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Frage Als Familie auswandern nach Portugal - Integration der Kinder in eine öffentliche Schule

Dieses Thema im Forum "Auswandern nach Portugal" wurde erstellt von KTRE, 16 Mai 2018.

  1. KTRE

    KTRE Amigo Teilnehmer

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    Hallo,

    Und gefällt es sogar nicht mehr in Deutschland und da wir Portugal seit Jahren Lieben, wollen wir jetzt gern auswandern (geplant Cascais und Umgebung). Wir haben zwei Kinder (3 und 8). Habt ihr Erfahrungen mit den öffentl Schulen dort? Unser 8jähriger spricht überhaupt kein portugiesisch. Würde er vom ersten Tag an gleich in die Schule gehen ohne was verstehen zu können ?

    Eigentlich habe ich eine sehr gute Ausbildung (Immobilienwirtin und Dipl-Sachverständige für Immobilienbewertung), aber ich denke meine Zukunft wird in Portugal Telefonmarketing bedeuten.

    habt ihr Erfahrungen wie es ist als Familie auszuwandern ? Freu mich über Eure Erfahrungsberichte ..
     
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  3. Sobreiro

    Sobreiro Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Da habt ihr euch eine der teuersten Gegenden ausgesucht, was Miete angeht. Würde ich nur wagen, wenn die Fianzierung gesichert ist.
    Ihr liebt Portugal, dann kennt ihr die Gegend ja sicher etwas. Tolle Ecke, großer Freizeitwert und ca 35 bis 45 KM oder mehr von den Arbeitsstellen in Lissabon entfernt, wenn man mal von Telefonmarketing (was immer das heißt) ausgeht. Bei um 1000,- Euro Einkommen und mit Monatskarte für Zug in der Gegend von Cascais noch was mieten zu können wird nicht einfach und der Weg zur Arbeit kann lang werden.
    Im internationalen Umfeld von Cascais sollten die Kinder es irgendwie schaffen, in der Schule Fuß zu fassen. Sprachliche Vorbereitung wäre aber schon wichtig.
     
  4. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Unsere ging auch mit 9 Jahren mit quasi null Sprachkenntnissen zur Schule. Ein wenig über den Sommer, aber eigentlich nix.
    Jetzt im dritten Jahr wird es immer besser, sie hat Freunde und kommt so klar wie in D auch.
    Was dort ein Problem war (Mathe) ist es hier auch, sowas verschwindet ja nicht.
    Einzig Portugiesisch wird von ihr immer noch als Fach Deutsch genannt :)

    Die Schule gab ihr am Anfang eine Studentin an die Seite, die Deutsch konnte. Dann eine Extralehrerin, die mit ihr übte.
    Nach einem Jahr wurde sie evaluiert und in der 5. jetzt bekommt sie auch noch Nachhilfe, vor allem eben Mathe.

    Pros der Schule hier:
    Ungezwungen, alle integriert (Inklusion), Mittagessen, freier Bustransfer, viele Aktivitäten, 3 Monate im Sommer frei.

    Contras: Leider viele
    Schulranzen deutlich zu schwer, weil der Spind in der Schule nicht abschliessbar ist und die Bücher eh für Hausaufgaben gebraucht werden.
    Die Bücher muss man kaufen, letztes Jahr etwa 150-180 Euro. Jedes Jahr!
    Und jedes Fach hat Bücher, sogar Sport.
    Viele Lehrerwechsel.
    Zuviel Lernstoff vorgegeben. Was die Kids da lernen müssen, hatte ich in D viel später.
    Ganztagsschule, was in unserem Fall bedeutet, 6:30 Uhr aufstehen, um den Bus zu bekommen und um 18:30 Uhr wieder zuhause.
    Oft noch Hausaufgaben.
    Und dann Forderungen der Lehrer, nach
    1. mehr Schlaf? Sie geht um 20 Uhr ins Bett.
    2. mehr lernen? Wann denn, wenn sie gegessen hat und Hausis gemacht hat ist Bettzeit. Am Wochenende mehr Hausaufgaben und ein wenig Kind sein und spielen muss drin sein

    Insgesamt gesehen ist die Schule gut, allerdings irgendwie nicht wirklich durchdacht. Vieles ist toll, manches seltsam und einiges echt doof.
    Also wie überall.
     
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  5. CJP

    CJP Amigo Teilnehmer

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    Hallo KTRE,

    Ich bin gerade hier im PortugalForum gelandet und habe Dein Beitrag gefunden. Da habe ich mir gedacht, wenn euch nach Portugal auswandert, vieleicht könnten wir ein Art Sprachaustausch arrangieren, und zwar mit den Kindern.

    Aber ich stelle mich zuerst kurz mal vor. Wir sind eine portugiesische Familie, wir wohnen in Lissabon, ich bin Übersetzerin und unserer Sohn besucht die Grundschule der Deutsche Schule Lissabon (er wird 8 in August). In der Schule sprechen aber die Kinder meistens auf portugiesisch miteinander in der Pause (dort gibt es mehr port. Kinder als deut. Kinder). Deshalb finde ich, er sollte sein Deutsch mehr üben mit Kindern, und nicht nur mit Lehrern.
    Vielleicht könnten wir Gelengenheiten schaffen, wobei die Kinder spielerisch miteinander Portugiesisch/Deutsch üben könnten.
    Was hälst Du davon?
    Wäre das etwas für euch?

    Ich freue mich auf Deine Rückmeldung
     
  6. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Hallo CJP,
    KTRE hat nur den einen Beitrag geschrieben.
    Vielleicht solltest Du ihr eine private Nachricht schreiben, aber das geht leider erst, wenn du selbst 5 mal hier etwas geschrieben hast.
    Stell dich doch mal vor, es gibt hier einige im Raum Lissabon.
    Vielleicht sind da auch Kinder im gesuchten Alter dabei.
    Viel Glück.
     
  7. CJP

    CJP Amigo Teilnehmer

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    Danke, Ozzy
    Ich werde weiter suchen
     
  8. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    H
    Hallo,

    ich würde mich gerne zur Unterhaltung dazu gesellen, denn ich habe auch vor mit meinen beiden Söhnen (6 und 4) Deutschland zu verlassen und nach Portugal auszuwandern. Im Januar 2017 habe ich meinen Freund (Portugiese), der 1 1/2 Jahr beruflich in Deutschland zu tun hatte, kennengelernt. Seit Juli ist er allerdings wieder in Portugal und ich (und auch die Kinder) möchte gerne zu ihm ziehen. Er hat seinen Wohnsitz dort in Quinta do Conde.
    Ich habe aber wirklich große große Angst, wie schwer alles für meine Kinder werden könnte. Sie können kein Portugiesisch, nur ein paar Wörter wie z.B. Bom Dia oder Obrigado etc. Gleichzeitig habe ich aber auch so viele Fragen....wie vergleichbar ist das Schulsystem zu dem Deutschen? Wie verhält es sich, wenn wir Krank sind? Was und wie viel müssen wir für welche Behandlungen bezahlen? Wird trotz Krankschreiben der Lohn weiter gezahlt? Gibt es Krankengeld?
    Meine Kinder waren jetzt im August für 3 Wochen mit mir in Portugal und beide sagen, sie möchten mit dort Leben. Aber die verstehen doch noch gar nicht, was es eigentlich heißt eine neue Sprache + neue Kultur zu lernen. Was ist wenn sie völlig am Boden zerstört aus der Kita oder der Schule nach Hause kommen, weil sie sich nicht verständigen können, keine Freunde haben, keiner mit ihnen spielt oder sie vielleicht sogar gemobbt werden?
    Wenn ich sie auf die Deutsche Schule in Lissabon schicken könnte, hätte ich gar nicht so eine große Sorge, weil sie sich dort von Anfang an verständigen könnten und somit ohne Stress, Schritt für Schritt dann auch automatisch Portugiesisch lernen würden. Das einzige Problem ist, dass die Schule sehr teuer ist.
    Ich würde mich so freuen eine Familie in der Nähe meines Freundes zu finden, wie die von CJP. Das es ein gemeinsames Lernen geben würde. Meine Kinder lernen portugiesisch und die anderen Kinder deutsch.
    Ich würde mich freuen, wenn es hier jemanden gibt, der meine Fragen beantworten kann und mir vielleicht ein wenig die Angst nehmen kann.

    Liebe Grüße
    Jasmin
     
  9. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Die Kinder hier sind sehr aufgeschlossen, jedenfalls bei uns. Unsere konnte auch nur die Worte sprechen und es klappte sehr gut.
    Und deine Kinder sind noch viel jünger, das klappt.
    Unsere Schule hat einen Extra Lehrer geordert, um ihr zu helfen. Da deine gleich mitlaufen, würde das vielleicht gar nicht notwendig sein. DIe lernen das super schnell im Gegensatzzu uns Erwachsenen.
    In die Krankenversicherung kommt ihr im Centro de Saude, da kann dein Freund helfen. Dort bekommt ihr eure Nummer.
    Mach Dir nicht soviele Gedanken um die Kinder, die sind auch zu zweit, wenn mal keine Freunde da sind.
    Frag dich eher, ob das mit dir und deinem Freund auch auf Dauer im Ausland etwas ist. Die Sprache usw. DU wirst dann der Ausländer in der Beziehung sein.
    Das ändert alles, du wirst dann mehr von ihm abhängig sein. Willst Du das, kannst du das, kann er das?

    Kannst Du mit dem Leben in Portugal umgehen? Es ist anders wie in D.

    Wenn du das alles positiv beantworten kannst, gehe deinen Weg.
    Wenn es doch nicht so läuft, haben deine Kinder eine 2. Sprache gelernt, wenn ihr wieder nach D geht.
     
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  10. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    Hallo Ozzy,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.
    Darf ich fragen, weshalb es euch nach Portugal gezogen hat?
    Ich weiß, jedes Kind entwickelt sich anders, aber mein Sohn hat bei sich hier im Kindergarten ein türkisches Zwillingspaar (Mädchen und Junge), beide sind in Deutschland geboren. Sie gehen seit über 2 Jahren schon in die Kita, werden jetzt 4 und sprechen nur Türkisch. Sie verstehen uns zwar, aber antworten nur auf Türkisch. Und ich mache mir dann richtig sorgen, gerade um meinen Großen. Er wurde hier jetzt im August eingeschult und selbst in der Muttersprache ist es eine große Umstellung in der ersten Zeit. Ich habe einfach Angst, dass es ihm zu viel wird und er dann blockt und abrutscht. Ich wünsche mir eine gute Schule für ihn, damit er später auch was erreichen kann. Der kleine macht mir nicht so große Sorgen, der kriegt hat ja noch 3 Jahre Zeit bis die Schule beginnt.
    Und was mich angeht, ich bin ein sehr positiver (außer wenn die "Mamasorge" mich packt) Ehrgeiziger Mensch und mag es nicht abhängig zu sein, deshalb werde ich mich so schnell es geht in alles reinfuchsen. Ich bin immer mit Ausländern aufgewachsen, bin also nicht "typisch deutsch" und habe mich auch nie besonders hingezogen zu Deutschen gefühlt. Wenn ich von einer Sprache umgeben bin, lerne ich ganz schnell, erst recht, wenn ich ins kalte Wasser geschmissen werde. Es wird hart, aber ich denke es ist machtbar. Wie gesagt, meine einzige Sorge ist, ob es für meine Kinder der richtige Weg ist. Mein Freund verunsichert mich teilweise auch, denn er meint hier in DE geht es den Menschen besser und wenn er könnte, würde er hierher kommen. Seine Tochter (11) will hier aber nicht leben. Verzwickte Situation, die wir hier haben. Aber unsere Beziehung aufgeben wollen wir beide nicht.
    Deine Antwort hat mir auf jedenfall sehr geholfen.

    Vielen Dank und liebe Grüße
     
  11. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Also, um mal unsere Kleine zu zitieren, auf die Frage, wo sie denn leben möchte, wenn sie in Deutschland, wo sie derzeit in den Ferien ist, gefragt wird:
    Portugal ist ihr Zuhause. Nach nur drei Jahren. Sollte Dir genug zum nachdenken geben.
    Wir haben sie eine Klasse zurück gestuft hier, das war gut so. Natürlich hat sie noch Probleme, aber mit 9 war sie eben älter.
    Wenn, dann würde ich diesen Schritt recht schnell gehen, dann kann er hier neu anfangen.
    Der Kleine würde ebenfalls mitgehen, in die Vorschule. Das ist normal.
    Aber mach Dir bewusst, es sind Ganztagsschulen. Mit Essen und Betreuung. Das ist völlig normal. 9 Uhr ging es hier los bis halb sechs.
    Das ist lang, aber es hat unserer nichts ausgemacht.
    Ach und sitzenbleiben ist nicht in der Grundschule.
    Und alle Schulsausbildung in Portugal zielt eigentlich auf die Uni ab.
    Und es sind 12 Jahre Schulpflicht.
    Türken sind da ein schlechtes Beispiel, da viele zuhause nur türkisch sprechen, wir sprechen auch nur deutsch zuhause, aber sie erziehen oft anders.
    Daher kommen ja auch viele Probleme, leider.
    Die sehe ich bei Dir nicht.
    Dein Freund hat schon recht, er sieht das ebenals Erwachsener mit der Verantwortung, das Geld zu verdienen.
    Es gibt mehr Arbeit und mehr Bezahlung in Deutschland. Mehr von allem. Auch dem Streß und den Problemen.
    Aber seine Tochter zeigt das Dilemma. Zum Aufwachsen gibt es nichts schöners als Portugal. Die Natur, die Freiheiten, die 3 Monate Ferien im Sommer.
    Wenn es finanziell machbar ist, das er euch erstmal stützt, würde ich es machen.
    Was hast Du zu verlieren? EInen guten Job in Deutschland?
    Oder ein Haus?
    Das könnte man vermieten, alles andere kann man mit nehmen.
    Und Jobs sind nicht alles, zumal es derzeit wohl viele in Deutschland gibt.
     
  12. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    Wow Ozzy, vielen herzlichen Dank für deine Zeit. Du hast mir wirklich Mut gemacht.
    Mein Freund ist ein sehr sparsamer fleißiger Mann. Er hat einen Hauptjob + Nebenjob und würde uns alle auf jeden Fall über die Runden bekommen, das möchte er auch so lange tun, bis die Kinder komplett angekommen sind und auch den ganzen Tag ohne Mama auskommen. Wenn dies so weit ist, werde ich sofort einen Beruf aufnehmen. Da bin ich positiv eingestellt und denke, dass ich schnell etwas finden werde...es ist auch wichtig für mich schnell Fuß zu fassen, denn nur so kann ich mich integrieren und die Sprache schnell lernen und das letzte, was ich möchte ist, abhängig zu sein und jemanden auf der Tasche zu liegen.
    Das die Schule dort so lange geht, das weiß ich schon von seiner Tochter, danke.

    Sollte ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht für meine Kinder vom Gericht zugesprochen bekommen, steht meinem Auswandern nichts mehr im Wege.
    Wenn ich in PT angekommen bin, kann ich ja Mal berichten, wie es läuft.
     
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  13. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Der Vater muss nur dem Umzug zustimmen, du musst nicht unbedingt das ABR haben.
     
  14. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    Er stimmt dem ja leider nicht zu. Es kommt zu keiner Einigung mit dem Kindsvater, also ist das ABR meine letzte Chance um mir mit meinem Freund etwas aufbauen zu können.
     
  15. Roemer

    Roemer Admirador Teilnehmer Stammgast

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    Du hast eher schlechte Karten (OLG-Urteil):

    Besonders prekär wird die Situation bei gemeinsam aufenthaltsbestimmungsberechtigten Eltern, wenn ein Elternteil mit dem bei ihm lebenden Kind ins Ausland ziehen möchte. Hier kann es passieren, dass der andere Elternteil ein alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragt, um den Umzug zu verhindern. Hat das Kind in einem solchen Fall keine besonderen Beziehungen zu dem Zuzugsland (etwa Sprachkenntnisse, Migrationshintergrund, Verwandte) dürfte dem Antrag des anderen Elternteils vom Familiengericht stattgegeben werden, selbst wenn das Kind mit dem Umzug ins Ausland einverstanden ist. Denn hier ist das Kindeswohl aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse in einer fremden Umgebung und des nicht vorhandenen kulturellen Hintergrundes gefährdet (so für einen beabsichtigten Umzug der Mutter nach Griechenland mit neun und elf Jahre alten Kindern: Oberlandesgericht (OLG) Hamm, Beschluss vom 15.11.2010, Az.: 8 WF 240/10).

    Theoretisch kann das Gericht sogar entscheiden, daß DU das gemeinsame ABR verlierst. Sofern Dein Ex hier mitliest, hast Du ihm (Dein Gegner) übrigens gerade dokumentiert, daß Du
    a) selber Sorgen ("große Angst") wg. der Kinder hast
    b) dein Freund sich für seine und nicht für Deine Familie entschieden hat.
     
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  16. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Ist OLG Hamm ist nicht unbedingt verbindlich für den konkreten Fall.
    Das sind immer auch Einzelfallentscheidungen des Familienrichters.
    Da kommen mehrere Dinge zusammen.
    So pauschal kann man das nicht abtun.

    Das sich eine Mutter Gedanken macht, ist völlig natürlich, sie holt ja Informationen ein, um es besser beurteilen zu können. Wäre dies nicht so, wäre es bedenklich.
    Ihr Freund hat sich nicht für "seine" Familie entschieden, sondern, wie ich es verstanden habe, seine Tochter will nicht. Er war für 1,5 Jahre beruflich in Deutschland.
    Das ist doch etwas anderes als "sich für seine Familie entschieden".
     
  17. sibylle 49

    sibylle 49 Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Also, was Roemer hier schreibt ist schon zutreffend. Die OLG - Entscheidungen orientieren sich meist an BVerfG - Entscheidungen zum Kindeswohl. Das Kindeswohl ist die alleinige Entscheidungsgrundlage. Mitentscheidend ist auch, ob in diesem Fall die Mutter bereits soziale Bindungen im anderen Land hat (z.B. Arbeitsplatz, Familie). Der Rechtsanspruch des Kindes auf den Umgang mit seinem Vater wird von Gerichten zu Recht sehr hoch angesetzt und oft wird der Wegzug ins Ausland auch einer Kindesentziehung gleichgesetzt. OLG - Urteile sprechen für einen Umzug mit Kind ins Ausland, wenn sich dadurch z.B. eine berufliche Besserstellung des Elternteils ergibt oder ein Migrant in seine Heimat zurück möchte.
    Problematisch wird es, wenn im Verfahren deutlich wird, dass ein Umgangsboykott angestrebt wird.

    Ich finde übrigens, auch ein Vater macht sich Gedanken und hat ein Recht auf eine stabile Beziehung zu seinem Kind. Sicher meist auch ein Dilemma zwischen persönlicher Situation/Interessen und Kindeswohl.

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  18. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Zitat aus dem obigen Link:

    Umzug ins Ausland mit Kind kann erlaubt sein
    Fazit: Gerichte verbieten Müttern nur in den seltensten Fällen den Umzug ins Ausland mit Kind. Gerade Frauen mit Migrationshintergrund, die im Ausland noch Familienangehörige haben, machen es deutschen Männern schwer, sich um ihr Kind zu kümmern.

    Sollte es nur darum gehen, einem Vater den Umgang zu erschweren, ist das natürlich zu verhindern.
    Das klingt hier aber nicht so. Man kann mit dem Vater ja einen Umgang in den Ferien vereinbaren oder Besuche in diesen.
    In Zeiten von Billigfliegern ist das alles auch nicht mehr so schwer.

    Denn mal ehrlich, einen Umzug von Hamburg nach München verhindert kein Familiengericht, aber da sind die Hürden für Väter aber vielleicht sogar noch höher, um Besuche hinzubekommen.
    Denn da fliegt kaum jemand und Sprit- und Bahnpreise sind nicht zu unterschätzen.

    Aber sowas sollte möglichst immer im Konsenz erfolgen.
     
  19. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    Ozzy hat das schon alles richtig wiedergegeben.

    Roemer, natürlich habe ich Sorgen, Ängste und Bedenken. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Die Entscheidung auszuwandern, beeinflusst sowohl meine,- als auch die Zukunft meiner Söhne. Und jede Mama wünscht sich das Beste für ihre Kinder. Wenn wir hier bleiben, haben wir vielleicht mehr Geld, gute Medizin, gute Schulen und bessere Jobaussichten, ja. Das sind wichtige Punkte, viel wichtiger finde ich aber, dass die Kinder glücklich, harmonisch, frei, geborgen, in einem stabilen Umfeld und vor allem aber in Liebe aufwachsen. Wenn die Kinder eine unbesorgte Kindheit haben, klappt es in der Schule und allem dann auch. Hier in Deutschland sind sie umgeben von Stress, es fehlt die männliche Bezugspersonen in unserer kleinen Familie, der Papa nimmt sie nämlich nur jedes 2te Wochenende und meint damit seine Vaterpflicht, gut bzw. genug zu erfüllen. An dem 6. Geburtstag seines Sohnes hält er es für wichtiger in seiner Heimat ( Kosovo ) zu sein und sich dann kurz Abends um 19.00 Uhr Mal zu melden, anstatt mit seinem Sohn zu feiern.
    Er vereinbart Termine am Tag der Einschulung seines Sohnes. Also Interesse seinen Kinder gegenüber zeigt er nicht wirklich. Ihm geht es in dem Fall nur um seinen Stolz und darum, dass die Leute/seine Familie seine Männlichkeit in Frage stellen könnten, aber um die Kinder geht es ihm mit Sicherheit nicht. Natürlich liebt er sie auf seine Art, das bestreite ich nicht, aber er hat die Kinder 48 Tage im Jahr, würde ich in Portugal leben, hätte er sie doppelt so oft, das beeindruckt ihn aber nicht sehr. So wie es jetzt ist, ist es ja ganz angenehm, jedes 2te Wochende und zurück zu Mama, die hat ja alles im Griff. Wenn ich sie aus Portugal für 1 oder 1 1/2 Monate zu ihm schicken würde, wäre das ja viel zu anstrengend für ihn. Mein großer Sohn hat bereits 4 Mal gesagt, dass er wünschte, mein Freund wäre sein Vater. Auf die Frage warum, antwortet er ganz simple: "Vitor ( mein Freund ) spielt immer so viel mit uns und macht immer witzige Sachen/ist witzig."
    Da zeigt sich was Kinder brauchen, Aufmerksamkeit, Interesse, Liebe und Geborgenheit und das kann ich ihnen in Portugal zusammen mit meinem Freund und seiner Tochter sehr gut bieten.
    Mit geht es nicht darum meinem Ex die Kinder zu entziehen, er kann kommen, wann immer er will und ich schicke ihm die Kindern in allen Ferien ein paar Tage bzw. Wochen zu ihm, meine Mama ist auch eine wichtige Bezugsperson, deshalb ist es auch wichtig, dass sie Regelmäßig und so oft wie möglich nach Deutschland können.
    Wüsste ich, dass die Kinder die stärkere Bindung zum Papa haben als zu mir, würde ich sie nie mit nach Portugal nehmen und es andersrum Regeln, nämlich dass sie mich in den Ferien besuchen kommen. Aber sie haben ganz klar ihren Lebensmittelpunkt bei mir.
    Vielleicht ist es jetzt alles ein bisschen verständlicher.
     
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  20. Jasso90

    Jasso90 Amigo Teilnehmer

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    Hallo ihr Lieben,

    ich wollte nur kurz melden wie unser Gerichtsverfahren bzgl. des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ausgegangen ist. Es kam direkt bei der 1. Anhörung vor Gericht zu einer Entscheidung (also nicht wie vermutet, ein ewig langer Prozess und irgendwelche weiteren Gutachten Anforderungen o.ä.)
    Das Gericht hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht komplett auf mich alleine überschrieben, damit ich mit meinen beiden Söhnen nach Portugal auswandern kann.
    Es ging nun doch alles sehr fix und zu meinen Gunsten aus, und das trotz, dass das Jungendamt und die Verfahrensbegleiteren gegen das Auswandern gesprochen haben.
    Die Richterin war die Einzige, die mein Mann richtig durchschaut hat.
    Vielen Dank nochmal an alle für die Tips und Ratschläge
    Nun wird es ernst
     
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  21. Ozzy

    Ozzy Entusiasta Teilnehmer Stammgast

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    Na dann wünsch ich euch viel Glück.
    Unsere war das erste Jahr ein paar Wochen bei Papa. Dieses Jahr war sie 3 Monate in Deutschland, die Ferien sind ja lang hier. Sie hat ihn auch besucht, aber er wollte nicht mehr.
    Also das kühlt dann doch sehr schnell ab wenn Mann merkt, was doch so dahinter steckt.
    Glückwunsch zur Richterin, hätte ich mir bei meinen Kindern auch gewünscht, aber ich hab vorher die Waffen gestreckt weil Verfahrensbeistand nicht auf meiner Seite war.
    Dann mal Tau.
     

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