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Ich würde gerne eure rückhaltlos offene Kritik hören. Nachfolgende Geschichte kam zu mir und ich habe versucht sie nett dar zu legen. Als Hintergrund solltet ihr vielleicht wissen, ich komme aus einer Gegend, die ebenfalls eine eigene Schöpfungsgeschichte hat, als dickköpfig und wortkarg mit trockenem Humor verschrien ist.


Wie der Herrgott den ersten Portugiesen schuf


Als der Herrgott mit der Erschaffung der Welt fertig war, klopfte Petrus den Staub von den Händen.
„So“, sagte er. „Jetzt ist alles da: Berge, Wälder, Flüsse, Tiere und die Menschen. Feierabend?“
Der Herrgott schüttelte den Kopf und zeigte nach Westen, dorthin, wo das Land im Meer verschwindet.
„Nein. Da fehlt noch einer.“
Er nahm eine Handvoll Sand, ließ Atlantikwasser darüberlaufen, rieb ein Blatt vom Olivenbaum zwischen den Fingern und brach ein Stück Rinde von einer Korkeiche ab. Dann hielt er einen Moment inne und lächelte. Schließlich gab er noch eine Prise Sehnsucht dazu.
Petrus runzelte die Stirn.
„Sehnsucht? Wonach denn? Es gibt doch noch gar nichts, wonach man sich sehnen könnte.“
„Wart’s ab“, sagte der Herrgott.
So entstand João.
João sah sich um, nickte freundlich, setzte sich auf einen Felsen und blickte hinaus aufs Meer.
Nach einer ganzen Weile fragte Petrus:
„Herr, ist der krank? Der sitzt ja immer noch da.“
„Nein“, sagte der Herrgott. „Der überlegt.“
„Was denn?“
„Ob hinter dem Horizont noch etwas kommt.“
Petrus schüttelte nur den Kopf.
Später erschuf der Herrgott Maria.
Sie betrachtete João, stemmte die Hände in die Hüften und sagte:
„Wenn du schon den ganzen Tag aufs Meer schaust, könntest du wenigstens einen Fisch mitbringen.“
João lächelte.
„Morgen.“
„Warum morgen?“
„Weil der Sonnenuntergang heute zu schade wäre, um ihn zu verpassen.“
Da musste selbst der Herrgott lachen.
Zum Abschied gab er ihnen nicht viel mit: ein offenes Herz, Freude an einem einfachen Mahl, ein Lied für gute und eines für schwere Tage – und eine Tür, die für Gäste fast immer offenstand.
Petrus fragte:
„Reicht das?“
„Mehr brauchen sie nicht.“
Zum Schluss schob der Herrgott Portugal ganz an den Rand Europas.
„Warum ausgerechnet dort?“
„Weil sie sonst nie aufs Meer schauen würden.“
Und seitdem sagen die Portugiesen oft nicht nur „Adeus“, sondern „Até já“ – bis gleich. Denn wer einmal hinausfährt, kommt irgendwann wieder heim.


É uma história inventada, mas feita com carinho por Portugal e pela saudade. Jetzt muß ich nur noch eine vernünftige portugiesische Übersetzung schaffen.
 
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Eine schöne Geschichte und sie erinnert mich an eine Gegebenheit in der Türkei.

Ich war vor ca. 25 Jahren mit Freunden für eine Woche in der Türkei.
Wir hatten uns ein paar Enduros geliehen, um in den Bergen auf entlegenen Trails, die Grenzen unserer Fähigkeiten auszuloten.
Zum Ende der Tour kamen wir bei der Stadt Side an die Küste.
Beim Strandspaziergang kamen wir an einem Fahrradverleiher vorbei.
Der saß vor seinen Bikes und schaute aufs Meer. Es sah nicht so aus, dass er an diesem Tag überhaupt ein Fahrrad verliehen hätte.
Eine Stunde später kamen wir auf dem Rückweg dort wieder vorbei.
Er saß immer noch an der selben Stelle und schaute auf Meer.
Ich blieb stehen und sagte zu ihm, er könne doch auch nach Hause gehen, da heute bestimmt niemand mehr ein Fahrrad leihen würde.
Seine Antwort hat mich nachhaltig in meinem weiteren Leben beeinflusst.
Er würde noch einen Moment verweilen und den Sonnenuntergang genießen.
Er, der jeden Tag dort war, konnte dieses tägliche Erlebnisse auch nach vielen Jahren noch als etwas besonderes genießen.
Er strahlte dabei eine so wohlige Ruhe aus.

Wir setzten uns zu ihm und haben schweigend zusammen einen der schönsten Sonnenuntergänge genossen.

Danach haben wir ihn noch zum Abendessen eingeladen und so wurde mein letzter Abend in der Türkei zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wenige Jahre später haben wir unsere Zelte in Deutschland abgebrochen und waren mehrere Jahre als Fulltimer im Wohnmobil unterwegs. Weniger kann ja so viel mehr sein.
Irgendwann sind wir dann in Portugal gelandet und auch hier genießen wir jeden Tag, von unserem Terreno, den Blick aufs Meer.
 
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