Wilder Planet | Gefahr für Lissabon
Die Evangelische Wochenzeitung für Bayern - das
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- hat in seiner Ausgabe vom 16.Mai 2010 das
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im Jahre 1755 in ihrem Artikel
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unter der Gesichtspunkt der Theodizee interpretiert.
"Der Begriff »
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«, geprägt vom deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahre 1710, leitet sich von der Kombination der griechischen Substantive »theós« (Gott) und »diké« (Gerechtigkeit) ab. Dabei geht es um die Frage der Rechtfertigung Gottes angesichts des Übels in der Welt."(Quelle:a.a.O.)
Auch die Gedanken des reiferen Goethe - der zum Zeitpunkt des Bebens sechs Jahre alt gewesen ist - werden skizziert,
" Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, den ihm die Erklärung des ersten Glaubensartikels so weise und gnädig vorstellte, hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen.« Goethe stellte die Frage, ob angesichts solcher Ereignisse noch allen Ernstes von einem gnädigen Gott gesprochen werden könne."
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Auch
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greift in ihrem etwas längerem Text
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den Gedanken der Theodizee auf, erklärt die damaligen Geschehnisse in Portugal mit etlichen Augenzeugenberichten und beschreibt die Auswirkungen dieses Bebens auf das aufgeklärte philosophische Denken in Europa zu jener Zeit (mit umfangreicher Literaturliste).
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Wer ganz genau wissen möchte, was an jenem Allerheiligen im November 1755 geschah, kann sich in das umfassende und sehr detailreiche Werk
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vertiefen, welches von Gerhard Lauer und Thorsten Unger im Jahre 2008 herausgegeben worden ist.
Alle Facetten des historischen Ereignisses werden beleuchtet.
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Schon etwas älter ist der von Rüdiger Suchsland geschriebene Artikel aus dem Heise-Magazin
Telepolis vom 05.11.2005 zu diesem Thema, soll aber für die Interessierten nicht ungenannt bleiben
Als ob der jüngste Tag kommen sey...
Darin nennt er das Ereignis "
..."die" paradigmatische Katastrophe..." in der Geschichte der europäischen Denk- und Geisteshaltung schlechthin.
"Vor 250 Jahren zerstörte das Erdbeben von Lissabon die portugiesische Hauptstadt. Lissabon wurde zum Menetekel, das wie kein anderes Unglück das moralische und naturwissenschaftliche Denken verändert hat. Es war nicht eine weitere von vielen, es war "die" paradigmatische Katastrophe. Doch Lissabon erschütterte nicht etwa - wie oft behauptet wird - die Selbstgewissheit der Aufklärung, sondern vor allem den Glauben an einen gerechten Gott und eine harmonisch-gute Natur und bestätigte damit den Rationalismus des Zeitalters. Von einer Liquidierung des Optimismus kann keine Rede sein. Auf die Bestandsaufname der Fakten folgte zunächst ihre ästhetische, dann ihre theoretische Interpretation."(Quelle:a.a.O.)
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Tano