum Dauerzustand. Der Amok ist dann der ultimative Anlauf, den Abstand zum Vater aufzulösen.
Nicht viel anders ist es übrigens, wenn der Vater nicht da ist, sondern nur imaginiert wird. Dann richtet sich das ganze an einem Bild des Vaters aus, was auch nicht besser ist.
Ellen schrieb:
Aber zum Amoklauf braucht es wohl noch einiges mehr,
Im Fall von Tim K. kam eben die Akzeptanz der Waffen dazu und vielleicht die Vorstellung, den Vater auf
dessen Gebiet (Waffen) ultimativ nicht nur einzuholen sondern zu überholen. Endlich war er so gut wie der Vater, hat seine Konflikte gelöst, Widersacher beseitigt und bestraft und hat sich was getraut, was der Vater nie wagen würde.
Kai