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Minister verteidigt Wein: "Angriffe sind sinnlos"

kailew

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Weinbau in Portugal.

Klare Worte vom Minister: Portugals Landwirtschaftsminister José Manuel Fernandes hat auf einem Symposium in Porto den Wert des Weins für das Land verteidigt und gleichzeitig vor Angriffen auf den globalen Konsum gewarnt. „Der Rückgang des Weinkonsums weltweit und die sinnlosen Angriffe darauf sind besorgniserregend“, sagte er.

Wein als Wirtschaftsfaktor und Kulturgut
Bei der Eröffnung des Internationalen Symposiums über Weinbau und Klima betonte Fernandes, wie wichtig der Wein für die portugiesische Wirtschaft und Kultur sei. „Wein ist kein Feind der Umwelt, sondern ein Freund unserer Wirtschaft, der Wettbewerbsfähigkeit und der kulturellen Identität“, sagte er. Wein sei ein unverzichtbarer Bestandteil der mediterranen Lebensweise – „wie Olivenöl“ – und trage auch zur territorialen Kohäsion bei.

In Maßen genießen
Gleichzeitig rief Fernandes zu verantwortungsvollem Konsum auf: „Wein muss in Maßen genossen werden.“ Diese Sicht entspricht der aktuellen Empfehlung der Ärzteschaft: Alkoholkonsum sollte auf ein Minimum reduziert werden. Experten betonen, dass es keine Menge Alkohol gibt, die als völlig unbedenklich gilt. Selbst moderater Konsum kann mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein, insbesondere in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen und Krebs.

Klimawandel als gemeinsame Herausforderung
Im Mittelpunkt des Symposiums stand der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Weinproduktion. Fernandes rief zu internationaler Zusammenarbeit auf: „Die EU tut ihren Teil mit dem Grünen Deal, aber unsere Anstrengungen allein reichen nicht. Wir brauchen globale Solidarität.“ Der Kampf gegen den Klimawandel sei eine Verpflichtung gegenüber heutigen und künftigen Generationen.

Milliarden für die Wasserversorgung
Als Teil der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel kündigte der Minister Investitionen in Milliardenhöhe für das Programm „Água que Une“ (Wasser, das verbindet) an. Ab 2025 sollen Gelder in die Wasserspeicherung und -verteilung fließen – sowohl für die Landwirtschaft als auch für den menschlichen Verbrauch und die Wiederherstellung ökologischer Flüsse.

Wissenschaft und Praxis an einem Tisch
Das Symposium in Porto, organisiert von der US-Botschaft in Portugal und dem Netzwerk von Klimazentren des US-Landwirtschaftsministeriums, brachte mehr als 70 Forscher, Produzenten und Regierungsvertreter aus Portugal, Frankreich, Spanien und den USA zusammen. Ziel ist es, Wissen zu teilen und schneller Lösungen für die klimatischen Herausforderungen zu finden, denen sich die Weinbranche gegenüber sieht.

 
In Portugal sind kleinere Winzer zunehmend dazu gezwungen ihre Weingüter aufzugeben weil es sich nicht mehr lohnt. Sie sind auf die Politik nicht gut zu sprechen. Die Kosten für Anbau und Ernte sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, das am Ende für viele nur ein Verlust übrig bleibt. Ausnahme bilden natürlich die Premium Weingüter, die mit ihren Produkten entsprechend hohe Preise auf ausländischen Märkten erzielen können. Die großen Weingüter haben längst auf ertragreichere Sorten und maschinellen Anbau und Ernte umgestellt. Das gilt für den Agrarbereich insgesamt. Nur moderne, vollautomatische Großbetriebe sind langfristig überlebensfähig. Auf den sich ergebenen Brachflächen entstehen dann wohl "Solar Parcs", wie im Ribatejo schon auf tausenden von Hektarn. Bedenklich ist diese Entwicklung schon. Trotzdem ergibt ein Solar Parc im Alentejo vermutlich meht Sinn als in MeckPomm.
 
Nur moderne, vollautomatische Großbetriebe sind langfristig überlebensfähig.
Für Frankreich auch ein anderes großes Weinland, stimmt das z.b nicht. Es kann natürlich sein, dass die Rahmenbedingungen andere sind, aber aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, das kleine Produzenten, vor allem im Biobereich, sehr gut überleben können. Dort passiert alles in Handarbeit, und das ist ein Qualitätsmerkmal, dass eben keine Maschinen eingesetzt werden. Probleme haben die in den letzten Jahren, weil es zu wenig regnet ...
 
Ich kenne den französischen Markt nicht. Vermutlich bekommt der Winzer dort mehr für seinen Wein als in Portugal.
Biowinzer haben in der Regel ihre Stammkunden. Ein kleiner Winzer, der seine Produkte nur regional vermarkten kann,
muss mit jedem Cent rechnen. Deshalb verkaufen viel an die Genossenschaft, welche die Abfüllung und Vermarktung überregional übernimmt.
Die Genossenschaft zahlt aber sehr wenig, zu wenig zum Überleben bei den gestiegenen Kosten.
Deshalb sind z.B. auch an der Mosel in den letzten 20 Jahren fast ein Drittel aller Anbauflächen stillgelegt worden.
 
vielleicht kann ja @zip hierzu etwas sagen, der sich ja mit dem portugiesischen Markt gut auskennt.
 
Kleinbauern bzw. Winzer in P haben halt ein nicht mehr zeitgemäßes Geschäftsmodell. Sie vermarkten sich nicht selber sondern machen sich abhängig von Genossenschaften oder Großabfüllern in dem sie einfach nur Wein im Tank dort abliefern. Sie verhalten sich quasi wie Angestellte und rufen dann auch noch nach dem Staat.
Das Problem gab es in D auch. Seit 20 Jahren entwickelt sich bei uns eine Winzerszene die ihre Weine als Spezialitäten selber vermarktet - mit Erfolg.
Dazu braucht es keine Subventionen.
 
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