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Warum sind die spanischen Innenstädte fast autofrei?

kailew

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@Maximus
Spanische Innenstädte sind mittlerweile übrigens komplett autofrei, was die Lebensqualität dort ungemein erhöht.
Das hat mich doppelt überrascht, erstens dass es so ist und zweitens, dass Du das als Erhöhung der Lebensqualität siehst. Ist ja eher eine "grüne" Maßnahme und Idee ...

Was mich interessieren würde: Kannst Du sagen, warum das so ist? Sind die Innenstädte einfach gesperrt oder wie muss man sich das vorstellen? Gilt das auch für kleine Ortschaften so etwa wie Aljezur oder nur ab Größe Lagos/Silves? Und wie ist das dann mit dem Verkehr gelöst? Gibt es Parkplätze an der Stadtgrenze und ÖPNV oder läuft man zu Fuß? Oder stehen da Roller und Leihfarräder?

Danke für die Aufklärung!
 
Also ich war immer für autofreie Innenstädte und würde mir das auch für Silves wünschen, wo ja nach wie vor alle Gassen zugeparkt sind.
So wie ich das beobachtet hab, sind in Spanien bisher nur die historischen Stadtzentren autofrei. Drumherum so wie immer.
Letztes Jahr war ich mit dem Motorrad in Nordspanien und wollte mir die Altstadt von Leon ansehen. Wegen der schikanösen Ampelschaltung hatte ich das Vorhaben dann abgebrochen. Dort fährt man als Touri am besten mit so einer Eisenbahnatrappe in die Stadt.
In Cádiz, wo ich jetzt war, ist das Stadtzentrum ebenfalls autofrei. Hier gehts nur zu Fuß, mit dem Rad oder dem E Roller rein. Außerhalb der Stadtmauer an der Ringstraße gibt es mehrere Fußballfeldgroße Tiefgaragen, die man von außen garnicht sieht, weil da Parkanlagen drüber sind.
Auch Tarifa ist in der Altstadt Autoverkehr nur zum Be und Entladen möglich.
Da, wo früher Parkplätze waren, stehen jetzt Blumenkübel.
Selbst in so einem Städtchen wie Barbate gibts jetzt top Fahrradwege. Was bin ich dort noch vor 25 Jahren mit meinem Hollandfahrrad ausgelacht worden.

LG
M
 
@Maximus hier bei uns im Ruhrgebiet haben wir ja schon länger Autofreie Innenstädte. Der Aufschrei war damals groß als damit begonnen wurde. Geschäftsleute fürchteten um ihre Einnahmen. Aber das Gegenteil passierte oft, da die Kunden es gut finden durch die Einkaufstraßen zu bummeln.
Und auch hier hat es den Radverkehr gefördert.
Ich sehe es ja alle vier Wochen wenn ich mit dem Rad die 8 km zum Urologen fahre. Ich komme ja aus landwirtschaftlicher Umgebung dorthin und nur die letzten 2 km sind Stadt. Und dort tummeln sich dann mittlerweile die Radfahrer.
Oft ist dort auf dem Marktplatz Markt wenn ich meinen Termin habe. Da muss ich die letzten 300 m schon Schritttempo wegen der vielen Radfahrer fahren. Ich begrüße es und Corona hat diesen Effekt Radfahren noch verstärkt bei uns. Viele entdeckten es wieder für die kurzen Einkaufswege.
In Portugal leider oftmals wegen der oft an den Berg gebauten Küstenstädte nicht möglich.
 
@kailew und anderen Interessierten
Pontevedra in Galicia war die erste spanische autofreie Stadt. Das System, das vermeidet, dass die Leute die Innenstadt meiden, wurde durch eine Anzahl weiterer spanischen Städte übernommen. Auch ausländische Gemeinde sind an das ausgeklügelte System sehr interessiert.
Ich glaube mich zu erinnern, dass es im deutschen Fernsehen auch ein Bericht über Pontevedra gegeben hat.
Johan
Hier ist die Sendung:
 
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