• Gäste können im PortugalForum zunächst keine Beiträge verfassen und auch nicht auf Beiträge antworten. Das klappt nur, wenn man registriert ist. Das ist ganz leicht, geht schnell und tut nicht weh: Registrieren. Und dann verschwindet auch dieser Hinweis ...

Diskussion zum klimaneutralen Verkehr

so viel wie möglich an Energie autark zu produzieren. Wie sagte Christian Lindner so schön: "Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien"
Man man man, was für Parolen.
Da kann ich nicht an mich halten.
Schon mal überlegt, wo die ganzen Solarmodule herkommen?
Da füttern wir den nächsten Aggressor.
Auch Windkraftanlagen kann man nicht 100% unabhängig produzieren.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr man genau das gleiche machen will bei erneuerbaren Energien wie bei fossilen.
Man begibt sich sehens in eine andere Abhängigkeit.
Klar, Sonne und Wind scheinen unabhängig, aber Ersatzteile regnen nicht vom europäischen Himmel.

Und auch diese fadenscheinigen Argumente, die AKWs nicht weiterlaufen zu lassen oder wieder in Betrieb zu nehmen...
Sicherheitstechnisch sei das Risiko zu groß, klar, die drei abgeschalteten wären wohl am 4.1. hoch gegangen, wenn sie nicht zum Glück am 31.12. vom Netz genommen worden wären.
Und der Beitrag zu Stromversorgung sei eh zu klein, es bringe ja kaum was...
Klar, weil man Versorgungsssicherheit immer noch nicht kapiert hat.
Man ist in Berlin an manchen Stellen aufgewacht, aber nicht bei den Grünen. Die kuscheln lieber noch eine Runde im Warmen und sorgen sich über Genehmigungen und Zertifikate.
Wartet mal, gab es nicht auch Verträge und Regeln und blabla, das man nicht mit Panzern und Bomben in einen souveränen Staat einfällt?
Man kann sich also offenbar doch über Genehmigungen und Zertifikate hinwegsetzen.
Man kann sogar Genehmigungen für Rüstungsausfuhren erteilen, wenn der politische Druck zu groß wird.
Aber beim Strom geht das noch nicht, man man man.
Alle sollen jetzt am besten mit Wärmepumpen heizen, weg vom russischen Gas.
Und der Strom dazu kommt aus der Steckdose...
Und der Hinweis, Uran kommt ja auch aus Russland, oh weia.
Aber gut, was solls.
Das alles hilft den Menschen in der Ukraine...NICHT.
Und wenn es kalt wird und dunkel in Deutschland, dann den Menschen in Deutschland auch nicht mehr.
Aber vielleicht pusten ja die Windstromanlagen die Russen im Ernstfall wieder über die Grenze zurück.......
 
Hallo Ozzy,
aber Ersatzteile regnen nicht vom europäischen Himmel.
das kann man ändern.

Und der Beitrag zu Stromversorgung sei eh zu klein, es bringe ja kaum was...
Nein, es geht um viele andere Dinge und eben auch um das Uran, das nicht nur aus Russland kommt, sondern auch eben nicht aus Deutschland.

Alle sollen jetzt am besten mit Wärmepumpen heizen, weg vom russischen Gas.
ja, das ist tatsächlich der Plan, weil es eine gute, verlässliche Technologie ist, die ohne ständige Importe auskommt.

Und der Strom dazu kommt aus der Steckdose...
ja und auch vom Dach. Es gibt mittlerweile viele Nutzer dieser Methode und die sind begeistert.

Und der Hinweis, Uran kommt ja auch aus Russland, oh weia.
und, was ist daran falsch?

Das alles hilft den Menschen in der Ukraine...NICHT.
das stimmt, aber darum geht es an dieser Stelle nicht. Wir messen die Maßnahmen am Erfolg der Maßnahmen und nicht am Erfolg gegen den Krieg. Da gibt es andere Maßnahmen.

Kai
 
hallo Ozzy,

bist du Berufspessimist?

Sieh es doch einfach mal so. Jede Kilowattstunde Strom, die aus erneuerbaren Energien hierzulande erzeugt wird ist Geld, was nun mal nicht bei Putin und anderen Diktatoren landet. Was Windkraft und Solarthermie oder Photovoltaik angebelangt, sind wir doch hierzulande ganz gut aufgestellt. Natürlich sind in jeder komplexen Anlage oder Maschinen Teile und Rohstoffe verbaut, die eben nicht mal schnell ums Eck produziert werden. Aber darum geht es doch gar nicht.

Es geht einzig und allein darum, daß zuerst einmal wir in Deutschland unsere Abhängigkeiten von importierter Energie verringern. Da ist tatsächlich noch eine Menge Luft nach oben. Wenn das klappt, dann machen das uns andere Länder nach und wir haben einen enormen technischen Vorsprung.

Ich besitze ein modernes Haus mit Solarthermie, ausreichend PV auf dem Dach und einer Sole-Wärmepumpenheizung. Die Karre und mein Motorrad brauchen Sprit. Den kann ich mir immer noch leisten. Folglich könnten mir sowohl Strompreise als auch die anderen Kosten für Energie egal sein. Ich will damit nur sagen, daß die Technik weitgehend vorhanden ist und es leider häufig am Willen und weniger das Geld dazu fehlt, bestimmte Änderungen vorzunehmen.

Egal was die CSU oder Lobbyorganisationen meinen. Es ist noch viel Platz auf deutschen Dächern um die Sonne zu nutzen. Und natürlich brauchen wir noch tausende Windkraftanlagen nicht nur im Meer sondern breit übers Land verteilt. Das mag für das Auge von manchem nicht schön sein, ist jedoch unvermeidbar, wenn wir weg von den fossilen Energien wollen. Da kommen wir nun mal nicht drumherum.

Der Liter Heizöl kostet übrigens heute 1,78 Euro. :(

grüsse

jürgen
 
Robert Habeck gegen längere Laufzeiten von Atomkraftwerken

wenn das elektrisch wird, kannst Du den Strom vom Dach vermutlich mit noch mehr Effektivität nutzen, oder?

hallo Kai,

jetzt ist das Jahr noch keine drei Monate vorbei und der Krieg gerade mal knapp zwei Wochen alt und folgedessen kann vermutlich auch nicht unser Wirtschaftsminister zu einhundert Prozent sagen, wie es zu Beginn des kommenden Winters in Sachen Energie hierzulande ausschaut.

Durchaus denkbar, daß derzeitige Prognosen und Pläne in wenigen Monaten schon Makulatur sind. Alles was heute progrostiziert wird ist nichts als reines Kaffeesatzlesen. :|

grüsse

jürgen
 
Durchaus denkbar, daß derzeitige Prognosen und Pläne in wenigen Monaten schon Makulatur sind. Alles was heute progrostiziert wird ist nichts als reines Kaffeesatzlesen.
klar, kann sein. Der aktuelle Status ist aber eben der, dass man nicht eine Technologie fördern will, die uns aus diversen Gründen nicht optimal weiterbringt.

Kai
 
Robert Habeck gegen längere Laufzeiten von Atomkraftwerken

wenn das elektrisch wird, kannst Du den Strom vom Dach vermutlich mit noch mehr Effektivität nutzen, oder?

hallo Kai,

ja, theoretisch kann ich ein Elektroauto und ein elektrisch betriebenes Motorrad damit aufladen. 10 KWp auf dem Dach reichen dafür aus. Aber ich bin nun mal ein Mensch, der den fahrbaren Untersatz sehr lange hält und die BMW GS ist gerade mal 20 Jahre alt und der kleine Audi A3 gerade mal gute zehn Jahre alt. Da haben auf beiden Tachos noch ganz viele Kilometer Platz.

Der Tag wird kommen, da ich mich elektrisch und damit vielleicht viel billiger fortbewege. Aber es ist die Reichweite die mir noch Kopfzerbrechen macht und das Denken eines sparsamen Allgäuers in dem Sinne "das Ding läuft doch noch gut und da hegt und pflegt man das Gefährt und wirft es nicht weg". ;)

Eine Batterie im Haus ist übrigens nach wie vor völlig unwirtschaftlich, da zu teuer und nicht standfest über Jahrzehnte hinweg. Da vertraue ich den Aussagen meiner beiden Solarbauer die zwar gerne ein Geschäft machen wollen, aber selbst keinen Sinn darin sehen.

grüsse

jürgen
 
Seltsam! Habeck scheint immer deutlicher laut nachzudenken.

Scheint ernst zu werden.



Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

Doch! Mit Scheißhaus-Parolen wird keine Energie-Politik gemacht.

jetzt ist das Jahr noch keine drei Monate vorbei und der Krieg gerade mal knapp zwei Wochen alt und folgedessen kann vermutlich auch nicht unser Wirtschaftsminister zu einhundert Prozent sagen, wie es zu Beginn des kommenden Winters in Sachen Energie hierzulande ausschaut.

Durchaus denkbar, daß derzeitige Prognosen und Pläne in wenigen Monaten schon Makulatur sind. Alles was heute progrostiziert wird ist nichts als reines Kaffeesatzlesen.

Danke @claus-juergen ;)

Die Debatten- Kultur fächert sich immer breiter.



Und das ist auch gut so,?
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Batterie im Haus ist übrigens nach wie vor völlig unwirtschaftlich, da zu teuer und nicht standfest über Jahrzehnte hinweg.
ja, das kenne ich auch so. Aber, es gibt ja Pläne, die wachsende Zahl von Elektroautos quasi als atmende Batterie zu nutzen. Mit Software ließe sich das regeln, sodass Du dann den Strom auch wieder verkaufen könntest, wenn Du nicht an der heimischen Ladesäule hängst:

Eine hochinteressante Idee, denn wir sind ja gerade dabei, eine gigantische Batterie in Form von Elektroautos auf die Straße zu bringen ...

Die Debatten- Kultur fächert sich immer breiter.

sehe ich an Deinem Link nicht

Ich behaupte: Es wird nicht so kommen, weil wir uns aus vielen guten Gründen weitgehend auch von den Investitionen her davon verabschiedet haben. Es mag sein, dass es ein Notfall-Programm für ein paar Monate gibt, eine Wiederbelebung der Atomkraft in Deutschland sehe ich nicht, weil die Abhängigkeit auch da vorhanden ist. Wer will denn jetzt ernsthaft noch eine Abhängigkeit, wenn es andere bessere, saubere und sicherere Lösungen gibt? Das ist doch auch wieder nur eine ideologische Debatte, bei der sich alte weiße Männer die Hände reiben, weil sie sich freuen, dass die Grünen nun dazu gezwungen sind, etwas zu tun, was sie politisch nicht wollen.

Ich sage: Frankreich etwa wird noch sehr bitter bereuen, auf Atomkraft gesetzt zu haben, während etwa in Deutschland nach einer sicher vorhandenen Durststrecke die Energiezukunft herrscht. Vielleicht ist Deutschland jetzt mal mutig ...

Kai
 
...
Ich sage: Frankreich etwa wird noch sehr bitter bereuen, auf Atomkraft gesetzt zu haben, während etwa in Deutschland nach einer sicher vorhandenen Durststrecke die Energiezukunft herrscht. Vielleicht ist Deutschland jetzt mal mutig ...Kai

hallo Kai,

Ich habe ein paar französische Freunde und jedes Jahr wenn wir uns treffen machen wir Witze über Flamanville 3. Man muß sich das mal vorstellen: Das hochmoderne AKW kostet mindestens das fünffache wie prognostiziet und geht mehr als zehn Jahre später ans Netz als geplant. Das Ding kann sich nie und nimmer rechnen, selbst wenn es einhundert Jahre lang laufen würde.



Letztendlich zahlt das alles der Bürger.

grüsse

jürgen
 
Also je klimaneutraler man werden will, desto mehr Strom braucht man dafür. Oder wie soll ich das alles verstehen?:confused:
 
Mal eine Anekdote aus meinem Umfeld. Ein Eishockeykollege hat sich letztes Jahr ein E-Fahrzeug zugelegt, ich meine einen ID3. Gleichzeitig oder davor Photovoltaik, schon mit der Überlegung das Fahrzeug zu tanken. Der Kollege ist Feuerwehrmann, der Wagen steht je nach Schicht also auch öfters mal tagsüber zuhause.
Seit der Anschaffung im letzten Sommer hat er gelegentlich während des Einkaufs bei Aldi geladen, wenn das nötig war. Das ist hier momentan noch kostenlos. Die einzigen direkten Energiekosten die er seit dem letzten Sommer hatte waren 9 Euro, die bei einem Ausflug zum Baldeneysee bezahlte, als er die Tankkarte mal ausprobiert hat. Die PV-Anlage speist oft genug noch Strom ins Netz ein.
Er ist ausgesprochen zufrieden mit der Entscheidung.
 
Nein, ich bin kein Berufspessimist und habe selbst PV auf dem Dach und WP und Solarkollektoren.
Aber diese 180 Grad Wende, die da derzeit im Namen der Energieunabhängigkeit hingelegt wird, ist dermaßen verlogen und heuchlerisch, das ich kotzen könnte.
Angefangen bei Lindner mit seinen "Freiheitsenergien", erinnert mich stark an die Freedom Fries in Amiland zum Irakkrieg, weil die Franzosen nicht mitzogen.
Nun muss alles ganz schnell gehen, aber man hat nicht die Eier, die Importe aus Russland zu stoppen.
Es könnte einem so vorkommen, als man nun eine günstige Gelegenheit nutzen will um die Energiewende zu erzwingen.
Und dazu werden dann Argumente an den Haaren herbei gezogen.
Uran kommt auch aus Russland...die DDR war mal einer der größten Produzenten weltweit. Sowas könnte man reaktivieren.
Kanada und Australien sind 2 der drei weltweit größten Uranproduzenten, die wohl außerhalb von Zweifeln stehen.
Der dritte ist Kasachstan, lassen wir das mal in der Sphäre Russland so stehen.
Wärmepumpen sind nicht so verlässlich, wie das hier propagiert wird.
Ich selbst musste meine schon reparieren. Nach 4 Jahren war ein Kondensator defekt.
Ich kann sowas selbst reparieren für 5 Euro den neuen. Aber andere nicht und die zahlen dann einiges.
Davon abgesehen, woher die meisten Wärmepumpen kommen, eben aus China.

Wir wollen uns also von einem Agressor unabhängig machen und rennen deswegen wieder ohne nachzudenken und blind in die Arme des nächsten Agressors?
Wobei man schon der Pandemie festgestellt hatte, das dies problematisch ist?

Wir müssen was ändern, keine Frage.
Aber wenn so schnell das Narrativ geändert wird, MUSS man skeptisch sein und nochmal nachdenken.
Ich war auch für NS2, da Russland nie die Versorgung gedrosselt hatte.
Allerdings auch noch nie dermaßen einen Krieg vom Zaun gebrochen hat.
Daher bin ich dafür, das man mit Ruhe und Nachdenken die Situation bewertet und Schlüsse daraus zieht.
Denn letztlich, auch wenn es sich krass anhört, haben die USA ihren Willen bekommen.
Kein NS2, wir kaufen deren Frakinggas zu horrenden Preisen und bauen nun sogar 2 Flüssiggasterminals.
Wir stärken endlich wieder die Bundeswehr, aber es gibt schon wieder Stimmen, die fordern, für die 100 Mrd. doch lieber WKA zu bauen.
Ehrlich gesagt, ohne den Überfall auf die Ukraine wäre ich auch dafür.
Aber die grausame Realität hat uns eingeholt.
Die Bundeswehr steht gebückt mit runtergelassener Hose an der Grenze, von Verteidigungsmöglichkeit keine Spur.

Nochmal, PV ist toll, aber auch hier landet das Geld wieder in einem totalitären System, das quasi morgen genau die gleiche Nummer in Taiwan abziehen könnte.
Was machen wir dann?
Wird dann Holz aus Schweden zur "Freiheitsenergie"?

Ich räume ein, das die Situation aktuell extrem schwierig ist. Wir sind so abhängig von den Energieimporten, das die echte Gefahr besteht, das Deutschland quasi still steht, aber deswegen müssen unkonventionelle Lösungen her.
Aber Lösungen, die gegen die eigene Ideologie gehen, sind ein NoGo. Arm.
Und Schwachsinn, das da Schadenfreude im Spiel ist, weil die Grünen nun über ihren Schatten springen müssen.
Tatsache ist, das Baerböck, Habeck und Scholz mich persönlich sehr beeindruckt haben.
Besonders Olaf und Anna Lena. Im Vorfeld alles versucht und nun dann doch noch die Kurve bekommen.

Und zum Thema Akkus in den Autos als Netzstabilisator.
Das ist die unrealistischste Idee dieser Träumer, gleich nach der Schnapsidee, das E-Fahrer jetzt CO2 Zertifikate verkaufen dürfen.
Warum? Weil so ein Akku das teuerste an diesen Fahrzeugen ist, so wie ein Motor beim Verbrenner.
Und genau durch be- und entladen wird so ein Akku "verbraucht".
Wer wird sowas zulassen? Selbst wenn es ein paar Cent dafür geben sollte.
So ein Akku kostet locker 10-15k Euro.
Es gibt noch keinerlei Erfahrungen dazu.
Ich würde es in meinem Haus nutzen, aber niemals für das öffentliche Stromnetz.
Und da geht es mir noch nicht mal darum, das man vor einem leeren Auto stehen könnte, wenn man es nutzen will.

Wenn man es scharf und sarkastisch formulieren möchte, könnte man sagen, das die fossilen Energiepreise den Strompreisen nachgezogen sind.
Denn die Strompreise stiegen ja schon wahnsinnig, der Kostenvorteil zur e-Mobilität schrumpfte massiv.
Nun ist wieder alles im Lot für gewissen Kreise...
 
Zurück
Oben