AW: Kennt jemand das Forte von den Berlengas-Inseln?
Hallo........hab da so meine eigenen Erfahrungen mit der Insel........
nun bereits gut einige Monate(Okt.2009) her, möchte ich euch mein(unser) Erlebnis, die Besichtigung der Insel Berlenga, nicht vorenthalten.
Unsere Reise ging in Peniche los. Um 13h hiess es Leinen los und unsere Motoryacht mit 10 Personen an Bord( 2 Besatzungsmitglieder) verliess den Hafen. Vorbei an der zerklüfteten Steilküste, den bunten Häusern und den Fischern verliessen wir den geschützten Bereich. Am Cabo Carvoeiro gings 11 km auf das offenen Meer, herrliche Sicht, strahlend blauer Himmel und glasklares Wasser. Die Überfahrt war einfach nur Klasse, nach 20 Minuten legte unser Boot am Forte de São João Baptista an. Alles unbeschreiblich schön, es fehlen einem die Worte..................bizarre Felsformationen sowie traumhafte Buchten und Grotten............das alles hat mich dann wohl auch „blind“ für die Realität gemacht.
Denn unser Kapitän setzte uns ab und erklärte uns, auf der anderen Seite der Insel würde er uns um 5h wieder einsammeln und wir könnten nun die Insel mit einem Spaziergang erkunden. Und.... ........schon legte das Boot ab.....................!
In einer Beschreibung der Berlengas steht, das die Insel eine Länge von 1500m ,eine Breite von 800m und eine max. Höhe von 85m hat.........das ist gelogen!!!!! gefühlte 850m Höhe sind da zu erklimmen und das unter extremen Bedingungen. Stufen senkrecht in rosa Granit gehauen, Stufenbreite ca, 40-80cm!! danach geht’s steil runter, Stufenhöhe ...........mal 20cm , dann 50cm und alles voll mit Geröll. Warum ich das so ausführlich beschreibe???? Weil ich den Aufstieg nicht aus eigener Kraft geschafft habe. Und das kam so...............Mein Mann gross und kräftig, klettert anscheinend ständig Berge hoch, stieg die Treppen zügig wie eine Gemse hoch und ich merke, dass meine Beine immer schwerer werden. Gut ein Drittel geschafft und ich musste eine Pause einlegen, noch kein Problem........ich konnte auch noch die Aussicht geniessen, weiter .........nach ein paar Stufen ging gar nichts mehr.........musste mich hinsetzen, Wasser trinken, meine Ohren fingen an zu rauschen, konnte mich gerade noch an eine Felskante lehnen und hörte meinen Mann noch sagen:“ Hier kannst du dich nicht hinlegen du hast doch eine weisse Hose an.“ Das war mir aber ganz egal, ich wurde bewusstlos und kam erst wieder zu mir, nachdem mir Portugiesen Wasser über Kopf und Oberkörper gossen. War mir schlecht............! Alle Vorräte wurden aus den Rucksäcken gekramt, mit Keksen, Zucker und Wasser ging es mir dann etwas besser, aber ich musste den Berg hoch. Runter ging gar nicht, viel zu steil und zu eng. Also nach oben....einer zog mich, mein Mann schob von hinten und so kamen wir am „Gipfel“ an. Dort wurde ich dann wieder mit allem versorgt, die Portugiesen machten ein Picknick, ich lag auf dem Boden, kein Gras, kein Halm, kein Baum, kein Schatten nichts............nur eine beeindruckende „Rund um Sicht“. Mein Mann erkundete den Abstieg und konnte nach seiner Rückkehr berichten, dass ein betonierter Weg runter führte, dort angekommen trafen wir auf viele Taucher und Fischer, die die tolle Bucht (mit Sandstrand)bis zur Abfahrt nutzten und ein Bad nahmen. Mir ging es jetzt wirklich gut und ich konnte die Rückfahrt geniessen, die Fischer sassen immer noch an der Mole und ich hab für mich beschlossen, bei nächster Gelegenheit werde ich diesen Ausflug wiederholen , allerdings das Boot nicht verlassen und ich werde nie nie den Mount Everest besteigen.
Trotzdem eine wunderschöne Inselgruppe, immer eine Reise wert........Gruss von Elfrun