Lustig, ich habe heute meinem Nachbarn gerade meine neue ultimative Schädlingsbekämpfungsmethode erzählt. Er fand das spannend. 100 % ökologisch und funktioniert immer. Allerdings nur für den Privatgebrauch. Also für jemand, der auf das Obst und Gemüse angewiesen ist, funzt das natürlich nicht.
Ich mache einfach gar nix. Was überlebt gut. Was stirbt auch gut.
Der längerfristige Gedanken ist so: es soll sich ein stabiles Gleichgewicht einstellen. Selbst innerhalb von ein paar 1000 m² gibt es verschiedene Terroier (dem Weinbau entlehnt). Die Kunst ist, die für das Terroier optimierten Pflanzen zu etablieren. Das soll für mich die natürliche Auslese und Selektion übernehmen.
Nun ja, hätte ich nun ein 30- oder 50-jährigen Baum, dann würde ich sicher versuchen, den auch bei einem Krankheitsbefall irgendwie zu retten. Aber sonst einfach laufen lassen.
Ganz ohne Steuerung geht es natürlich nicht. Beziehungsweise wäre es ganz ohne Steuerung sehr spartanisch. Bisher habe ich dafür genau drei Dinge. Wasser, mein Kompost und meine Pflanzenjauche.
Ein kleines Beispiel, was ich erst heute beobachtet habe. Ich habe eine niedrige Westmauer. Da habe ich mal alles mögliche angepflanzt. Himbeeren, Medronheiro, Maracuja, Eufemia, Jasmin usw. Dazwischen stehen. Töpfe mit Erdbeeren, Pflanzensäcke (Grow Bags) mit Salat und so weiter. Mal auf einem Stein, mal auf dem Boden. Also alles unstrukturierter Wildwuchs. Zwischen dem Ganzen kreuchen Klee und Lucerne (Bodenverbesserer und Schattenspender). Den ganzen Bereich habe ich großzügig mit frischem Grünschnitt und halbfertigen Kompost gemulcht. Dieser Bereich ist eigentlich der erste wirklich erfolgreiche Bereich in meinem Garten. Der war vor neun Monaten Baustelle mit steinhartem, schwerem Lehmboden. Also keine leichte Aufgabe, daraus was zu machen,
Circa 5 m entfernt hatte ich wilden Ruccola angebaut. Der ist im Sommer natürlich geschossen und hat geblüht. Ich hab ihn einfach machen lassen. Der ist immer noch dort, aber ungenießbar. Gegossen habe ich auch nicht mehr. Da der Rucola wirklich riesig wurde, hab ich ein paar Büschel radikal zurückgeschnitten und als Grünschnitt-Mulch an der Westmauer verwendet. Dort wachsen nun plötzlich richtig frische, saftige, neue Ruccola zwischen Luzern und Klee. Der hat sich dort selbst etabliert und zwar genau da, wo es ihm am besten gefällt.
Ich bin mal gespannt, ob das mit meinem Salat, Koriander etc. im Herbst auch passiert. Ich habe eigentlich alles blühen und Samen bilden lassen. Salat beispielsweise hat eine Keimsperre bei höheren Temperaturen. Es muss deutlich unter 20° gehen, bis der anfängt zu keimen.
Ein bisschen kann man die gewünschten Pflanzen natürlich unterstützen. Ich beschränke das auf das Schaffen des Lebenlebensraums. Also massives Unkraut dann einfach herausrupfen und zurückschneiden. Dem Ruccola habe ich ein klein bisschen Platz verschafft. Aber nur wenig. Ich glaube, er mag den Halbschatten, den er über die Lucerne und den Klee bekommt.