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trackman
Gast
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Hallo liebe Portugal-Fans
Nachdem wir nun unsere "Kennenlernwoche" in Portugal absolviert hatten, möchte ich gerne über unsere Eindrücke berichten.
Es war unsere erste Zeit, dort am südwestlichen Ende Europas, und wenn uns Kultur, Land und Leute zusagen sollten, dann würden wir gerne wiederkommen wollen.
In Lissabon Portela angekommen, hatten wir die Stadt nach nicht mal einer guten Stunde über die Ponte Vasco da Gama schon wieder verlassen. Unser erstes Ziel war der Parque Natural de Arrabida, ein bewaldeter kleiner Höhenzug westlich von Setubal. Die Panoramastraße N-3791-1 windet sich über ein paar Kilometer der Küste entlang auf gut 400 Höhenmeter hinauf. An mehreren Stellen blickt man auf der einen Seite auf die nahe Küste, auf der anderen bis nach Lissabon hinab. Es gibt einen kleinen Convent, der sich herrlich in den bewaldeten Steilhang schmiegt. Leider verweigerte uns ein Padre freundlich aber bestimmt den Zugang, als er gerade den Hausmüll vor dem Tor entsorgte.
Macht aber nix, denn auch von außerhalb genießt man einen großartigen Blick auf den Convent:
Weiter geht die Fahrt ins mittlere Alentejo nach Alvito - ein kleines, liebenswertes Nest, dessen weißgetünchte Häuser sich eng um die wuchtige Burg drängen.
Durch das Alentejo fährt man immer wieder durch weitläufige Korkeichenhaine:
Überhaupt fällt uns das übermäßige Grün der Landschaft angenehm auf. Dass hier der nahe Atlantik für gelegentliche Nässe und Niederschläge sorgt, davon zeugen schon die vielen Storchenpaare, die an allen möglichen und unmöglichen Stellen ihr Horste gebaut haben.
An der großartigen Steilküste der Costa Vicentina hielten wir nach einem ausgiebigen Spaziergang kurz inne und blickten über das Meer gen Westen. Denn genau vor einem Jahr standen wir genau an der anderen Seite des Ozeans in Negs Head, SC, wo der Portugaltirip gedanklich geboren wurde.
Die nächsten beiden Tage verbrachten wir an der Küste der Algarve:
In Ortschaften wie Silves kann man sich von der maurischen Vergangenheit der Gegend einen sehr guten Eindruck verschaffen.
In Faro, der Hauptstradt der Algarve, leben ca. 50.000 Einwohner, Störche nicht mitgezählt.
Etwas nördlich von Faro, liegt die Gemeinde Estoi. Hier, unweit vom Gewusel der Küstenstadt, lebt es sich ruhig und gelassen. Im wunderbar restaurierten Rokokopalast, der heute zu einer Pousada gehört, kann man zwischen alten Säulen einen Cafe in mondäner Umgebung zu sich nehmen. Man fühlt sich irgendwie wie in einem alten Agatha Christie Film in der Zeit zurückversetzt.
Die Fahrt nach Norden führt über den küstennahen Höhenzug, wieder hinunter ins Alentejo. In den Dörfern und kleinen Ortschaften kann man immer wieder kurz in Pastelarias auf einen Cafe einkehren um das Lokalkolorit zu beobachten.
In Vale da Rosa ist am heutigen Sonntag sowas wie Flohmarkt auf der Hauptstraße. Ich wundere mich noch, ob man überhaupt durchfahren darf – aber wie sollte man sonst durch den Ort kommen?! Man fährt langsam in abenteuerlichen Serpentinen um bummelnde Flohmarktbesucher und Stände, die zum Teil bis in die Straßenmitte stehen, herum. Es scheint aber niemanden zu stören.
Unser heutiges Etappenziel ist Beja:
Am nächsten Tag geht es über Evora nach Estremoz. In Evora gibt es eine etwas schaurige Sehenswürdigkeit – die Capela dos Ossos, die zur Barockkirche Nossa Senhora do Carmo aus dem 18. Jahrhundert gehört. Die Gebeine und Schädel von bis zu 5.000 Verstorbenen wurden zum Bau der Wände des Beinhauses verwendet. Hier ist echt der "Bär fett", denn busseweise werden außer uns noch andere Sensationslüsterne herangekarrt. Das Morbide scheint die Menschen zu faszinieren:
In Estremoz ist heute ziemlich viel Touristengewusel und so entschließen wir uns zum Abendessen in eines der umliegenden Dörfer zu fahren. Apropos Essen – als Fischliebhaber sind wir bisher voll auf unsere Kosten gekommen!
In der Gegend um Vila Vicosa fallen viele Marmorsteinbrüche auf. So wundert es nicht, dass in dem kleinen Ort der wertvolle Baustoff großzügig verbaut wurde.
Am Platz der Republik fallen zwei Restaurants auf und wir fragen einen Passanten nach seiner Meinung. Der führt uns aber zu einem ganz anderem etwas abseits des Zentrums in einer engen Gasse. Unscheinbar, eng und klein ist der Laden – nie hätten wir den einfach so betreten. Um die kleine Bar drängen sich ein paar Männer und augenblicklich wird es still als wir eintreten. Man mustert uns von oben bis unten bis der Wirt hervortritt uns zu verstehen gibt, dass es zum Abendessen offensichtlich noch zu früh ist. Er bittet uns aber trotzdem in einen Nebenraum, wo er einen der wenigen Tische zwischen hohen Olivenfässern für uns herrichtet. Die Speisekarte ist übersichtlich und unsere Wahl schnell getroffen, Bacalhaus Assadas sollte es sein. Der Wirt aber winkt ab und nach einigem Hin und Her mit Händen und Füssen und zuckenden Schultern wurde Fisch und Wein des Hauses kredenzt. Kurzum – es war ein Gedicht und der Wein war süffig. Es war genau die richtige Wahl – wenn man denn von Wahl sprechen kann. Nebenbei war es noch das günstigste Abendessen der Reise und ließen das Trinkgeld deshalb etwas höher ausfallen, was der Dankbarkeit des Wirts kaum Grenzen setzte.
Der Wein war gottlob nicht zu schwer, denn am nächsten Tag ging es zurück nach Lissabon. Über Nacht hatte es geregnet und einige Weiden in blühende Wiesen verwandelt:
Lissabon ist für mein Dafürhalten nicht mit anderen modernen Metropolen in Mitteleuropa zu vergleichen. Die Stadt versprüht in vielen Bereichen einen etwas verfallenen Charme. Besonders in der Baixa wird das sehr augenscheinlich. Es gibt offensichtlich sehr viel Leerstand, gerade in den Stockwerken oberhalb der Geschäftsetagen, der dann nach und nach verfällt. Das ist sehr schade, denn die meisten der Gebäude hätten es verdient saniert zu werden. Offensichtlich hat man das einst billige Geld aus der EU leider nicht zum Erhalt der vorhandenen Substanz genutzt, sondern in Trabantenstädte investiert, die rings um die Hauptstadt entstanden sind.
Sehr interessant empfanden wir die Alfama mit ihren engen Gassen und Winkeln. Hier wird noch jeder Winkel zum Wohnen genutzt und man mag gar nicht glauben, dass man sich in einer Großstadt befindet:
Ein Erlebnis der besonderen Art ist auf jeden Fall die Fahrt (besser Fahrten) in einer der bekannten Straßenbahnlinien.
Hier soll nun der kleine Reisebericht enden.
Fazit kurz und bündig: Wir haben ein liebenswertes, abwechslungsreiches Land mit freundlichen Menschen kennengelernt. Das Essen ist lecker. Man kommt gut mit und im Autoverkehr zurecht. Anders als in anderen südeuropäischen Gegenden war es überraschend Grün und die Menschen halten ihre Ortschaften und Landschaften sauber.
Adeus em Portugal – jepp, auf jeden Fall!
Nachdem wir nun unsere "Kennenlernwoche" in Portugal absolviert hatten, möchte ich gerne über unsere Eindrücke berichten.
Es war unsere erste Zeit, dort am südwestlichen Ende Europas, und wenn uns Kultur, Land und Leute zusagen sollten, dann würden wir gerne wiederkommen wollen.
In Lissabon Portela angekommen, hatten wir die Stadt nach nicht mal einer guten Stunde über die Ponte Vasco da Gama schon wieder verlassen. Unser erstes Ziel war der Parque Natural de Arrabida, ein bewaldeter kleiner Höhenzug westlich von Setubal. Die Panoramastraße N-3791-1 windet sich über ein paar Kilometer der Küste entlang auf gut 400 Höhenmeter hinauf. An mehreren Stellen blickt man auf der einen Seite auf die nahe Küste, auf der anderen bis nach Lissabon hinab. Es gibt einen kleinen Convent, der sich herrlich in den bewaldeten Steilhang schmiegt. Leider verweigerte uns ein Padre freundlich aber bestimmt den Zugang, als er gerade den Hausmüll vor dem Tor entsorgte.
Macht aber nix, denn auch von außerhalb genießt man einen großartigen Blick auf den Convent:
Weiter geht die Fahrt ins mittlere Alentejo nach Alvito - ein kleines, liebenswertes Nest, dessen weißgetünchte Häuser sich eng um die wuchtige Burg drängen.
Durch das Alentejo fährt man immer wieder durch weitläufige Korkeichenhaine:
Überhaupt fällt uns das übermäßige Grün der Landschaft angenehm auf. Dass hier der nahe Atlantik für gelegentliche Nässe und Niederschläge sorgt, davon zeugen schon die vielen Storchenpaare, die an allen möglichen und unmöglichen Stellen ihr Horste gebaut haben.
An der großartigen Steilküste der Costa Vicentina hielten wir nach einem ausgiebigen Spaziergang kurz inne und blickten über das Meer gen Westen. Denn genau vor einem Jahr standen wir genau an der anderen Seite des Ozeans in Negs Head, SC, wo der Portugaltirip gedanklich geboren wurde.
Die nächsten beiden Tage verbrachten wir an der Küste der Algarve:
In Ortschaften wie Silves kann man sich von der maurischen Vergangenheit der Gegend einen sehr guten Eindruck verschaffen.
In Faro, der Hauptstradt der Algarve, leben ca. 50.000 Einwohner, Störche nicht mitgezählt.
Etwas nördlich von Faro, liegt die Gemeinde Estoi. Hier, unweit vom Gewusel der Küstenstadt, lebt es sich ruhig und gelassen. Im wunderbar restaurierten Rokokopalast, der heute zu einer Pousada gehört, kann man zwischen alten Säulen einen Cafe in mondäner Umgebung zu sich nehmen. Man fühlt sich irgendwie wie in einem alten Agatha Christie Film in der Zeit zurückversetzt.
Die Fahrt nach Norden führt über den küstennahen Höhenzug, wieder hinunter ins Alentejo. In den Dörfern und kleinen Ortschaften kann man immer wieder kurz in Pastelarias auf einen Cafe einkehren um das Lokalkolorit zu beobachten.
In Vale da Rosa ist am heutigen Sonntag sowas wie Flohmarkt auf der Hauptstraße. Ich wundere mich noch, ob man überhaupt durchfahren darf – aber wie sollte man sonst durch den Ort kommen?! Man fährt langsam in abenteuerlichen Serpentinen um bummelnde Flohmarktbesucher und Stände, die zum Teil bis in die Straßenmitte stehen, herum. Es scheint aber niemanden zu stören.
Unser heutiges Etappenziel ist Beja:
Am nächsten Tag geht es über Evora nach Estremoz. In Evora gibt es eine etwas schaurige Sehenswürdigkeit – die Capela dos Ossos, die zur Barockkirche Nossa Senhora do Carmo aus dem 18. Jahrhundert gehört. Die Gebeine und Schädel von bis zu 5.000 Verstorbenen wurden zum Bau der Wände des Beinhauses verwendet. Hier ist echt der "Bär fett", denn busseweise werden außer uns noch andere Sensationslüsterne herangekarrt. Das Morbide scheint die Menschen zu faszinieren:
In Estremoz ist heute ziemlich viel Touristengewusel und so entschließen wir uns zum Abendessen in eines der umliegenden Dörfer zu fahren. Apropos Essen – als Fischliebhaber sind wir bisher voll auf unsere Kosten gekommen!
In der Gegend um Vila Vicosa fallen viele Marmorsteinbrüche auf. So wundert es nicht, dass in dem kleinen Ort der wertvolle Baustoff großzügig verbaut wurde.
Am Platz der Republik fallen zwei Restaurants auf und wir fragen einen Passanten nach seiner Meinung. Der führt uns aber zu einem ganz anderem etwas abseits des Zentrums in einer engen Gasse. Unscheinbar, eng und klein ist der Laden – nie hätten wir den einfach so betreten. Um die kleine Bar drängen sich ein paar Männer und augenblicklich wird es still als wir eintreten. Man mustert uns von oben bis unten bis der Wirt hervortritt uns zu verstehen gibt, dass es zum Abendessen offensichtlich noch zu früh ist. Er bittet uns aber trotzdem in einen Nebenraum, wo er einen der wenigen Tische zwischen hohen Olivenfässern für uns herrichtet. Die Speisekarte ist übersichtlich und unsere Wahl schnell getroffen, Bacalhaus Assadas sollte es sein. Der Wirt aber winkt ab und nach einigem Hin und Her mit Händen und Füssen und zuckenden Schultern wurde Fisch und Wein des Hauses kredenzt. Kurzum – es war ein Gedicht und der Wein war süffig. Es war genau die richtige Wahl – wenn man denn von Wahl sprechen kann. Nebenbei war es noch das günstigste Abendessen der Reise und ließen das Trinkgeld deshalb etwas höher ausfallen, was der Dankbarkeit des Wirts kaum Grenzen setzte.
Der Wein war gottlob nicht zu schwer, denn am nächsten Tag ging es zurück nach Lissabon. Über Nacht hatte es geregnet und einige Weiden in blühende Wiesen verwandelt:
Lissabon ist für mein Dafürhalten nicht mit anderen modernen Metropolen in Mitteleuropa zu vergleichen. Die Stadt versprüht in vielen Bereichen einen etwas verfallenen Charme. Besonders in der Baixa wird das sehr augenscheinlich. Es gibt offensichtlich sehr viel Leerstand, gerade in den Stockwerken oberhalb der Geschäftsetagen, der dann nach und nach verfällt. Das ist sehr schade, denn die meisten der Gebäude hätten es verdient saniert zu werden. Offensichtlich hat man das einst billige Geld aus der EU leider nicht zum Erhalt der vorhandenen Substanz genutzt, sondern in Trabantenstädte investiert, die rings um die Hauptstadt entstanden sind.
Sehr interessant empfanden wir die Alfama mit ihren engen Gassen und Winkeln. Hier wird noch jeder Winkel zum Wohnen genutzt und man mag gar nicht glauben, dass man sich in einer Großstadt befindet:
Ein Erlebnis der besonderen Art ist auf jeden Fall die Fahrt (besser Fahrten) in einer der bekannten Straßenbahnlinien.
Hier soll nun der kleine Reisebericht enden.
Fazit kurz und bündig: Wir haben ein liebenswertes, abwechslungsreiches Land mit freundlichen Menschen kennengelernt. Das Essen ist lecker. Man kommt gut mit und im Autoverkehr zurecht. Anders als in anderen südeuropäischen Gegenden war es überraschend Grün und die Menschen halten ihre Ortschaften und Landschaften sauber.
Adeus em Portugal – jepp, auf jeden Fall!
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