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Veranstaltungen - Goethe-Institut Portugal
Gast
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Am 17. Juli um 18:00 Uhr findet eine weitere Sitzung von Ler com Goethe – Auf Entdeckungsreise durch die deutschsprachige Literatur statt. Ein Treffpunkt für alle, die gerne lesen und ihre Eindrücke und Erfahrungen zu Büchern, Autor*innen, Ausgaben und Übersetzungen teilen möchten. Die Treffen, die alle zwei Monate jeweils freitags um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Goethe-Instituts stattfinden, werden von der Germanistin und literarischen Übersetzerin Gilda Lopes Encarnação kuratiert. Das Gespräch im November ist den Büchern Die kalten Nächte der Kindheit und Auf den Spuren eines Selbstmords der türkischen Übersetzerin und Schriftstellerin Tezer Özlü gewidmet, die einen Teil ihres literarischen Werks auf Deutsch verfasst hat. Über ihr Leben und Werk sprechen die Germanistin und Literaturübersetzerin Gilda Lopes Encarnação sowie die Verlegerin São José Sousa.
Interessiert? Melden Sie sich per E-Mail an: biblioteca.lisboa@goethe.de
Der autobiografische und intime Roman Suche nach den Spuren eines Selbstmordes erzählt mit großer Offenheit und Authentizität von persönlichen Krisen, mehreren Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen sowie von der Beziehung der Autorin zu Tod und Suizid. Die in diesem Roman beschriebene „Reise“ ist nicht nur eine geografische Reise durch zahlreiche europäische Städte, sondern auch eine Reise in die Tiefen des eigenen Ichs, zu seinen Dilemmata und Sehnsüchten, zu existenziellen Fragen und zu einigen glücklichen Momenten. Das Schicksal der Erzählerin verwebt sich dabei mit dem ihrer Lieblingsautoren – Franz Kafka, Cesare Pavese und Italo Svevo – sowie mit zahlreichen Reflexionen über Liebe und Politik, Literatur und Einsamkeit, Leben und Tod.
Interessiert? Melden Sie sich per E-Mail an: biblioteca.lisboa@goethe.de
Über die Bücher
Das Buch Die kalten Nächte der Kindheit erzählt die Geschichte einer jungen Türkin in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren – in einem Land im sozialen und politischen Umbruch. Aus einer traditionellen türkischen Familie stammend, wird sie auf ein österreichisches Nonneninternat geschickt, das ihren Blick auf die Wirklichkeit nachhaltig prägen wird. Die Erzählerin sehnt sich nach Freiheit und einem Leben jenseits gesellschaftlicher Konventionen und Zwänge. Ihre Reise führt sie nach Paris und Berlin, durch die türkischen Steppen bis nach Istanbul. Der autobiografische Roman schildert die inneren Konflikte einer jungen Frau, die das Leben und ihre Sexualität entdeckt, persönliche und existentielle Krisen zu überwinden versucht und ihren tiefsten Träumen und Sehnsüchten folgt.Der autobiografische und intime Roman Suche nach den Spuren eines Selbstmordes erzählt mit großer Offenheit und Authentizität von persönlichen Krisen, mehreren Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen sowie von der Beziehung der Autorin zu Tod und Suizid. Die in diesem Roman beschriebene „Reise“ ist nicht nur eine geografische Reise durch zahlreiche europäische Städte, sondern auch eine Reise in die Tiefen des eigenen Ichs, zu seinen Dilemmata und Sehnsüchten, zu existenziellen Fragen und zu einigen glücklichen Momenten. Das Schicksal der Erzählerin verwebt sich dabei mit dem ihrer Lieblingsautoren – Franz Kafka, Cesare Pavese und Italo Svevo – sowie mit zahlreichen Reflexionen über Liebe und Politik, Literatur und Einsamkeit, Leben und Tod.
Über die Autorin
Tezer Özlü wurde 1943 in Simav (Türkei) geboren und besuchte das Österreichische Mädchenlyzeum in Istanbul. In den 1960er-Jahren reiste sie per Anhalter durch Europa und lebte in Städten wie Paris, Berlin und Ankara. Sie arbeitete außerdem als Übersetzerin und Theaterschauspielerin. 1978 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, den Erzählband Alter Garten, gefolgt von dem Roman Die kalten Nächte der Kindheit im Jahr 1980. In einem introspektiven und autobiografischen Stil setzen sich ihre Werke mit Themen wie psychischer Gesundheit, gesellschaftlichen Zwängen und der Komplexität der menschlichen Psyche auseinander. Zeit ihres Lebens war sie mit psychischen Krisen und der ständigen Präsenz des Todes konfrontiert. In den Fußstapfen dreier Autoren, die sie besonders geprägt haben – Italo Svevo, Franz Kafka und Cesare Pavese –, schrieb sie ihren zweiten Roman Reise ans Ende des Lebens auf Deutsch. Das Werk wurde 1982 mit dem Marburger Literaturpreis ausgezeichnet. Anschließend überarbeitete sie es umfassend auf Türkisch; unter dem Titel Yaşamın Ucuna Seyahat erschien es 1984. Das ursprüngliche deutschsprachige Manuskript wurde 2024 postum im Suhrkamp Verlag veröffentlicht. Tezer Özlü starb 1986 im Alter von nur 43 Jahren in der Schweiz an Brustkrebs. Während eines Großteils ihres kurzen Lebens unverstanden, gilt sie heute als eine bedeutende Stimme der türkischen Literatur. Ihre Werke wurden inzwischen in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.Mögliche Gesprächsthemen
- Autobiografie, Autofiktion sowie tagebuchartige und intime Schreibformen in den Romanen Tezer Özlüs
- Die Obsession von Leben und Tod in Tezer Özlüs Werk
- Die Bedeutung von Schreiben und Literatur für Leben und Werk der Autorin
- Die verschiedenen «Reisen» – geografische und innere – und ihre Rolle im Gesamtwerk
- Tezer Özlüs «Reise» nach Portugal: ihre Entdeckung durch den Verlag Livros do Brasil