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Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

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Teilnehmer
Ein Gesetz-Entwurf der Regierung sieht vor, Bezieher von staatlicher Grundsicherung (Rendimento Social de Inserção; RSI) zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten. Der RSI-Satz stellt die niedrigste Stufe staatlicher Unterstützung dar und ist nur ansatzweise mit dem in Deutschland gezahlten HartzIV vergleichbar. RSI wird höchstens zwölf Monate lang bezahlt, liegt deutlich unter dem nationalen Mindestlohn, gilt Langzeit-Arbeitslosen oder anderen Personen, deren monatliche Einkünfte geringer als 189,53 Euro sind,( Antragsteller) und deren Eigentum (einschl. Haus, Kfz) den Wert von ...
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Ich kenne das aus den Niederlanden. Dadurch werden diese Leute gezwungen an das soziale Leben teilzunehmen und nicht tatenlos tagenlang stumpfsinnige RTL-Programme o.a. im TV anzuschauen oder in Eigenmitleid zu versinken. Einige aus meinem Bekanntenkreis haben so auch wieder eine Stelle gefunden, weil sie von der sozialen Einrichtung wo sie arbeitete als Vollzeitkraft übernommen wurden. Auch bekommen dort Nicht-Niederländer diese Hilfe und müssen auch Arbeiten übernehmen. Falls man nicht an der Arbeitsstelle erscheint wird die Hilfe sofort gekürzt. Da die Arbeit oft sehr hart ist und die Zahlung der Hilfe begrenzt ist suchen sogar die Sozial-Schmarotzer sich schnellstens irgendwo eine Stelle.
Sicherlich ist das System nicht ideal, aber es gibt den Leuten eine Beschäftigung. Härtefälle gibt es sicherlich , die werden dann individuell betrachtet und man versucht eine Lösung zu finden.
Auch reicht die Höhe der Hilfe in den Niederlanden gerade um nicht zu sterben.
Johan
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Kommt mir bekannt vor, wie in DE (die Portugiesen kopieren so einiges z.B. wohl auch da duale System in der Ausbildung in der Hoffnung: wenn wirs wie die Deutschen machen kommt der Wohlstand). Am Ende des Monats knurrt dann, trotz Arbeit, der Magen, bleibt dann nur der Gang zu Tafel. Na ja, das man die Leute aus ihrer Lethargie reist ist ja ok, aber Zwangsarbeit (anders kann man das kaum nennen) mit Anspruch auf Unterkunft und Suppe erinnert mich an früh-neuzeitliche Verhältnisse.
Ausserdem eines von vielen Besipielen: Gartenamt wird aufgelöst da Stadt sparen will, 10 Leute entlassen, nach einiger Zeit fast alle Hartz4, dann wieder von der Beschäftigungsgesellschaft zur "Bewerbung zur Weiterbildung" auf ihre alte Stelle gezwungen. Der 50jährige Gärtnermeister lernt jetzt im Ganztagslehrgang, wie man gärtnert... Ist wahr, kein Witz. Fazit: 10 Arbeitsplätze vernichtet und durch Billiglöhner ersetzt; so spart die Stadt Geld oder auch nicht (glaube nicht, das die Kalkulation am Ende aufgeht).
Ein anständiger Mindestlohn wäre die Lösung; dann für die Arbeit zu Verfügung stellen ,die keine Chance haben selbst eine zu finden: das wäre eine bessere Lösung.
So sind die nicht gezwungen beim Amt betteln zu gehen. Wer dann noch immer nicht arbeiten will muß dann halt selbst sehen wie er über die Runden kommt.
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Das Problem ist, es gibt zu viele junge Leute, deren Arbeitskraft nicht gebraucht wird.
Nicht nur in Europa, sondern auch in Nordafrika. Der arabische Frühling wird meiner Meinung nach dran scheitern an diesem Problem.
Die Holländer versuchen es mit Zwangsbeschäftigung und die Deutschen mit Hartz 4 und Rtl Ruhigstellung.
Eventuell sollte man diese ganzen Arbeitslosen mal wieder zwangsrekrutieren und neue Siedlungsgebiete im Osten erschließen lassen. Ist in der Vergangenheit zwar schief gelaufen, aber dafür gabs dann auch fast 3 Jahrzehnte lang keine Arbeitslosen mehr:confused:
Wie geht denn die Natur normalerweise damit um, wenn eine Spezies überhand nimmt und anfängt, zu verfetten? Da helfen doch nur noch drastische Schritte. Asteroideneinschlag oder so:)
Dauert eh nicht mehr lange, nur noch 3 Tage und 25 Minuten(siehe unter meiner Signatur)
LG
M
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

bei der Sache mit dem Osten hast Du die "Kleinigkeit" von 50 Millionen Toten übesehen ... :angst:

Sorry, aber das ist eben keine Lösung. Wie wär's denn mit Lokalisierung statt Globalisierung? Man kauft die Waren, bei denen es sich anbietet, wieder im Land. Und die Produzenten produzieren keine Himbeeren im Winter für den Norden, sondern was zu futtern für die eigenen Leute ...

Kai
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Das gab es schon früher in Deutschland. Nannte sich damals Reichsarbeitsdienst.

Da helfen doch nur noch drastische Schritte. Asteroideneinschlag oder so:)
Dauert eh nicht mehr lange, nur noch 3 Tage und 25 Minuten(siehe unter meiner Signatur)
LG
M

Klingt als hättest Du etwas vor. Tortenanschlag? Falls ja bitte eine nehmen die aufgetaut ist.



Ich find die Musik und das Gespräch klasse.
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Wie wär's denn mit Lokalisierung statt Globalisierung? Man kauft die Waren, bei denen es sich anbietet, wieder im Land. Und die Produzenten produzieren keine Himbeeren im Winter für den Norden, sondern was zu futtern für die eigenen Leute ...

Das ist Wunschdenken. Weder die Masse der Verbraucher macht das mit, noch würde Brüssel das gestatten.
Dezentrale Energiegewinnung zb wäre ja die Lösung, ist aber politisch auch nicht richtig gewollt.
Wer nur auf den europäischen Binnenmarkt setzt, ist verloren, siehe Renault, Peugeot oder Opel.
Und der ganze Biokram in den Supermärkten kommt ja auch zum größten Teil aus Übersee, wo dafür Regenwälder abgeholzt werden.
Fängt ja schon bei der Entwicklungshilfe für die 3. Welt an. Da wird für Milliarden von Euros Getreide bei amerikanischen, kanadischen und europäischen Produzenten eingekauft und an die hungernde afrikanische Bevölkerung verteilt.
Wieso unterstützt man nicht afrikanische Bauern, in dem man bei denen das Getreide einkauft anstatt sie durch Gratisimporte zu ruinieren?
Meiner Meinung nach wird die Erde am Freitag von einem Gammablitz getroffen:)

LG
M
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Man kauft die Waren, bei denen es sich anbietet, wieder im Land. Und die Produzenten produzieren keine Himbeeren im Winter für den Norden, sondern was zu futtern für die eigenen Leute ...

Kai
Sage das mal den Franzosen oder meinen Landsleuten, dass sie nur noch für den eigenen Verbauch Agrarprodukte produzieren sollen, dann sind beide Länder in kürzerster Zeit Pleite.
Salazar hat die Idee doch auch in Portugal gehabt. Die Bäume wurden in der Alentejo gefällt und Getreide angebaut. Alle hatten Arbeit, denn die Ernte erfolgte nicht mit Maschinen sonder mit Handsensen !!!! Gehälter wurden kaum bezahlt, Damit die Leute überlebten bekamen sie später ein einfaches Mittagessen und eine Flasche Wein.
Meine Nachbarn schwärmen immer noch von jener Zeit. Denn damals gab es keine Kriminalität, keine allesbesserwissende Ausländer und alle hatten Arbeit.
Die Schattenzeiten haben sie aber vergessen.
Johan
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

also die Bio-Produkte in guten Bioläden kommen zu großen Teilen eben nicht von allzuweit her. Die Transportproblematik ist in der Bioszene durchaus bekannt. Und was heißt "Wunschdenken"? Bis auf Afrika sind alle wuchtigen Märkte weltweit erschlossen, irgendwann wird das Transportieren zu teuer, weil der Lebensstandard überall steigt. Die Textilproduzenten gegen aus China schon wieder weg.

Kai
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Sage das mal den Franzosen oder meinen Landsleuten, dass sie nur noch für den eigenen Verbauch Agrarprodukte produzieren sollen, dann sind beide Länder in kürzerster Zeit Pleite.

ich denke ja nicht, dass das ausschließlich so werden muss. Aber die Transportkosten werden immer weiter steigen, und wir erleben vielleicht den Tag, an dem heimische Tomaten eben doch mit denen von Deinen Landsleuten konkurrieren können. Es macht jedenfalls keinen Sinn, dass Obst und Gemüse zum Teil auch wegen irgendwelcher Subventionen durch halb Europa gekarrt werden.

Kai
 
AW: Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]

Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]
Der nationale Mindestlohn von gegenwärtig 485 Euro wird vermutlich vorerst nicht erhöht. mehr als 400.000 Portugiesen beziehen ihn – doppelt so viele, wie noch im Jahr 2006. Wirtschafts-Minister Álvaro Santos Pereira erklärte, es gebe "keinen Spielraum in den Verhandlungen mit der Troika" ...

hi,
zu den m.e. immer excellent & einwandfrei recherchierten beiträgen von henrietta b. an dieser stelle vllt eine letzte, wichtige neuigkeit zur sache

Debatte um die Sozialbezüge [quelle: Perspektive Portugal]
Die gemäßigte UGT möchte ab Anfang 2013 einen Mindestlohn von 500 Euro erreichen

und mit dieser forderung hat sich dann der regierungsnahe joão(öli)proença – secretário geral da UGT é delegado dos trabalhadores - auch durchgesetzt.

grez
henry
 
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